Die gute Meinung über den bösen Trump

File:Donald Trump official portrait.jpg
Donald Trump – Ein Ärgernis der deutschen Presselandschaft (Bild lizenzfrei)

Heute mal ein höchst politischer Beitrag. Die Vorsehung spielte mir in die Hände: Da der Independence Day in den USA und der Nationalfeiertag in Frankreich nur wenige Tage entfernt von einander lagen, konnte man sich über zwei sehr unterschiedliche Darstellungen freuen. Ich habe die Überschriften bekannter Zeitungen und Zeitschriften (Online-Artikel) zu beiden Themen gegenübergestellt. Macht euch selbst eine Meinung, wer besser abschneidet. Beachtet, wie persönliche Anmerkungen zu Trump völlig an der Tagesordnung sind. Sie gelten als ein akzeptabler Bestandteil einer guten Kritik. Ich habe auf Verlinkungen zu den Artikeln verzichtet, weil ich nicht weiß, ob das mit Art 13 und Leistungsschutzrecht vereinbar wäre, habe mir aber privat einige Screenshots von google-news Ergebnissen erstellt als Nachweise erstellt. Der einfachste Weg eine persönliche Beurteilung zu bekommen ist die google-Suche mit Schlagworten wie, „Titel der Zeitung/Zeitschrift +Trump + 4 Juli“ oder „titel der Zeitung/Zeitschrift + Macron + Nationalfeiertag“. (Edit: Ich sehe gerade, dass die Tabelle in jedem Browser unterschiedlich angezeigt wird und versuche das Problem zu lösen)

Die WeltAngela Merkel beim Nationalfeiertag in Paris:
Macron marschiert vorneweg /
Panzer für Präsident
Trump
Die Welt(2) Kanzlerin Merkel bestaunt Macrons Militärmaschine Trumps große Nationaltagsfeier preist Geschichte und Armee der USA
Tages
-spiegel
Nationalfeiertag in Paris:
Macrons Vorstoß ins All
Ego Show zum
Unabhängigkeitstag /
Trump kopiert den
Absolutismus
Deutsch
landfunk
Trotz Unruhen ein souveräner
Macron
Trump setzt Politik
der Spaltung fort
ZDFHeuteMacron empfängt europäische
Freunde /
„Die charmanteste Nation der Welt“
Trump mit Militärparade
zum 4 Juli
tagesschauMacron setzt auf die europäische Verteidigung Trump kapert den Nationalfeiertag / Eine Inszinierung des Patriotismus
tagesschau(2) „So ein Wochenende gab es
noch nie“
Trump nutzt Unabhängigkeitstag für
militärische Machtdemonstration
Stern Gesten der Versöhnung zwischen Merkel und Macron – Proteste am Rande der Feierlichkeiten Donald Trumps Festspiele
FAZBundeswehr Seite an Seite mit den
Franzosen / Frankreich feiert
mit Europa
Patriotismus und Pomp /
Handzahm zwischen
Panzern
t-onlineFrankreich zeigt Deutschland wie man führt
Berliner MOPO Merkel und Macron: Gesten der
Versöhnung am Nationalfeiertag
Trumps Pläne für den
Nationalfeiertag sorgen für Ärger
der Standard.atFrankreichs linke PatriotenTrump bricht das
nächste Tabu
FocusGesten der Versöhnung am Nationalfeiertag– nichts zu berichten-
SpiegelMerkel dankt Macron für die „große Geste“Bomber und Bombast:
Trump kapert den 4.Juli
Deutsche WelleFrankreich zelebriert seinen
Nationalfeiertag
Umstrittene Trumpfeier
am Nationalfeiertag
Pro
Sieben
Merkel und Makron:
Gesten der Versöhnung
Trumps fragwürdige
militärische
Machtdemonstration
SüddeutscheGroße Gesten – Politik Trump versucht sich am
Schulterschluss mit dem
Militär
watson– nichts zu berichten-Seine Militärshow ist
politisch clever – und perfide
rp onlineEine Militärparade mit wichtigen
Botschaften in F.
Donald Trumps große Ego-Show
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Die Leiden des jungen Jeremia

jer 2,13

Für die meisten Ausführungen griff ich auf das Buch „The King in His Beauty“ von T. Schreiner zurück. Besonders gelungen fand ich auch die Hörspielbearbeitung von „Abenteuer zwischen Himmel und Erde: Josia„, die viele Erfahrungen Jeremias plastisch festhält:

Jeremia war ein Prophet des Gerichts. Er verkündigte mehrfach, dass ein Feind aus dem Norden Juda und Jerusalem zerstören wird (4,6; 6,1; 10,22; 13,30; 25;9). Jeremia sah das Eindringen Nebukadnezars voraus (5,14-17; 6,1-9; 21-7). Den Grund für das Gericht schilderte Jeremia natürlich auch: Es war der Bundesbruch Israels: Israel hat den Herrn und seinen Bund verlassen (1,16; 2,17; 5,7): Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.( Jer 2,13). Die Abweichung Judas wird mit Hurerei verglichen (2,20; 3,1-3; 13,27). Anstatt am Herrn zu hängen, lebte man hemmungslosen Götzendienst aus (13,1-13).

Jeremia, ergriffen von der Ehre Gottes, wagt es nicht, irgendwo eine Botschaft „light“ zu verkündigen und redet durchweg Klartext. Auf den Bruch folgt das Gericht. Diese Botschaft stieß natürlich auf ordentlich Widerstand! Ein kurzer Überblick:

Jeremia im Konflikt mit dem Adel

Die Könige Judas  erwartete ein Gericht Gottes, denn sie beuteten und unterdrückten die Armen im Volk (Was nur möglich war, weil man auf die Umsetzung der Gebote, wie des Jubeljahres oder ein fixes Erbrecht verzichtete). (21,12;22,2-3). Arme die zusehr aufmuckten wurden sogar getötet (22,13-18). König Jojakim als Hauptverantwortlicher für die Missstände, hat eine schnelle Lösung für die Kritik Jeremias: Die Blätter landen Stück für Stück im Kamin (Kap. 36). König Zedekia wiederum entließ zunächst hebräische Sklaven um sie kurz danach wieder gefangen zu nehmen (34,8-16). Für Jeremia hat er nur Schläge und Arrest übrig (37,12-16; 37,17-21). Schließlich landet Jeremia in einem Wasserloch (38,1-6). Nur eine wundersame Vorsehung verhindert seinen qualvollen Tod.

Jeremia im Konflikt mit den Propheten.

Die Propheten  weissagten nach den Methoden Baals (2,8; 23,13) und lebten ein gottloses Leben (23,11). Hurerei und Lügen waren an der Tagesordnung (23,14). Sie beschwichtigten und unterstützen die Könige in ihren täglichen Abweichungen (6,13, 8,10), waren sie ja gierig nach finanzieller Unterstützung. Jeremia war hier mehr als ein Dorn im Auge. Pashur und Hananija waren zwei der Propheten, die aktiv Widerstand gegen die Botschaft Jeremias leisteten: Hanania greift hierbei auch auf eine spektakuläre Show zurück (Kap. 28).

Jeremia im Konflikt mit dem Priestertum.

Jeremia, selbst Priester wird vom Priester Pashur inhaftiert (20,1-6) Jeremia, selber  aus einem Priestergeschlecht erlebt hier Widerstand aus dem engsten Familien- und Freundeskreis. Den Priestern wird ebenfalls häufig das Gericht verkündigt (1,18; 2,26; 4,9; 8,1; 13,13; 23,33-34; 32,32;34,19), denn statt für die Ihnen anvertrauten Schafe zu sorgen (23,1-4) raubten sie diese aus und missbrauchten sie.

Ein notorischer Dauernörgler?

es stellt sich die Frage, ob Jeremia einfach nur ein Schwerenöter und missmutiger, gar rachsüchtiger Pessimist war?. Hier stellen wir aber fest, dass Jeremia immer wieder such durch größte Zweifel dazu durchkämpft die Worte Gottes zu verkündigen (Jer. 1,9 vor allem 20,8-9). Er selbst leidet mit dem Volk Gottes das Gericht mit, dass er nicht verursacht hat (4,19; 8,18; 9,1; 13,17).  Er ist wie ein harmloses Lamm und dennoch versammelt sich die Menge gegen ihn (11,19). Obwohl er weiß, dass das Volk keine Buße tun wird, ruft er sie permanent und beharrlich dazu auf. Spätestens in den Klageliedern wird seine Liebe für sein Volk deutlich

Lessons learned!

Diese Lektionen nehme ich mit:

  • Schockiert bin ich von vielen Parallelen zu unserer Zeit. Der Mensch ist heute der selbe wie vor 2600 Jahren. Immer wenn mir Menschen mit „alles ist doch so toll“ daherkommen, greife ich gerne zu Jeremia.
  • Bestimmte Botschaften lassen sich nicht „unanstößig“ und ohne Widerstand an den Mann bringen.
  • Gerade für diese Botschaften gibt es oft eine Verpflichtung die höher ist als gegenüber der Rücksicht auf den Nächsten: Die Ehrfurcht vor Gott
  • Treue gegenüber dem Wort Gottes führt oft auch Widerstand aus dem Familien- und Freundeskreis.
  • Eine Verkündigung des Gerichts und der Buße führt oft zu einem Mitleben mitten im Gericht und tiefem Leiden.
  • Während die Worte all der Zeitgenossen Jeremias, die sich wunderbar anpassten spätesten bei der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar wie blanker Hohn klangen, stellte das ganze Volk fest, das Jeremia recht hatte: Seine Botschaft bleibt auch bis heute

Christus im AT(2): Der Bruch und die Heilung

Wie angekündigt behandelt diese Fortsetzung Genesis 3,15 als Hebelpunkt für die Christologie des AT. Viele Impulse habe ich von Eduard Böhl, Christologie des Alten Testaments übernommen, der Gen. 3,15 besonders viel Zeit widmet (über 10 Seiten). Er selbst schreibt über diesen Vers, der auch das Protevangelium genannt wird:

Als ein erster leuchtender Stern tritt uns das Protevangelium Gen. 3,15 entgegen (S.5)

Über eine Christologie, die das Protevangelium übersieht stellt er fest:

Der Hauptmangel ist, dass ihm ein fester Anfangspunkt, das Protevangelium, fehlt. (S.25)

(Bildrechte: gemeinfrei)

Die Verkündigung des Evangeliums als SElbstoffenbarung Gottes

Adam versagt! Er versagt kläglich. Trotz bester Umgebungsbedingungen, paradiesischer Zustände fällt er tief. Dabei war sein Aufgabengebiet überschaubar: Den Garten bauen und bewahren (Gen. 2,15). Es gab nur ein Verbot: Finger weg vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen! Doch kaum kommt der erste Feind Gottes an die Pforte Edens, wird er reingelassen und der Mensch zeigt sich nur allzu willig zu kooperieren. Welch tiefer Fall: Der Mensch stellt sich auf die Seite des Feindes Gottes. Verführt durch den irren Wunsch, selber zu werden wie Gott!

Nun, als Gott erscheint um Gericht zu üben, stehen die Chancen unfassbar schlecht für Adam. Auf den Bundesbruch folgt der Bundesfluch: Der ewige Tod. Eine ewige Trennung von der Gemeinschaft mit Gott, die Adam umso schmerzhafter erfahren haben dürfte.

Doch nun erweist sich Gott als überragend gnädig. Mir ist beim Lesen der ersten Kapitel der Bibel wieder aufgefallen, dass Gott drei Reden hat. Zunächst in der Schöpfung, später indem er Adam seine Aufgaben mitteilt, und nun als Richter. Doch welch Richter redet so gütig? Die Todesstrafe scheint verschoben, und selbst das härteste Gericht stellt uns einen liebenden Gott dar: Gott verhindert nämlich, dass der Mensch mit Satan gemeinsame Sache machen kann, und weil Adam selbst unfähig ist mit Satan zu brechen, sagt Gott: ICH WILL FEINDSCHAFT MACHEN (ob es nun der Schlange oder dem Menschen gefällt oder nicht). Ich finde das eine über raus faszinierende Begebenheit wenn Gott aktiv die satanischen Mächte auf der Erde in Grenzen hält.

Der Mensch als Passiver Empfänger der Gnade

Böhl schreibt (S.30):

Das evangelische Wort (Gen. 3,14.15) redet nicht direkt zum Menschen, weil offenbar von den gefallenen Menschen kein Wollen und kein Vollbringen des Guten ferner zu erwarten war. Von den Menschen abgewendet, verkündet Gott seinen Ratschluss, der die Errettung bezweckte, und zwar redet er mit der Schlange. Der Mensch soll das rettende Wort hören zu seinem Trost, aber zur Mitwirkung ist er nicht berufen. Der Wortlaut des Evangeliums enthält zunächst eine Kriegserklärung für die Schlange auf Leben und Tod. Für den Menschen aber liegt eine Gerechterklärung darin, sofern er glaubt diesem durch Gottes Gerechtigkeit normierten Wort.

Aus Gnaden Gottes wird eine Verheißung verkündigt, der Mensch bekommt keine zweite Chance. Etwas ausführlicher habe ich diesen Gedanken in diesem Artikel verfolgt und verzichte an dieser Stelle auf weitere Ausführungen.

Was konnten Adam und Eva über die Erlösung wissen?

Offensichtlich entwickelt sich die Offenbarung des Heilsplans wie ein Krimi (man verzeihe den profanen Vergleich): Adam und Eva wissen bereits etwas, und es ist vollständig im Einklang mit dem Plan Gottes, aber doch wissen sie nicht so viel wie ein Mensch, der heute die Bibel aufschlagen kann, und die Geschichte vom Ende zurück zum Anfang zurückverfolgen kann.

Dennoch bekommen unsere Väter dennoch beeindruckend viele Informationen:

  • Ein Nachkomme der Frau: Natürlicherweise würde man den Samen des Mannes erwarten, doch wird hier das schwächere Geschlecht mit einem Vorrecht versehen(Auch wenn sich die Feministen über das schwächere Geschlecht ärgern mögen, wird dies zumindest im geschichtlichen Kontext vorausgesetzt) . Heute weiß die Christenheit, dass sich das auf eine besondere Weise erfüllte, durch die Jungfrauengeburt Marias. Irgendwo schwingt hier auch das Übermenschliche des Erlösers mit. Der Wohl auch Mensch ist, aber auch göttlicher Art. Wunderbar bestätigte es sich dann in Jesus Christus
  • Er wird die Schlange besiegen: Sprich er wird die Schlange besiegen. Zunächst einmal spricht es darüber, dass die Adamitische Mission doch noch erfüllt wird. Unter deutlich verschärften Bedingungen besteht Christus zunächst die Versuchungen Satans um ihm dann den Todesstoß zu verpassen. Hat man das vor Augen, wundert man sich nicht mehr, wenn Paulus in Christus mehrfach eine Parallele zu Adam zieht (Röm 5,11-21 oder 1 Kor. 15,45-47):

1. Korinther 15,45–47 : Wie es geschrieben steht: der erste Mensch, Adam, „ward zu einer lebendigen Seele“, und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der HERR vom Himmel.

  • Der Sieg wird teuer erkauft: Die Schlange wird sich nicht kampflos erheben, sondern alle Ressourcen in den Kampf werfen. Ja sie wird ihn in die Ferse stechen und wenn einen eine Schlange beißt, hat man eine tödliche Wunde zu erwarten. Genau das, was Christus widerfuhr. Spannend finde ich an dieser Stelle, dass auch das Motiv der Schlange weiter entwickelt. Petrus warnt die Gemeinde vor dem brüllenden Löwen, und in der Offenbarung finden wir plötzlich, wie aus der alten Schlange ein Drache, also ein weit mächtigeres Wesen geworden ist (1 Pet. 5,8; Offb. 12,9;20,2). Christus besiegt einen Satan, der deutlich mächtiger auftritt, als gegenüber Adam.
  • Was das Haupt trifft, trifft die Glieder: So wie wir alle in Adam gesündigt haben und das Todesurteil empfangen haben (1 Kor 15,22 UND Hos 6,7), so werden auch die, die Teil der Verheißungen in Christus sind, in den Kampf mit der Schlange hineingezogen. Die Feindschaft betrifft nicht nur den Fürsten, sondern seine Nachfolger. An dieser Stelle haben wir einen christologischen Anknüpfungspunkt für viele Begebenheiten des AT: Wenn Ismael dem Samen der Verheißung Isaak im Weg steht, wenn Pharao die Kinder der Israeliten töten lässt,wenn die Philister Israel bedrängen und Richter sie befreien, wenn Saul David verfolgt, dann wiederholt sich das immer selbe Motiv des „geistlichen Krieges“ zwischen Schlangenbrut und Samen der Verheißung. Lukas kann nicht umsonst rückblickend die Abstammungslinie Christi bis auf Adam zurückverfolgen (Luk 3,23ff)

Leben im Glauben

In der Vorbereitung auf diesen Beitrag bin ich darauf gestoßen, wie zentral die besprochene Stelle für die Reformatoren war. In meiner Lutherbibel finden sich zu kaum einem anderen Vers soviele Parallelstellen. Ausgehend von der Verheißung gingen Luther, Melanchton und Co. davon aus, dass Adam und Eva nun gläubig, und im Glauben lebten. Diese Argumente sprechen dafür:

  • Das Urteil Gottes ändert sich: Gott urteilt, dass der Mensch nun einer von uns geworden ist, wurde von den Reformatoren mit einer Erfüllung des Heiligen Geistes gleichgestellt, nicht mit der Kontaminierung mit der „verbotenen Frucht“.
  • Adams Urteil über Eva ändert sich: Aus „die Frau die mir gegeben hast“, wird „die Mutter aller, die da leben“. Böhl führt hierzu aus (S. 39): Solches ist ein testimonium fidei Adami, wie Melanchthon sagt zu dieser Stelle. Die Mitteilung einer trivialen naturhistorischen Erkenntnis konnte nur völlig Ratlosen in den Sinn kommen
  • Schließlich aber erwartet Eva nichts sehnsüchtiger als die Verheißung, ansonsten lässt sich ihr Verhalten bei der Geburt Kains kaum erklären, als sie ausruft: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem Herrn. (1 Mo. 4,1)
  • Später lässt sich vermuten, dass sich Adam mit Sem und Henoch zu denen gesellte, die den Herrn anriefen (1. Mo. 4,25-26)

Vor allem die letzten beiden Argumente haben mich überzeugt und lassen den Schluss zu, dass Gemeinde, also die Versammlung all derer, die den Herrn anrufen, bereits kurz nach dem Fall entstand, durch eine Verheißung lebte und auch heute durch die Erfüllung der Verheißung zur neuen Kraft gelangt.


Als Fazit können wir festhalten:

  • Sofort nach der Niederlage Adams ist Gott da und verkündigt eine unerwartete Verheißung
  • Der Mensch stellt sich lieber auf die Seite der Schlange, doch Gott garantiert „Feindschaft“
  • Auch als die ganze Menschheit bis auf die Familie Noahs ausgerottet wird, bleibt Gott seiner Verheißung treu.
  • Wenn Jesus Christus als das Wort Gottes bezeichnet wird, können wir erahnen, welche Zuverlässigkeit hinter seinen Heilszusagen steht. Über Jahrtausende hindurch entwickelt Gott gegen allen Widerstand seinen Plan

In dem Nächsten Beitrag dieser Serie betrachten wir, wie sich die Verheißung im Leben der Patriarchen bahn bricht.

Hier geht es zu Teil 1.

Im Schweiße deines Angesichts!

Die heißen Tage der letzten Woche habe ich für einige Überlegungen genutzt:

Schwitzende Sünder

Zunächst ist mir aufgefallen, wie schnell man den überraschend kalten Mai 2019 vergessen hat. Fast bis Mitte Mai bestand in der Nacht Frostgefahr, keine 6 Wochen später prallende Hitze. In beiden Fällen maulten wir arme Sünder immer fort. Erst war das Wetter schlecht und dann blieb es so.

Das Ideal der Werbung

Ich glaube durchaus dass in diesem rum herum maulen ein Stückchen Wahrheit steckt: Die Gefallene Schöpfung wird nie ideal. Wenn der Vertrieb der Genusssucht uns die Palmen der Riviera zeigt, vergisst er den Hundekot am Strand. Sehen wir den neuesten Grill im Geschäft, übersehen wir den ekligen Rauch. Und um die neueste Terrassen-Möbel herum, finden sich in der Reklame keine Mücken. Ob wir deswegen auch empfindlicher und unzufriedener über das Wetter geworden sind?

Sunshine Live

Wie viel wird doch über die Hitze gejammert: Man verliere die Leistungsfähigkeit, sei müde, könne sich nicht konzentrieren, dass keine Klimaanlage im Büro sei, sei ein Unding usw… Doch kaum ist die Urlaubszeit da, fährt man in noch wärmere Gegenden. Ich habe regelmäßig nachgefragt, ob denn die Hitze, nur bei der Arbeit störe, was immer verneint wurde. Doch die Praxis zeigt, dass wir süchtig nach Sonne sind. Oder doch nur süchtig danach, mit den anderen mitzumachen?

Der schwitzende König der Natur?

Nur noch in Bilderbüchern finden sich die Tage, in der die Jahreszeiten den Menschen beherrschten. Fleisch und Fisch verfaulten rapide und musste kompliziert konserviert werden. Obst und Gemüse nur saisonal zu erwerben. Im Sommer drang die Hitze durchs Holz- oder Strohdach im Winter die Kälte durch die Einfach-Verglasung. Dieser Abhängigkeit trotzt die Menschheit nun souverän. Doch ist sie auch zufriedener geworden? Eher ist es so, dass wir Leidensfähigkeit verloren und das Gefühl der Abhängigkeit vergessen haben.

Die Eschatologie der Zwei Grad Celsius

Immer wieder finde ich es belustigend, dass die Menschheit nie ohne Endzeitkonzepte auskommt. Aktuell besonders im Trend: Steigt die Durchschnittstemperatur um mehr als 2°C, erwarten uns Katastrophen unberechenbaren Ausmaßes. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen wie wenig 2°C Unterschied prozentuell betrachtet sind: Da man Temperatur bei thermodynamischen Prozessen immer in Absolutwerten betrachten muss, entspricht die Angabe einer relativen Raumtemperatur von 14°C (Durchschnittstemperatur weltweit) einer absoluten Temperatur von 287,15°K. Ein Anstieg um 2°K entspricht hier gerade mal einer Änderung von 0,7%. Das Wohl oder Übel der Menschheit hängt davon ab, ob sich die Temperatur der Welt um weniger als 1% verändert. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Auf so einem dünnen Seidenfaden hängen wir. Dennoch haben wir die Frechheit uns gemütlich zurückzulehnen, in der irren Annahme, dass wir alle Determinanten um uns herum im Griff haben!

Ich weiß ,was du letzten Sommer Getan Hast!

Wohl wissen wir es, aber wir vergessen so schnell, wie es sich angefühlt hat. Ich war in den ersten warmen Tagen wirklich überrascht, dass ich vergessen habe, wie „heiß“, „heiß“ wirklich ist. Und soll ich was verraten, ich habe bereits wieder vergessen wie kalt sich der Winter angefühlt hat. Nicht umsonst lehrt uns der Prediger:

10 Sprich nicht: Wie kommt’s, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn du fragst das nicht in Weisheit.

Pred.7,10, die Bibel

SCHLIEßLICH : Umkehr

Ich glaube ich konnte oben an einem alltäglichen Beispiel zeigen, wie allzu menschlich wir Menschen sind:

  • Wir bilden uns ein dass wir die Situation im Griff haben, aber unsere Leistungsfähigkeit hängt extrem von einigen Grad Celsius ab.
  • Wir sind gefangen in Determinanten der Umgebung. Einige Prozent mehr oder weniger sind tödlich (nicht nur bei der Temperatur!). Wer hat wohl das System so fein abgestimmt?
  • Der Markt der Eitelkeiten verändert geschickt unsere Ziel, so dass wir gierig wollen, was wir eigentlich nie wollten.
  • Da das Produkt nicht die erwartete Zufriedenheit bringt, bleibt die Unzufriedenheit.

Ehrlich, eine ganz schön hoffnungslose Situation, oder? Der einzige Ausweg geht in Richtung des Kreuzes!

Eine Viertelstunde über Kolosser 1.9-10

Auf unserer Gemeinde-Bibelstunde wurde ich gebeten fünfzehn Minuten über Kol. 1.9-10 nachzudenken:

Der Abschnitt ist natürlich in ein grandioses Gebet von Paulus eingebetet! Wie so oft verknüpft er Lehre, Ethik und Gebet in eine kaum zu entwirrende Einheit. Triumphierend wird die Überlegenheit Christi verkündigt, so wie im ganzen Kolosserbrief. Doch zunächst fiel mir die Wachstumsspirale auf, um die Paulus betet; Eines führe zum Nächsten: Erkenntnis des Willen Gottes –> Würdiges Leben vor dem Herrn –> Frucht bringen in jedem Werk –> Wachsen in der Erkenntnis.

Was bei der Erkenntnis anfängt, führt durch eine veränderte Praxis zu einer neuen Erkenntnis. Für einen Dualismus zwischen Theorie und Praxis bleibt da kein Raum. Auch bleibt wenig Platz für eine Mystifizierung des Bekerungserlebnisses als Ziel für Heiligung.

Im zweiten Teil der Predigt konzentriere ich mich darauf, was diese Wachstumsspirale unterbrechen kann. Ich denke, wenn das Wort Gottes nicht erst ins Herz dringt, und so Erkenntnis unterbunden wird, dann gibt es im Leben des Menschen auch nichts, was Frucht bringen kann. Neben Eisegese, Gleichgültigkeit gibt es weiteres Fehlverhalten gegenüber dem Wort Gottes: Man fixiert sich auf einige vertraute Autoritäten, liest den Text für den Anderen etc… Echte Erkenntnis Gottes bleibt da fern. Insgesamt war ich so angetan von dem Text, dass ich die vorgegeben 15 Minuten leicht überzogen habe:

A Preacher Man in New York

(c) Faithlife Logos

Heute möchte ich auf 7 Predigten von Timothy Keller aufmerksam machen. Immer wieder werde ich wirklich ergriffen und bewegt von seinen Predigten. Im Stil erinnert er mich oft an Wilhelm Busch: eine sehr enge Verknüpfung von Christlichen Dogmen mit der Verkündigung des Evangeliums. Dabei sticht Keller aber grundsätzlich durch eine präzise Textarbeit heraus. Keller konfrontiert den Skeptiker aus New York mit den der Botschaft vom Kreuz und zeigt wie es in das ganze Leben hineingreift

1 The Gospel in a Pluralistic Society

Während Religion höchstens noch als ein Gut für die Privatsphäre geduldet wird, konfrontiert das Christentum den Postmodernen Menschen mit seiner Exklusivität. Ist es dabei nur eine Religion von vielen? Nein, denn nur Christus beanspruchte von sich Gottgleichheit! Die Einzigartigkeit des Christentums sollte für jeden Skeptiker Motivation genug sein, sich mit dem Christentum auseinanderzusetzen. –>hier

2 Love and Lust

Christus warnt uns in der Bergpredigt eine Frau mit Begierde anzusehen. Nun, definieren wir unser Leben als unvollständig, wenn uns Sex fehlt, verdrängen wir Gott von einem nur Ihm zustehenden Platz. Zudem verliert, die Sexualität ihren „bündniserneuernden Charakter“ und verkommt vor allem in außerehelichen Beziehungen zu „Marketing“. –>hier

3 Everyone with A Gift

Nach 11 Kapiteln intensiver Doktrin der Rechtfertigung geht Paulus in Kapitel zwölf mit einem einfachen „Darum“ an die Umsetzung. Der gerechtfertigte Chrsit lebt mit einem lebendigen Opfer. Was ja wohl ein Paradox ist, denn wie kann ein Opfer noch leben. Offensichtlich hat ein noch lebendes Opfertier den entscheidenden Nachteil, dass es permanent vom Altar abhauen möchte. Hier ist täglich neue Hingabe nötig. Wie will man sonst seinem Nächsten dienen, wenn die Motive nicht erneuert werden? –>hier

4 A Tale of Two Cities

Gott ruft Kain permanent zur Buße, doch genau das will Ihm gar nicht schmecken. Er läuft lieber von Gott weg, und baut Städte. Ist das nicht der perfekte Nährboden für ein antichristliches System? In dieser Predigt entwickelt Keller sein Verständnis vom Dienst einer Gemeinde in einer Großstadt. –>hier

5 Meditation

Was hat der erste Psalm für heute zu bieten. Dabei trägt er dick auf. Der an den Geboten Gottes (= Schrift vollständig autoritativ) festhält wird so fest wie ein Baum. Dabei dürfte kaum ein Baum über Nacht tiefe Wurzeln kriegen. –>hier

6 David and Bathseba

Wenn schon die Helden des Christentums zu Mördern und Ehebrechern wurden, wie sieht dann wohl der Rest aus? Offensichtlich ist unser Zustand schlimmer, als uns bewusst ist, und nur die Vorsehung Gottes bewahrt uns vor dem Abgrund. –>hier

7 Abraham and The Torch

Nun meine Liebste Predigt: Gott schließt mit Abraham einen Bund. Doch wer trägt den Bundesfluch? Gott. Und der Bund wurde ja gebrochen, ja vielfach, bewusst und mutwillig. Gleichgültig und arrogant. Doch Gott bleibt seinem Worte treu und so nahm Christus den Fluch auf sich, damit uns die Bundessegnungen uns zuteil wurden. Eine biblisch-theologische Verteidigung der Bundestheologie und ihrer Bedeutung für die sehr praktische Frage: Wie kann ich wissen, dass ich aushalten werde!–>hier

NImm Keller aus der Quarantäne!

Ich meine es ist nicht so schwer im Web zahlreiche Kritik zu Keller zu finden. Offensichtlich macht es Keller vielen zu schwer. Einem Großteil zu „biblisch“ und „streng“ riecht er für die konservativen Evangelikalen zu sehr nach einem modernen Pastor. Das ermutigt mich für ein kleines Plädoyer: Als ich mich vor gar nicht so langer Zeit dabei erwischte, wie ich mich mit halb ausgegarten Argumenten und Antworten für ein christliches Leben zufriedenstellte, befielen mich tiefe Zweifel. Keller nimmt Skeptiker ernst, und er führt immer wieder dahin, dass das Christentum sehr wohl Antworten liefert, die Hand und Fuß haben.

Weiteres

Ca. 10% seiner Predigten gibt es umsonst zum Download. Bei mehreren tausend veröffentlichten Predigten ist das bereits eine ganze Menge. Ich empfehle auch den iTunes Kanal. Schließlich ist Keller aber auch ein begabter Autor. Eine gute Einführung in sein umfangreiches Werk findet sich hier.

Übrigens: Keller sprach 2017 bei google und 2018 vor Mitgliedern des britischen Parlaments.

Meine protestantischen Vorhersagen zur Oscarverleihung

Ein Artikel von Carl R. Trueman: Die „Oscarverleihung“ (Academy Award) schaue ich nie an. Wenn ich vier Stunden meines Lebens damit verschwenden möchte, abwechselnd bevormundet oder daran erinnert zu werden, was für ein erbärmlicher Misserfolg Ich gemäß der Kriterien bin, an denen die heutige Gesellschaft festhält, kann ich jederzeit „The New Yorker“ lesen. Dennoch bin ich ausreichend über die Vorgänge bei den Oscars vertraut, so wage ich ein paar Vorhersagen:

Als Erstes sage ich voraus, dass die üblichen Verdächtigen dort sein werden, um ihre Tugenden zu verkündigen und heldenhafte Positionen gegen die Bosheit einzunehmen, obwohl #MeToo das eher traditionellere #JusticeForRoman ersetzt haben wird.

Als Zweites sage ich voraus, dass die Dankesreden voll von der Art tiefer politischer und philosophischer Analyse sein werden, die zu einer Selbstverständlichkeit für all jene geworden sind, die mit der besonderen Fähigkeit ausgestattet sind, sich einige Zeilen zu merken und vor einer Kamera vorzugeben, jemand anderes zu sein. Nur habe ich den schleichenden Verdacht dass ich völlig zufällig an irgendeine Tür in meiner Nachbarschaft klopfen könnte und einen tiefgründigeren Kommentar zu aktuellen Ereignissen hören würde, als je von einem Bewohner von Tinseltown. Doch nur wenige meiner Nachbarn sind fotogen, somit haben sie auch nichts von echtem Wert für unsere politischen Kultur beizutragen.

Das bringt mich zu meiner dritten Vorhersage: Wir werden erneut erleben, wie Ästhetik über Ethik triumphieren wird, oder vielmehr wie Ästhetik mit Ethik identifiziert wird, als die Vorgabe der Westlichen Gesellschaft für heute.

Denk dir nur: Der rote Teppich wird uns mit einer Parade wunderschöner Menschen versorgen. Das ist eine der Perspektiven. Hier ist die Andere: Es wird uns mit einem endlosen Strom an Menschen überfluten, die ihre Partner betrogen, Freunde verraten, Eheversprechen gebrochen, Familien zerstört und Abtreibungen durchgeführt haben. Die entlarvten Sexualstraftäter dürften dieses Jahr weniger auffällig sein. Aber ansonsten wird der übliche Karneval der Korruption in voller Länge gezeigt. Und er wird aufgrund seiner körperlichen Schönheit attraktiv sein.

Für bereits viele Generationen Amerikas darf Schönheit eine Vielzahl an Sünden zudecken. Oder vielleicht ist es präziser zu sagen, dass Schönheit eine Menge von Sünden in einen erstrebenswerten Lebensstil verwandelt hat. Natürlich haben die meisten Zuschauer der „Oscars“ eine genauso hohe Chance diesen Lebensstil zu erreichen wie die New Jersey Lotterie zu gewinnen. Freizügigkeit kann von den Reichen und Berühmten mit relativer Straffreiheit begangen werden, aber für den Armen ist sie äußerst destruktiv. Wenn, wie Dr. Johnson sagt, Lotterien die Steuern der Leichtgläubigen sind, dann verkauft Hollywood einen Lebensstil, dessen Hypothek von den Schwächsten bezahlt wird.

Hier gehe ich davon aus, dass wir in einem Bereich sind, in dem die „Oscars“ den Christen tatsächlich helfen können: Das Thema der Schönheit. In unserer äußerst sexualisierten Welt, wird Schönheit mit körperlicher Attraktivität identifiziert. Bedenkt man die Rolle, die Sex in einer Welt spielt, in der die sofortige Befriedigung zunehmend als Ziel menschlicher Existenz bewertet wird, wird die Verbindung, ja sogar Identifikation von Ästhetik und Ethik stärker zunehmen.

Doch Christen sollen dieses Spiel nicht mitspielen. Ein alternativer Ansatz wäre die Betonung von Ethik als unterschiedlich von Ästhetik. Ein Anderer Ansatz,  der anerkennt, dass die Menschen „poetische Tiere“ sind (nach William Hazlitt),  und dass wir zutiefst von Schönheit und Form angezogen werden,  besteht darin, in Christlichen Kreisen ein Verständnis wahrer Schönheit  zu fördern.

Es wird oft gesagt, dass der Katholizismus hier dem Protestantismus überlegen sei. Aber der Protestantismus verfügt über Schönheitsideale, die den Kern der Hollywood-Ethik treffen und in den Treiben des gewöhnlichen Lebens zu finden sind.

In Luthers Ablehnung der Grenzen zwischen den „Heiligen“ und den „Weltlichen“ haben wir den konzeptionellen Rahmen, um das Schöne im Alltäglichen zu sehen. Dieses Konzept wird von einigen katholischen Philosophen als Ursache der Säkularisierung verschrien, doch ich widerspreche.  Es sagt aus, dass eine einfache Freundschaft schön sein kann, eine alltägliche Hausarbeit schön sein kann, ein angenehmes Essen mit Freunden schön sein kann. Und in Luthers Betonung eines paulinischen Verständnisses des Kreuzes im 1. Korintherbrief als Widerspruch zur weltlichen Ästhetik haben wir die theologische Grundlage, Schönheit in und durch das zu sehen, was die Welt als schwach und widerwärtig bezeichnet.

Vergleiche zum Beispiel den Anblick einiger Hollywood Pärchen auf dem roten Teppich mit dem Anblick eines alten Ehemannes, der sich nach fünfzig Jahren Ehe um seine Frau kümmert, die von Alzheimer tödlich befallen ist. Natürlich ist das zweite Bild schöner; und doch muss dieser Standpunkt in einer Welt, die durch das Ziel persönlicher Befriedigung dominiert wird, rigoros verteidigt werden.

Wir sollten es nicht zulassen, dass das, was moralisch abscheulich ist, die Sprache der Schönheit beherrscht. In einer Welt, in der Geschmack die Wahrheit ist, ist es die Aufgabe der Kirche, Geschmack zu pflegen.

Christen müssen die Schönheit des Lebens in der Übereinstimmung mit dem Evangelium sehen und wir müssen wieder die Sprache der Schönheit verwenden und immer wieder betonen. Wir sollten es nicht zulassen, dass das, was moralisch abscheulich ist, die Sprache der Schönheit beherrscht. In einer Welt, in der Geschmack die Wahrheit ist, ist es die Aufgabe der Kirche, Geschmack zu pflegen. Und das beginnt mit dem Verständnis, dass das Kreuz, so dumm und beleidigend wie es für die Bewohner dieser Welt ist, für uns die Grundlage der Schönheit darstellt.

Es ist eine Botschaft, die bei den Teilnehmern der „Oscars“  leicht abprallen wird, so viel ist sicher. Und für viele im Publikum ist es Torheit. Eine Welt blanker Immanenz wird sich immer auf eine immanente Vorstellung von Schönheit konzentrieren. doch #MeToo macht deutlich, dass die Welt der sexuellen Schönheit seine eigene innere Hässlichkeit hat. Und wir sollten daran danken, dass Schwachheit, Leiden und Tot das Los aller Menschen sind. Für die Welt, sind solche Dinge nichts weiteres als Hässlichkeit und Niederlage. Für den Christen, liegt unter der äußeren Hässlichkeit die Schönheit des Evangeliums, denn das Kreuz bringt Leben und der Tod führt zur Auferstehung.


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Carl R. Trueman unterrichtete lange Zeit Kirchengeschichte am Westminster Theological Seminary und unterrichtet seit 2018 am Grove City College. Der hier veröffentlichte Artikel erschien zuerst am 27. 02. 2018 auf firstthings unter dem Titel: „My Protestant Oscar Predictions“Die Hervorhebungen wurden aber von mir vorgenommen.

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors und firstthings.