Predigt: Wir aber predigen Christus, den gekreuzigten

kreuz an der Ostsee

Bildinfo: Caspar David Friedrich: Kreuz an der Ostsee

Bei einem Vortrag einer Musikalischen Gruppe über das Thema Kreuz, sprach ich über die Botschaft von 1. Kor. 1,23:

„wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;“

Hierbei ging ich diesen vier Fragen nach:

  1. Für wen wurde gepredigt? –> Für ziemlich hoffnungslose Fälle aus der Gemeinde Korinth
  2. Wann wurde gepredigt? –> Als alle etwas anderes hören wollten, und die einen die Botschaft von Christus für Torheit und die anderen  für ein Ärgernis hielten
  3.  Wie wurde gepredigt? –> von sich weg zeigend, jederzeit und mit allen Mitteln
  4. Mit welcher Wirkung wurde gepredigt? –> Im Wegschauen von sich und Hinschauen auf Christus entwickelt sich eine mächtige Gotteskraft.

Die Predigt zum nachhören (Download):

Kunst: Rembrandt

Rembrandt van Rijn und die Brueghel-Familie waren die Künstler, die mir seit meinem Besuch als Teenager in den Pinakotheken Münchens besonders zugesagt haben. Seit ich weiß, dass sie in einem reformierten Milieu tätig waren, sind sie mir noch sympatischer geworden! Meines Erachtens bleiben die holländischen Meister unerreicht. Rembrandt hat in seiner sehr langen Schaffenszeit zahlreiche Gemälde mit verschiedensten Techniken, unterschiedlichen Größen und auch Thematiken produziert. Von Porträits bis großen Landschaften, alles beherrschte er souverän Biblische Motive hat er zu Geschichten gemalt, die man gar nicht auf dem Schirm hätte, wie z.B. den aussätzigen König Uzziah oder die Blendung Simsons. Eine kleine Auswahl biblischer Motive im Folgenden:

(Die Abbildungen habe ich aus:  The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei,  Ab S. 9653 (c) 2005 The Yorck Project http://www.digitale-bibliothek.de/10000.htm )

das gleichnisvomschatzgraeber
Das Gleichnis vom Schatzgräber (2 Hälfte 17 Jh.)
dasopfer des manoah
Das Opfer des Manoah (1641)
davidmitgoliathshaupt
David mit Goliaths Haupt vor Saul (1627)
davidmitsaul
David spielt Harfe vor Saul (um 1658)
deraussaetzigekoeniguzzia
Der Aussätzige König Uzziah
dercenturiocornelius
Der Centurio Cornelius
dersamariter
Der barmherzige Samariter
dieblendungsimsons
Die Blendung Simsons
heiligefamilie
Heilige Familie
jeremiastrauer
Jeremias trauert über die Zerstörung von Jerusalem (1630)
mwm07984.jpg
Christus treibt die Wechsler aus dem Tempel (1626)
rembrand_christus im sturm
Christus im Sturm auf dem See von Galilea (1633)
simsonschwiegerfater
Simson bedroht seinen Schwiegervater (1635)

Rembrandt malte zudem über die Zeit seines Schaffens hinweg regelmäßig Selbstportraits (unter anderem malte er auch ein Selbsportrait als Paulus) , hier wieder eine Auswahl von der Jugend an bis zum Alter:

Wenn einer der Leser meines Blogs mal nicht weiß, was er mit seinen Millionen anfangen soll, darf er mir gerne ein Gemälde Rembrands schenken…:-)

Wie du deine geistlichen Gaben (nicht) entdecken kannst

Ein Artikel von Thomas Schreiner:

Ist es wichtig, deine geistlichen Gaben zu kennen? Oder ist dieses Anliegen ein Beweis für den heute so typisch für gewordenen Narzissmus?

Vielleicht können wir die Ermittlung unserer Geistlichen Gaben mit dem aktuellen Interesse an Persönlichkeits- und Profiltests vergleichen, wie z.B. dem (Persönlichkeits-)Enneagramm. Das Enneagramm sondiert neun unterschiedliche Persönlichkeitstypen und hat derzeit einen ziemlichen Einschlag in evangelikalen Kreisen. Kevin DeYoung warnt berechtigterweise vor den Gefahren  des Enneagramms und erläutert, dass es der Schrift in vielerlei Hinsicht fremd sei. Russell Moore stimmt den Aussagen DeYoungs zu, dass das Enneagram, als Ganzes nicht hilfreich ist, denkt aber, dass es als ein Werkzeug verwendet kann, um die persönlichen  potenziellen Stärken und Schwächen, wie auch die Motive hinter Wünschen und Neigungen anderer, aufdecken kann.

Ich denke, so ähnlich können wir uns auch über den Prozess der Ermittlung geistlicher Gaben äußern. Weiterlesen „Wie du deine geistlichen Gaben (nicht) entdecken kannst“

John Wesleys Gespräch mit Zinzendorf

Bildergebnis für wesley and zinzendorfAuf diese Unterhaltung beider, bin ich eher zufällig gestoßen, ich selbst verfüge nur über den Hinweis, dass sich diese Unterhaltung im zweiten Band vom Wesley Journal S. 488-490 findet vom 3.Sept. 1741). Das Gespräch fand ursprünglich wohl in Latein statt und die englische Variante, so wie ausführliche Quellenverweise finden sich hier. Ich wollte niemandem dieses herrliche Stück Kontroverse vorenthalten:

Zinzendorf (Z): Warum hast du deine Religion (Überzeugung) gewechselt?

Wesley (W): Ich bin mir nicht bewusst, meine Religion (Überzeugung) gewechselt zu haben? Wie kommst du darauf? Wer hat dir dies berichtet?

Z: Du selbst. Ich ersehe das aus deinem Brief an uns. darin bekennst du dich zu einer neuen Religion, nachdem du die, welche du bei uns gelernt hast, aufgegeben hast.

W: Wieso? Ich verstehe das nicht.

Z: Doch, du sagst darin, wahre Christen seien keine armen Sünder. Das ist völlig falsch. Die besten Menschen sind bis zum Tode ganz elende Sünder. Wenn sie etwas anderes sagen, sind sie durch und durch Betrüger oder teuflisch Verführte. Unsere Brüder, die Besseres lehren, hast du bekämpft; und dann, als sie Frieden wollten, hast du ihn verweigert.

W: Ich verstehe immer noch nicht, was du willst.

Z: Als du aus Georgia an mich schriebst, habe ich dich gar sehr ins Herz geschlossen. Damals erkannte ich dich als einen Menschen mit einfältigem Herzen. Du schriebst wieder. Ich merkte, dass du wohl einfältigen Herzens warst, aber voll verwirrter Ideen. Du kamst zu uns. Deine Gedanken waren noch verwirrter und konfuser geworden. Dann fuhrst du nach England zurück. Einige Zeit später hörte ich, dass unsere Brüder mit dir stritten. Ich schickte Spangenberg, um zwischen euch Frieden zu stiften. Er schrieb mir, die Brüder hätten dir Unrecht getan. Ich schrieb zurück, sie sollten damit aufhören und dich um Verzeihung bitten. Spangenberg antwortete, sie hätten um Verziehung gebeten, aber du wolltest keinen Frieden, um über sie triumphieren zu können. Jetzt, da ich ankomme, höre ich dasselbe.

W: Die Sache hat sich in ihrem Hauptpunkt keineswegs verändert. Deine Brüder – das ist wahr – haben mich recht schlecht behandelt. Später baten sie um Verziehung. Ich antwortete, es sei ganz überflüssig; ich sei über sie niemals erzürnt gewesen, aber sie sollten darauf achten, erstens nicht Falsches zu lehren und zweitens nicht schlecht zu leben. Dies ist und war die einzige strittige Frage zwischen uns.

Z: Das musst du deutlicher sagen.

W: Ich bin in Sorge, dass sie Falsches lehren einmal über das Ziel unseres Glaubens in diesem Leben, also über die christliche Vollkommenheit, sodann über das, was unsere Kirche die Gnadenmittel nennt.

Z: Ich erkenne keine innewohnende Vollkommenheit in diesem Leben an. Das ist der Irrtum aller Irrtümer. Ihn bekämpfe ich in der ganzen Welt mit Feuer und Schwert, ihn verfolge und vernichte ich. Allein Christus ist unsere Vollkommenheit. Wer eine innewohnende Vollkommenheit lehrt, der leugnet Christus.

W: Ich aber glaube, dass Christi Geist im rechten Christen die Vollkommenheit schafft.

Z: Keineswegs. Unsere ganze Vollkommenheit liegt in Christus. Alle christliche Vollkommenheit besteht im Vertrauen auf Christi Blut. Die ganze christliche Vollkommenheit ist imputiert (zugerechnet), in inhäriert (innewohnend). Wir sind vollkommen in Christo, in uns selbst niemals.

W: Wir streiten – glaube ich – um Worte. Ist nicht jeder, der wirklich glaubt, ein Heiliger?

Z: Aber ein Heiliger in Christo, nicht in sich.

W: Aber lebt er nicht heilig?

Z: Gewiss, er lebt heilig in allem.

W: Und hat er nicht ein heiliges Herz?

Z: Ganz gewiss.

W: Folglich ist er doch heilig in sich?

Z: Nein, nein. Allein in Christo, nicht heilig in sich. Er hat durchaus keine Heiligkeit in sich.

W: Trägt er nicht in seinem Herzen die Liebe zu Gott und zum Nächsten, ja sogar das ganze Ebenbild Gottes?

Z: Ja. Aber das ist die gesetzliche Heiligkeit, nicht die evangelische. Dei evangelische Heiligkeit ist der Glaube.

W: Wir streiten ganz und gar um Worte. Du gibst zu, dass das ganze Herz des Glaubenden und sein ganzes Leben heilig ist: er liebt Gott von ganzem Herzen und dient ihm mit allen Kräften. Mehr verlange ich auch nicht. Nichts anderes verstehe ich unter „christlicher Vollkommenheit oder Heiligkeit.“

Z: Aber das ist nicht seine eigene Heiligkeit. Er ist nicht heiliger, wenn er mehr liebt, und nicht weniger heilig, wenn er weniger liebt.

W: Was? Nimmt denn der Glaubende, der in der Liebe wächst, nicht gleichfalls auch in der Heiligkeit zu?

Z: Niemals. Vielmehr in dem Augenblick, in dem er gerechtfertigt ist, wird er auch völlig bis ins Innerste geheiligt. Folglich ist er bis zu seinem Tode weder mehr noch weniger heilig.

W: Also ist der Vater in Christo nicht heiliger als ein neugeborenes Kind?

Z: Nein. Die ganze Heiligung und Rechtfertigung sind in demselben Augenblick da; und keine wird mehr oder weniger.

W: Wächst nicht der wahre Gläubige in der Liebe Gottes von Tag zu Tag? Ist er denn schon vollkommen in der Liebe, sobald er gerechtfertigt ist?

Z: So ist es. Niemals wächst er in der Liebe zu Gott. So ganz liebt er in dem Augenblick, wie er ganz geheiligt wird.

W: Was will aber der Apostel Paulus mit dem Spruch: „Wir werden erneuert von Tag zu Tag?“

Z: Ich will es dir sagen. Wenn Blei in Gold verwandelt wird, so ist es Gold am ersten und zweiten und dritten Tag. So wird es erneuert von Tag zu Tag. Aber niemals ist es goldener als am ersten Tag.

W: Ich meinte, wir sollten in der Gnade wachsen!

Z: Sicherlich. Aber nicht in der Heiligkeit. Sobald nämlich jemand gerechtfertigt ist, wohnen Vater, Sohn und Heiliger Geist in seinem Herzen. Und sein Herz ist in jedem Moment so ganz rein, wie es jemals sein wird. Ein Kind in Christo ist genau so rein im Herzen wie ein Vater in Christo. Da gibt es keinen Unterschied.

W: Waren die Apostel nicht vor Christi Tod gerechtfertigt?

Z: Sie waren es.

W: Waren sie nicht heiliger nach Pfingsten als vor Christi Tod?

Z: Keineswegs.

W: Wurden sie nicht an jenem Tage voll des heiligen Geistes?

Z: Ja. Aber dieses Geschenk des Geistes bezog sich nicht auf ihre eigene Heiligkeit. Es war ganz eine Gabe der Wunder.

W: Vielleicht verstehe ich dich nicht. Wenn wir uns selbst verleugnen, sterben wir dann nicht mehr und mehr der Welt und leben Gott?

Z: Wir weisen alle Selbstverleugnung zurück, wir treten sie mit Füßen. Als Glaubende tun wir alles, was wir wollen und nichts darüber hinaus. Wir verlachen alle Abtötung. Der vollkommenen Liebe geht keine Reinigung voraus.

W: Was du gesagt hast, will ich mit Gottes Hilfe genau erwägen.

Gefunden in „Junge Kirche“ 13 Jahrgang, Oldenburg 1952 S. 289-291

Vgl. auch die Kontroverse Wesleys mit Whitefield.

Zitat: Das Göttliche „Wenn“

C.H. Spurgeon sagt zur Funktion des „Wenn“ in Heb. 6,4-6:
„Wenn Gott dort ein „Wenn“ einfügt, dann tut er das aus gutem Grund und zu einem guten Zweck. Erstens … um dich vom Abfall abzuhalten. Gott bewahrt seine Kinder vor dem Abfall, aber dazu benutzt er bestimmte Mittel… Dort klafft ein tiefer Abgrund. Wie kann man jemanden am besten davor bewahren hinabzufallen? Warum nicht, indem man ihm sagt, wenn er hinabfiele, würde er unweigerlich in Stücke zerschmettert? In manchen alten Burgen gibt es einen tiefen Keller voller Grubengas. Jeder, der dort hinabgehen würde, würde ersticken. Was sagt uns der Fremdenführer? „Wenn Sie dort hinabgehen, werden Sie nie wieder lebendig herauskommen.“ Wem käme in den Sinn hinabzugehen? Allein dass uns der Fremdenführer die Folgen nennt, hält uns davon ab. Ein Freund nimmt uns einen Becher Arsen aus der Hand; er will verhindern, dass wir ihn trinken, und sagt: „Wenn du das trinkst, wird es dich umbringen.“ Nimmt er er auch nur einen Moment an, dass wir es trinken würden? Nein! Er sagt, welche Folgen es hätte, und er ist sicher, dass wir es nicht tun werden. So sagt auch Gott: „Mein Kind, wenn du von dieser Klippe stürzt, wirst du zerschmettert.“ Was tut das Kind? Es sagt: „Vater, halt mich fest! Halte du mich, dann bin ich sicher.“ Der Gläubige wird dadurch zu größerer Abhängigkeit von Gott geführt, zu einer heiligen Furcht und Vorsicht, weil er weiß: Würde er abfallen, könnte er nicht erneuert werden. So hält er sich von diesem gähnenden Abgrund fern, weil er weiß: Fiele er dort hinein, dann gäbe es für ihn keine Rettung.“


Gefunden bei T. R. Schreiner: Mit Ausharren laufen, S. 210, ursprünglich zitiert aus C.H. Spurgeon, „Final Perseverance“