Die Überlegenheit des Christentums

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Zu Ostern bekenne ich: Ich bin völlig davon überzeugt, dass das Christentum allen anderen Lebensmodellen, Welterklärungsphilosophien und Weltbildern überlegen ist. Und das sogar um Dimensionen. Jawoll, diese Überzeugung prägt sogar mein Leben. Niemals würde ich auch nur eine Zeile irgendwo öffentlich für die Sache Christi schreiben oder reden, wenn es bloß mein Hobby, eine eigentlich unwesentliche Ansicht wäre. Weil ich überzeugt bin, dass ich der Wahrheit auf der Spur bin, kann ich aber nicht schweigen. Niemals könnte ich auch nur eine Sekunde sachlich kühl und eigentlich völlig unbeteiligt einen Gedanken an das Christentum verschwenden. Nein, es ist vielmehr meine ganze Überzeugung. Wie man etwas ohne Überzeugungen anhängen kann, ist mir völlig schleierhaft.

Das Beste wählen!

Ich bin nicht Christ, weil ich eine christliche Tradition hinter mir habe, oder weil ich hier eine gute Tradition meiner Kultur sehe, die es zu wahren gilt, sondern weil ich wirklich überzeugt bin, dass Christus DIE Wahrheit ist!  Er offenbarte sich in seinem Wort, auch für mich! Wäre nicht das Christentum meine geistliche Heimat, würde ich mir eine andere suchen. Würde ich auch nur einen Augenblick daran denken, dass eigentlich alle Modelle mehr oder weniger gleich sind, dann wäre ich auch kein Christ mehr, sondern ein Anhäger einer solchen relativistischen Lehre. Und es ist gut möglich, dass ich davon dann überzeugt wäre und es für überlegen hielt, den Relativismus zu verkündigen. Aber eines wäre ich nicht: Ich wäre kein Christ mehr. Es ist mir eben nicht alles gleich, und ich will überall das Beste haben. Ich beanspruche es, auch Religionen nebeneinander zu stellen, und sie zu vergleichen. Und das Christentum scheint mir hier im Vergleich mit allen anderen Modellen wie das Licht im Vergleich zur dunklen Nacht. Immer wieder beobachte ich so viele meiner Mitbürger, wie sie äußerst gewissenhaft selbst drittrangige materielle Entscheidungen mit viel Überlegung und Abwägen treffen. Man vergleich, liest Kundenbewertungen, telefoniert gar mit dem Vertrieb. Dabei geht es nur um eine geringfügige Investition, die nur einige Tage halten wird. Alles gilt es zu bewerten, zu prüfen und genau abzuwägen. Doch wenn es um ein Lebensmodell geht, dann scheint jeder kleinste Gedanke bereits vergeudete Zeit zu sein. Da kann ich so nicht mitgehen! Ich will das beste Lebensmodell wählen, ich will die beste Religion vertreten! Weiterlesen „Die Überlegenheit des Christentums“

Unfähig oder Gleichgültig?

und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4–5 in Mark 12,30).

Um als Teen in den Gottesdienst zu kommen, musste ich einen ganz schön teuren Preis dafür zahlen. Man lehrte mich, dass ein „bibeltreuer“ Gottesdienst nur in einem 30 km entfernten Ort gewährleistet war. So wurde ich mit einem VW-Bulli zweimal in der Woche und zweimal sonntags von einem Prediger abgeholt, der noch einige weitere – vor allem ältere Menschen aus der Gegen einsammelte – und zum Gottesdienst brachte. Dadurch war ein beträchtlicher Teil meiner Kindheit davon geprägt, der Konversation von älteren Damen zu lauschen. Nun die Empörung wird natürlich groß sein, wenn ich jetzt erkläre, dass man wenig gescheites zu hören bekommen hat, aber so war es trotzdem!

Einen Punkt möchte ich besonders hervorheben. Recht häufig beklagte man sich über nachlassende Intellektuelle Kräfte, dass man kaum noch Kraft und Ressourcen zum Bibellesen fände, und die wenigen Kraftmomente wären durch Enkelkindbetreuung  und Haushalt verbraucht. Doch ich durfte immer wieder staunen, wie alle vergessenen Kräfte erwachten, wenn es um allerlei unterschiedliche Heilmittel ging, ein Thema, welches vor allem von einer Dame mit hingegebener Leidenschaft geführt wurde. Nie waren die Gespräche leidenschaftlicher und intensiver. als es um die neueste Entdeckung von Mittelchen, Rezepten und Kräutern ging. Bis heute könnte ich stundenlang über die Wunderwirkungen von Callisia fragrans reden. Bei entsprechender Witterung und Vollmond geerntet und in ausreichend Alkohol eingelegt hat es selbst Dutzenden Krebskranken, denen kein Arzt mehr helfen konnte, geholfen. Nun, jetzt könnte man meinen, dass ich nichts zu tun habe, als mich über ehrwürdige alte Kämpferinnen des Christlichen Glaubens auszulassen. Aber genau das ist doch meine Sorge, dass ich wenig zu hören bekommen habe von geistlichen Erfahrungen mit dem Herrn, von Trost in der Schrift.  (Vergleiche auch die Berufung älterer Frauen gemäß 1 Tim 5,2 oder Tit 2,3) Christentum war flop, aber Gesundheit war top. Ist es falsch, sich um seine Gesundheit zu kümmern? Wohl kaum!

Das ärgert mich, ja auch so viele Jahre später, viel weniger an diesen alten Schwestern, als an vielen anderen, die gerne auf Unfähigkeit verweisen, damit aber Gleichgültigkeit meinen. Dutzende Male erlebte ich „Handwerker“ und sogenannte „einfache Menschen“, die sogar sehr stolz darauf waren, dass sie  keine Theoretiker, sondern Praktiker waren. Selbst einfachste Glaubensfragen waren zu kompliziert, auch unnötiges Pfaffengeschwätz, und überhaupt man weiß genug, zu handeln. Aber frage so einen Handwerker nach irgendeinem Bodenbelag oder irgendetwas ähnlichem aus dem Hausbau aus. Du bekommst geradezu die ganze Kulturgeschichte von Bodenbelägen aufgesagt, samt einer Analyse unterschiedlichster Arten, dem Zweck derselbigen, dem günstigsten und dem besten Lieferanten, der besten Verlege-Art und der durchdachtesten Pflege. Untermalt werden diese sachlichen Darstellung durch verschiedenste Zeugnisse verschiedenster Erlebnisse, die man zu berichten hat.  Überall dürfen die Ansprüche also ja nicht hoch genug sein, außer es geht um Fragen des Glaubens, da darf man nie zu einfach genug bleiben, nie zu allgemein genug. Bis man so trivial wird, dass man sich zu Tode langweilt, und doch wieder lieber über seinen nächsten Bodenbelag nachdenkt. Ich könnte viele christlichen Jugendliche und Teenager auftreiben, die ohne weiteres sämtliche Spieler des FC Bayern auflisten können, ohne auch nur einen Psalm der Bibel auswendig zu kennen. Was geht hier schief?  Ist Fußball das Problem? Wohl kaum!

Neben dieser Prioritätenverschiebung beobachte ich auch eine Versteifung und übertriebene Beharrlichkeit auf dem, was man wisse. Neulich erklärte mich ein Mensch zu einem Ketzer und zu und einem Menschen der Spaltung anrichte, weil ich nicht bereit war zu bestätigen, dass man aus 2 Mo 20,26 auf den Verbot von Shorts schließen könne. Ich kenne einige Analphabeten, die völlig selbst verschuldet im Analphabetentum geendet sind, und dennoch völlig gewiss die haarstreubendsten Behauptungen aufstellen können. Manchmal liegt trotz Kirchgang, Bibel lesen und Gebet so wenig Wissen von Christus und seinem Werk vor, dass man sprachlos wird. Ich möchte hier keine Ansprüche hochschrauben, aber was ist von einem Glauben zu halten, der nichts von den dahinterliegenden Tatsachen hält?

Das größte Gebot ist klar, dass wir Gott von allen Kräften, Mitteln, nach allem Wissen, mit allen Emotionen und von ganzem Herzen und Wesen zu lieben haben. Wie oft versage ich hierin! Wie gut, dass wir als Christen die Möglichkeit zur Buße haben!

 

Gnade ist keine zweite Chance für den alten Adam

Romans 916 [widescreen]
(c) Faithlife Logos

Segen im Fluch

Mitten im Fall, während Adam sich hinter Selbstrechtfertigungen ja sogar Anschuldigungen gegen Gott („die Frau, die DU mir gegeben hast“) versteckt, verkündigt Gott sein Evangelium:

Gen. 3,15: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

Gnade ruht also im „Wollen Gottes“. Die Botschaft oben richtet sich ja noch nicht einmal an den Menschen. Ganz passiv steht er neben dran. Und eigentlich auch völlig überraschend, dass Gott, nachdem der Mensch mit Satan paktiert sich doch auf die Seite des Menschen setzt und einen Sieg über den Versucher verkündigt.

Es gibt keine zweite Chance für Adam. Es gibt nicht eine zweite Prüfung, die er zu bestehen bekommt, eine Erneuerung, in der er sich zu bewähren hätte, um das verlorene Paradies wieder herzustellen. So wenig wie ein Toter sich selbst auferwecken kann, so wenig kann Adam sich auch selbst retten.

Adam kann nur glauben an die Verheißung, was er offensichtlich auch tut, denn er ändert seine Perspektive gegenüber Eva (Gen 3,20), und auch Gottes Urteil über ihn ändert sich (Gen3,21-22). Was Eva bei der Geburt Kains ausruft, zeugt auch von ihrer Hoffnung auf einen Erlöser (Gen 4,1).

Nur Gnade!

Das diese Gnade keine billige Gnade ist bekommen die aufkommenden Generationen zu spüren. Alle versündigen sich und verdienen ausschließlich den Zorn Gottes (Gen 6,5-6): „Ich will den Menschen vertilgen, den ich geschaffen habe“, ruft Gott aus. Doch was bliebe dann aus der Verheißung. Um seinem Wort und Ratschluß treu zu bleiben, wird Noah gerettet. Doch bei weitem nicht aus eigenem Verdienst: „Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn“ (Gen 6,8).

Was für Noah galt, galt um so mehr für seine Familie, die ebenfalls gerettet wird. Doch bald schon stellt sich auch in den neuen Generationen Gottlosigkeit und Stolz ein, der im Gericht zu Babel endet. Wo findet sich Errettung? Kaum ein Buch redet mehr über die Souveränität Gottes im Umgang mit Gnade als das erste Buch Mose. Auch die Begegnung mit Abraham ist eine rein gnädigliche. Josua zeugt davon:

Josua 24,3: „Da nahm ich euren Vater Abraham von jenseits des Stroms und ließ ihn umherziehen im ganzen Land Kanaan und mehrte sein Geschlecht und gab ihm Isaak.“

Diese Bilder und das gnädigliche Erweisen Gottes ließen sich immer weiter verfolgen. Ein Nachkomme (Isaak) ist nur aus Gnaden durch ein Wunder möglich. Nicht durch Fleisches Kraft kann Christus geboren werden, der ja schließlich auch der Sohn einer Jungfrau ist. Der Vorzug wird Jakob gegeben., bevor die Kinder geboren sind und sich bewähren konnten um Gnade. Wie deutlich drückt es der Römerbrief aus:

Römer 9,11–13: Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, da wurde, auf dass Gottes Vorsatz der Erwählung bestehen bliebe – 12 nicht aus Werken, sondern durch den, der beruft –, zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen« (1. Mose 25,23), 13 wie geschrieben steht (Maleachi 1,2–3): »Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.«

Israel wird durch eine wunderbare Vorsehung vor dem Hunger gerettet, ein Erlöser (Mose) wird in einem Korb inmitten von Nilkrokodilen bewahrt. Die Sklaverei Israels in Ägypten wird nicht einfach nur gelindert, der Auszug findet nicht einfach bloß statt, sondern die Verheißung bricht sich Bahn und Israel nimmt Kanaan ein. Das auch hier noch ein langes Warten auf die endgültige Erfüllung der Verheißung ansteht muss nicht gesagt werden.

Der alte Adam kann sich nicht retten, er kann die Mission nicht mehr erfüllen. Ein neuer Adam, Christus muss her. Dieser bewährte sich, erfüllte die Mission und rief aus: Es ist vollbracht! 

Die freie Gnade ist nicht nur eine Botschaft des AT, und wird in Römer 9,16 bekannt: So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Nicht weil der Mensch will, wird er gerettet, sondern weil Gott will, erbarmt er sich über die Menschheit! Gnade ist nicht eine zweite Chance für den alten Adam, sondern die Bewährung des neuen Adam, nämlich Christus.

Wirklich nur Gnade?  drei übliche Einwände

Das oben geschilderte ist eine an tausenden Stellen der Schrift, wie ich versuchte zu zeigen, bestätigte Lehre der Bibel. Doch es ist keine, die mir gefällt. Sollte ich wirklich nichts Gutes beitragen können zum Heil? Sollte meine Situation so völlig verloren sein? Prinzipiell kenne ich drei übliche Einwände zum oben geschilderten, die aber direkt in der Schrift beantwortet werden.

A: Es ist zwar Gnade die rettet, aber MEINE Treue, die mich bewahrt!

Dem wendet Paulus ein in Galater 3,3: Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden?

B: Solche freie Gnade für Sünder führt nur dazu, dass man gleichgültig gegenüber Sünde wird!

Paulus nimmt dieses Argument fast wörtlich auf in Römer 6,15–18 auf : Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!16 Wisst ihr nicht? Wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und dem gehorcht ihr – entweder als Knechte der Sünde zum Tode oder als Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit. 17 Gott sei aber gedankt: Ihr seid Knechte der Sünde gewesen, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre, an die ihr übergeben wurdet. 18 Denn indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit.

Nicht mehr Knecht der Sünde zu sein, dass ist der Wunsch geplagter Sklaven der Sünde! Kein wieder auferweckter dem Tode Geweihter wird wieder die Pistole in die Hand nehmen um sich zu töten! Kein aus dem Meere in letzter Not geretteter wird von der Reling wieder ins Meer springen.

C: Was beschuldigt Gott uns dann noch? Röm. 9,19-23: Nun sagst du zu mir: Was beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? 20 Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht etwa ein Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich so gemacht? 21 Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen? 22 Da Gott seinen Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, hat er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren, 23 auf dass er den Reichtum seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit.

Von den drei Einwänden sehe ich vor allem C als einen wirklich relevanten Einwand zur Gnade. Jedoch kann man auf Gnade einfach kein Anspruch erheben, so wenig ein zur Todesstrafe verurteilte auf die Begnadigung eines Gouverneurs Anspruch erheben kann. Dennoch wirkt Gnade an dieser Stelle hart und Kalt. Wie kann man das auflösen?

Das fehlende Gegenstück

Etwas scheint oben aber doch zu fehlen, aber es ist nicht die menschliche Entscheidung, sondern die göttliche Einladung zum Heil! Vor allem in Christus wird das Angebot des Heils an vielen Stellen sichtbar:

Oben versuchte ich zu schildern, dass die Gnade Gottes sich ganz in seinem souveränen Ratschluss verbirgt. Das Urteil ist uns sicher. Die Rettung liegt nun in seinem Erbarmen. Doch wie soll uns das Hoffnung geben? Die Ergänzung zur freien und souveränen Gnade ist aber nicht der rege Gebrauch der Gnadenmittel, sondern die Offenbarung dieser Gnade in einer tiefen Liebe zum Sünder: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab! (Joh 3,16). Wenn nun einer zaudern sollte, ob er denn Gnade bei Gott finden kann, dann dürfen wir wissen, dass sein Haus offene Türen hat. Ja, Christus bezeugt selbst an vielen Stellen in seinem Handeln. Es gab nicht einen, denn er von sich wies. IMMER blieb er ein mächtiger Erretter. Christus selbst verknüpft den ethischen und den „dekrativen“ Willen Gottes, als er spricht:

Johannes 6,37: Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Jeder Sünder, der zu Christus kam, wurde angenommen. So komme auch du!

Die alten Lieder konnten diese Wahrheiten wunderbar und geradezu kindlich auf den Punkt bringen:

Mein ganzes Hoffen ruht allein
auf Christi Blut und Kreuzespein;
ob jede andre Stütze bricht,
der ewge Fels betrügt mich nicht.

Christus der Fels allein hält stand!

Abschließende Bemerkung

Nur weil uns etwas an der Gnade unergründlich, vielleicht auch unvereinbar mit anderen Punkten erscheint, einfach darüber zu schweigen, statt diese zu loben und zu verkündigen, scheint mir eine unpassende Reaktion zu sein. Wer hat je behauptet, dass wir alle Ratschlüsse Gottes bis ins letzte ergründen werden? Sollten wir deswegen keine Erkenntnis vom Heilsplan haben?

Quiz: Autor gesucht

EDIT: Die Auflösung ist: Johannes Calvin und sein Werk „Vom Leben eines Christenmenschen“. Das Buch ist super lesenswert. Calvin gelingt es froh zur Nachfolge und zum „Kreuz tragen“ aufzurufen, ohne einerseits gesetzlich, andererseits gleichgültig zu werden. Das Werk gibt es wunderbar aufbereitet in der Lesekammer.

Ich habe hier vier Zitate eines sehr bekannten christlichen Autors angehängt. Alle die ihren Lösungsvorschlag bis zum 24.04.2019  (wer der Autor sei) an mich senden, bekommen zwei Essays von J. Gresham Machen als e-book zugesendet, die so im deutschsprachigen noch nie erschienen sind. Also auch falsche Lösungen werden belohnt, somit nur her damit mit euren Vorschlägen. Am 25ten April werde ich an dieser Stelle auch Autor und Werktitel aufdecken. Eine Bitte habe ich aber. Natürlich kann Google heute gut Zitate zurückverfolgen und den Autor in einigen Millisekunden ausspucken. Ich würde aber eher gerne eine Antwort aus dem Bauchgefühl heraus hören wollen. Kleiner Tipp: Gesuchter Autor ist ein Autor vergangener Generationen und alle Zitate sind aus einem einzigen eher kurzen Werk. Gut möglich, dass jemand das schon gleich beim ersten Zitat richtig rät, dann aber bitte eure Lösung zunächst nicht in das Kommentarfeld platzieren.

Eure Lösungsvorschläge schickt ihr bitte an „glaubenunddenken@gmail.com“.

1: Der Christenmensch ist mit der Wiedergeburt nicht fertig, es soll nun in dem Leben der Gläubigen auf Grund der Wiedergeburt ein Gehorsam zu Tage treten, welcher der göttlichen Gerechtigkeit gemäß ist; durch diesen Gehorsam sollen sie es bestätigen und bewähren, dass sie von Gott zu Kindern angenommen sind.

2: Denn wenn wir unter der Bedingung zu Kindern Gottes angenommen werden, dass unser Leben Christum abbilde, der das Band unserer Gemeinschaft mit dem Vater ist, so fallen wir in schändlicher Treulosigkeit von unserm Schöpfer ab, ja schwören unsern Heiland ab, wenn wir uns nicht völlig der Gerechtigkeit widmen und weihen. Dann nimmt die Schrift aus allen Wohltaten Gottes und allen einzelnen Stücken unsers Heils, die sie uns nennt, Anlass zur Ermahnung.

3: Denn man darf nicht so teilen wollen mit Gott, dass man von dem, was in seinem Wort geboten wird, einen Teil annimmt, einen Teil willkürlich übergeht. Zuerst verlangt er ungeteilte Hingabe als das wichtigste Stück seines Dienstes, womit er die ungefälschte Einfalt des Herzens meint, ohne Trug und Falschheit, dem entgegen steht Halbheit und doppelherziges Wesen; erst dann wird der Anfang gemacht zu einem neuen Wandel im Geist, wenn die innerste Neigung des Herzens sich dem Herrn weiht, um ohne Falsch Heiligkeit und Gerechtigkeit zu üben!

4: Wenn wir nicht unser sind, sondern des Herrn, so ist klar, welche Wege wir zu meiden haben, und auf welches Ziel alle Handlungen unsers Lebens hinsteuern müssen. Wir sind nicht unser: so soll nicht unsere Vernunft, nicht unser Wille in unserm Dichten und Handeln herrschen. Wir sind nicht unser: so sollen wir uns nicht zum Ziele setzen, zu suchen, was uns lieb ist nach dem Fleisch. Wir sind nicht unser: so sollen wir so viel möglich uns selbst und alles unsere vergessen. Umgekehrt, wir sind des Herrn: so sollen wir ihm leben und sterben. Wir sind des Herrn: so soll seine Weisheit und sein Wille all unser Handeln leiten. Wir sind des Herrn: so sollen auf ihn als auf das eine rechte Ziel alle Bestrebungen unsers Lebens sich richten. O wie viel hat der gewonnen, der da weiß, er sei nicht sein eigen, der die Herrschaft und die Leitung über sich selbst der eigenen Vernunft entzogen hat, um sie Gott zu geben!

Auf der Suche nach schlechter Schokolade

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Umwelt- und Qualitätslogos, die übliche Supermarktprodukte zieren, nahmen in den letzten wenigen Jahren derart zu, dass man  darüber staunen kann, dass sich Platz auf der Verpackung findet, diese zu platzieren. Vor allem bei Schokolade, – etwas was ich unfassbar gerne esse – , ist mir dies aufgefallen:  Selbst die ranzigste Sorte aus der unterste Ecke eines Gammel-Discounters trägt Labels, die darauf hinweisen, dass der Hersteller derselbigen, natürlich den Regenwald schützt, die Kakao-Bauern ehrt, umweltschonend verpackt und ökologisch versendet. So einfach kann man heute die Welt retten: Während ich an meinem Voll-Nuss-Schokoriegel kaue, wird aufgrund meines Umweltbewusstseins ein Baum gepflanzt, einem armen Bauernkind eine Schulbank gebaut und ein LKW mit Biodiesel befüllt…

In dieser Huldigung des Naturalismus ist mir einiges aufgefallen:

  1. Die Bußbereitschaft: Zunächst staune ich darüber, dass Menschen bereit sind, einen Lebensstil als falsch anzuerkennen und umkehren und ihren Wandel ändern. Eigentlich müssten alle Pietisten dieser Welt zur Dankbarkeit darüber aufrufen, dass der durchschnittliche Europäer soviel Bußbereitschaft zeigt! Die Plastiktüten werden zerschnitten, Obst wird lose aufs Band platziert, und Äpfel gibt es nun auch mit Flecken und Furunkeln.  Man möchte beinahe rufen: „Hier ist Wasser! Was hindert’s, dass du dich taufen lässt?“ Doch halt? Wenn der Mensch gut ist, warum muss er dann überhaupt Buße tun? Wenn er im Kern gut ist, und nur von außen negativ indoktriniert wurde, wie kann jemand Gutes von anderen Guten derart indoktriniert worden sein? Und wer sagt was Gut ist, und wer ist der Prophet dieser Botschaft? Wurden wir  aber aus durchaus „Guten“  zu noch „Besseren“ stellt sich die Frage, warum man dann den verachtet, der Fleisch aus konventioneller Haltung in seine Tüte steckt. –> Die Lust an einem gerechten Leben des durchschnittlichen „Konsumenten“ lehrte mich viel über die Sehnsucht der Seele und die Botschaft der Bibel. Hier passt etwas wie die Faust aufs Auge.
  2. Der hohe Gerechtigkeitsanspruch: Ich staune immer wieder wie hoch eigentlich die Messlatte angesetzt wird. Nicht einmal der Konsum einer Tafel Schokolade, also die lächerliche Investition eines einzigen lächerlichen Euros ist einfach nur eine harmlose Tat. Bei Schokolade kommt ja sogar die zweite Instanz dazu: Wie kann man so fahrlässig mit seiner Gesundheit umgehen und die Sozialkassen der Krankenversicherung derart leichtfertig gefährden. Nichts geschieht also einfach so: Fahrlässiger Schokoladenkonsum führt zur Zerstörung der Regenwälder, Misshandlung der Kakao-Bauern und gewaltiger Umweltzerstörung. Klingt nicht auch hier eine wirklich hohe Lehre durch: Ja, vor Gott geschieht nichts einfach so! Nein, alles wird daran gemessen, in welcher Beziehung es zu IHM steht. Keine Tat ist von kurzer Dauer, sondern hat weitreichende, sogar ewige Folgen.
  3. Die Leidensbereitschaft: Am meisten muss ich aber über die Leidensbereitschaft der Konsumenten staunen: Mit Leichtigkeit würde man einer eher mangelhaften Qualität Vorzug geben, um einen grünen Ökoabdruck zu hinterlassen. An den Figuren aus den Ü-Eiern ist mir das aufgefallen. Bis in das Millennium hinein, brüstete man sich mit „handgemalten“ Figürchen. Die rein technische Qualität, auf die man anspielte, steht nun aber nicht mehr im Vordergrund. Heute sind es vor allem kinderfreundliche Kunststoffe, ökologische Schokolade etc. Das alles hat natürlich seinen Preis, den man aber willig zahlt! Um Jehovas, unseres Gottes, willen wäre ich bereit zu leiden! Aber um Artemis willen? Ob sich das lohnt?
  4. Die Heuchler und die Relativisten: Wie in jeder Religion gibt es natürlich die Heuchler, denen die Natur völlig egal ist, und die jedes Label auf die Schokolade kleben (und auch wieder entfernen) würden, so lange es dem Umsatz nützt. Ein großer Lebensmittelhändler wollte nicht mehr reden, sondern handeln und verpackt seine Gurken  nicht mehr in Plastikfolie. Dies wird natürlich mit großen farbigen Reklamen direkt über dem Gurkenregal beworben! Dabei gibt es ja wohl nur eine Sache, die schlimmer als Plastikfolie ist: Tinte, mit der man Plastik bedruckt! Aufgrund dieser oftmals sehr offensichtlichen Heuchelei ist auch die Frustration ernster Bürger oftmals groß. Man will ja Artemis ehren, aber wenn es viele nur machen, um des Mammons willen, wird der Preis der Nachfolge ganz schön groß. Auch hier eine unglaublich große Parallele zur Botschaft des Evangeliums

Fazit: Die Christen vergangener Jahrzehnte handelten oftmals falsch, wenn sie Themen wie Umweltschutz zu sehr übersahen. Klar ist der Schöpfungsauftrag, die Schöpfung zu behüten und zu bewahren, ja sogar darüber zu herrschen (aber nicht wie ein wütiger Diktator). Doch wie viel verlieren wir, wenn wir uns vom dreieinigen Gott abwenden, ja von ihm abfallen und uns der Huldigung der Natur hingeben?

 

 

 

30 Stunden Hörmaterial zum AT

Die Auffindung des Moseknaben (Lombardische Meister, 17 Jhdt.)

Ein herzlicher Dank geht an Hanniel Strebel an seine Fertigstellung der „Vogelflüge“ zum Alten Testament. Die Leser von Biblipedia wiederum möchte ich auf dieses hochwertige Bibelkundematerial hinweisen, nachdem ich dies bereits mehrfach auf NIMM-LIES getan habe. Hören, Denken, Handeln!

Ich habe hier die Links zum AT gesammelt und aufgelistet:

Anfänge, Bund & Torah:

Landnahme und Verlust:

Weisheit, Kunst & Poesie:

Asyl & Rückkehr:

Große Propheten:

Zwölfprophetenbuch:

Außerdem  zu empfehlen:

Ich schaffe es nicht, Er muss es richten. Predigt zum Alten Testament.

Kurze Inhaltsangabe zu jedem Bibelbuch

 

Gedanken über den echten Gangsta!

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Wenn in der Gegenwart ein stark bewegter Mann hervortritt, der
den Preis des Christseins nur ein Fünftel so hoch bestimmt, wie das Evangelium:
so ruft man „hütet Euch vor dem Menschen, leset nicht, was er schreibt, am allerwenigsten in der Einsamkeit, redet nicht mit ihm, am allerwenigsten einsam,
er ist ein gefährlicher Mensch.“ Aber die heilige Schrift! Ja, fast jeder Mensch besitzt sie, man trägt kein Bedenken, jedem Konfirmanden, also im gefährlichsten
Alter, dies Buch zu schenken. In Wahrheit, es muss viel Sinnenbetrug dabei sein,
man muss dadurch verwöhnt sein, dass dies Buch nun einmal existiert, man
muss es auf eine ganz eigne Weise lesen – am wenigsten so, dass man mit demselben allein ist. (S. Kierkegaard, Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen)

Noch nie war es so einfach zu einem Rebell zu werden, wie in unserem glorreichen Zeitalter der Postmoderne. Dem einzig wahren und erleuchteten Zeitalter, welches wir nach eigener Selbstbeurteilung allen Vorangehenden für deutlich überlegen halten. Offensichtlich auch in der Frage, wie man in seiner Umgebung ein Ärgernis erregt. Weird Al Yankovic bringt es mit seiner Parodie über die Amischen doch wunderbar auf den Punkt: Die heutigen „Gangster“ sind doch längst nicht mehr die Rapper (Info: Die Melodie seines Songs geht auf den Song Gangsta’s Paradise zurück, der Huldigung eines „besonders krassen tough life„)!

Es ist überhaupt nichts (mehr) rebellisches oder anstößiges dabei, möglichst wilden Sex mit möglichst vielen Partnern zu haben, und das so früh wie möglich. Das ursprünglich  hochgelobte Ideal der wilden Gangsterrapper ist nur noch kalter Kaffee (und das auch noch von vorgestern). Als viel rebellischer gilt es, dem selben Partner ein Leben lang treu zu bleiben. Und man stelle sich vor, man würde es überhaupt noch wagen, in eine Ehe noch jungfräulich zu treten!

Oder schon mal probiert von Party zu Party auf Alkohol zu verzichten? Fällt viel mehr auf, als Saufen bis zum Kotzen!

Die Verantwortung für die Erziehung an andere abzugeben, sorgt für keine Empörung mehr, diese aber übernehmen zu wollen, kann zu den wildesten Konflikten führen!

Eine super Karriere-Leiter kann es werden, für alle Varianten der sexuellen Vielfalt zu kämpfen – wie bunt man sich diese auch ausdenken mag; das „traditionelle“ Familienbild, oder sollte ich sagen, das einzig echte Familienbild zu verteidigen, das sorgt für Empörung, und was für eine! (Ich höre schon die Facebook-Kommentare und bedanke mich im Voraus für die Blumen.) Und es wäre natürlich definitiv und unausweichlich das Ende aller Karriere!

Und denke einmal wie krass es ist, den Kinderwunsch nicht an die üblichen 4,5-Sitzer-Fahrzeuge anzupassen, nach dem Motto: „Hinten passen nur zwei Kindersitze rein“.

Keiner wird auch nur die Achseln zucken, wenn man ruft: „Gott ist tot“, aber welcher Chaos sollte entstehen, wenn  man riefe: „Gott lebt!“

Genießen ist einfach geworden und der selbstverständliche Anspruch auch des Ärmsten, aber die Zeit auskaufen zu wollen, unfassbar provokativ! Zu shitstormen, geifern, spotten und rumäffen ist so einfach wie nie. Man muss dafür nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen! Auf sein Recht auf Selbstverteidigung zu verzichten, so verpönt wie selten zuvor.

Dem Naturalismus und Relativismus zu huldigen, ist so einfach wie noch nie. Es wird kein Inquisitor kommen! Dieser wird schon eher vor der Tür dessen stehen, der an den Absoluten Gott glaubt, und nur ihm allein dienen will.

Keiner wird blass, wenn man bekennt: „Fußball  (oder ein anders Hobby) ist mein ein und alles, ja mein Leben“. Groß jedoch der Spott, wenn man es auch nur wagen würde, zu äußern: „Gott, der Herr ist mein einziger Gott! Meine einzige Hoffnung und mein ganzes Heil“ (Ist es nicht das apostolische Bekenntnis aller Christen?)

An die Evolution zu glauben, obwohl man nicht einmal eine einzige Zeile an Quellenmaterial heranzog, ist absolut anerkannte gesellschaftliche Mitte. (Kant mit seinem Appell an persönliche Mündigkeit wäre wohl beim Anblick auf den fortgeschritten Europäer auf der Stelle tot umgefallen.) An die Schöpfung zu glauben, weil man in der Bibel darüber lass, dass sorgt für blankes Entsetzen.

Darauf zu hoffen, dass Gebete erhört werden, dass ist wirklich krass! Sein Anliegen auf den Herrn zu werfen, das ist wirklich heftig. Jeder kann an das Zeitliche und an den Augenblick denken, aber wer wagt es sich an die Ewigkeit zu denken?

Noch nie war es so einfach wie heute als Schüler, und somit am untersten Glied der Nahrungskette von der Kanzlerin höchstpersönlich Lob und Anerkennung zu erfahren! Man muss dafür einfach nur die Schule schwänzen. Wie schwer dürfte es aber werden, heute ein Staatsoberhaupt zu provozieren? Offensichtlich lässt sich der Schluß ziehen, dass wer den ultimativen individualistischen Kick der Selbsterfüllung finden möchte, durchaus bei der Bibel anfangen darf. Somit: Nimm und Lies!