Bereits jetzt, aber noch nicht!

Thomas Schreiner und Ardel Caneday  haben ein sehr wichtiges Werk verfasst, dass nun seit einiger Zeit auch im deutschsprachigen Raum erhältlich ist. Eine allgemeine Rezension wird noch auf nimm-lies erfolgen, an dieser Stelle möchte ich einen sehr hochwertigen Gedanken im Buch ausführlicher darstellen, das ist das Konzept des „Bereits Jetzt, aber noch nicht. Schreiner und Canaday kündigen ihre Absicht an:

„wir werden nachweisen, dass die Bibel das Heil mit vielen verschiedenen Metaphern so schildert: Es ist etwas, das schon jetzt wirklich unser Eigentum ist, weil wir als Erben einen Rechtsanspruch darauf haben, aber wir haben dieses Erbe noch nicht empfangen.“ (S. 45)

Die Beispiele, die die Autoren aufzählen, zeigen eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema:

  1. Errettung:  Schon jetzt: „Z.B. bezeichnet Epheser 2,5+8 unsere Errettung klar als etwas bereits Vollbrachtes. (…) „Aus Gnaden Seid ihr errettet (…)“ Die Worte ihr seid errettet zeigen, dass die Gläubigen schon jetzt das Heil haben.“ (S. 51) Aber noch nicht: „Obwohl das Neue Testament die Errettung manchmal als gegenwärtigen Besitz der Gläubigen beschreibt, wird sie gewöhnlich als zukünftiges Ereignis gesehen. Z.B. sagt Jesus: „(…)wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden“ (Mt 10,22)“ (S. 52)
  2. Reich Gottes: „Ist das Reich Gottes bereits gekommen, oder müssen wir noch darauf warten? Die Bibel antwortet darauf nicht mit einem klaren Ja oder Nein. Das Reich Gottes ist schon gekommen, doch zugleich warten wir noch darauf. Das Reich Gottes hat bereits begonnen, aber es ist noch nicht vollendet.“ (S.56). Die Autoren führen dann Stellen wie Mt 6,10; Lk 11,2; Mt 8,1;; Lk 22,30; Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,16; Lk 19,11; Lk 21,31; auf
  3. Erlösung:Gläubige haben jetzt die Erstlingsgabe des Geistes, aber sie sehnen sich nach etwas Größerem: ihre künftige Annahme als Söhne Gottes, die als „Erlösung unseres Leibes“ (Vgl. Röm 8,23) bezeichnet wird. Unsere Erlösung wird so lange unvollständig sein, bis wir am Jüngsten Tag den Auferstehungsleib empfangen.“ (S. 61)
  4. Erneuerung: „Wir sahen bereits, dass das Wort Erneuerung wie auch das Wort Wiedergeburt den dramatischen Wandel beschreibt, der sich in den Gläubigen ereignet hat (Tit 3,5). Wir sahen ebenfalls, dass die Gläubigen als neue Menschen erschaffen wurden (Eph 4,24). Der „Alte Mensch“ beschreibt, was wir in Adam waren, doch dieser alte Mensch wurde mit Christus gekreuzigt (Röm 6,6) Allerdings gibt es auch den Aspekt des „Schon jetzt, aber noch nicht“, wenn das Neue Testament von der Erneuerung spricht. Der alte Mensch ist mit Christus gestorben; die Gläubigen haben den neuen Menschen angezogen (Kol 3,10) und den „alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen“ (Kol 3,9). Nichtsdestoweniger müssen die Gläubigen auch weiterhin den alten Menschen ablegen und den neuen Menschen anziehen (Eph 4,22.24). Es gibt ein fortlaufendes Werk der Verwandlung im Leben der Gläubigen.“ (S. 64)
  5. Auferstehung: „Wenn die Verfasser des Neuen Testaments von der Auferstehung sprechen, betonen sie das „Noch nicht“.(…) Allerdings müssen wir auch erkennen, dass die Auferstehung der Toten, die ein Endzeitphänomen ist (Dan 12,1-3), bereits in das gegenwärtige böse Zeitalter eingedrungen ist, denn Jesus Christus wurde von den Toten auferweckt (Mt. 28, Mk 16 (…)). Seine Auferstehung ist die Erstlingsfrucht, welche die Auferstehung der Gläubigen am Ende der Weltgeschichte garantiert (1 Kor 15,50-58).“ (S. 66)
  6. Ewiges Leben: „Die Autoren führen viele Verse an, die das ewige Leben als zukünftige Geben besprechen, z.b. 1 Tim 6,15; Gal 6,8; Röm 6,23; Röm 2,5-7; Lk 18,18; Mk 10,17; 1 Kor 10,11. „Die o.g. Texte zeigen, dass das ewige Leben eine Gabe des kommenden Zeitalters ist. Der Apostel Johannes hingegen bekräftigt regelmäßig, dass die Gläubigen das ewige Leben schon jetzt besitzen. Er sagt: „Wer an den  Sohn glaubt, hat ewiges Leben“ (Joh 3,36)“ (S.69)
  7. Adoption: „Das Neue Testament sagt -wenn auch nicht oft -, dass die Gläubigen adoptiert wurden, also als Kinder angenommen (Röm 8,15.23; Gl 4,5; Eph 1,5)(…) Paulus siedelt unsere Adoption jedoch auch in der Zukunft an. Er sagt: Auch wir, „die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes“ Röm 8,23).“ (S.71)
  8. Kinder Gottes: Die Gläubigen sind Gottes „geliebte Kinder“ (Eph  5,1), „Kinder des Lichts“ (Eph 5,8) und „Söhne des Lichts“ (1 Thes 5,8) (…) Bei Matthäus lesen wir von einem zukünftigen Aspekt, Söhne Gottes zu sein: „Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen“ (Mt. 5,9)“ (S.72f.)
  9. Erben: „Wir sind schon jetzt Erben und Gottes Kinder, aber wir haben das verheißene Erbe noch nicht empfangen.“ (S. 73)
  10. Versöhnung: „Richtet das Wort „Erbe“ den Blick auf das „Noch nicht“, so rückt „Versöhnung“ das „Schon jetzt“ in den Mittelpunkt“ (S. 74)
  11. Heiligung: „Ermahnungen zur Heiligung wären überflüssig, wenn die Gläubigen schon vollkommen heilig wären. Im Himmel werden wir nicht nötig haben, zu einem heiligen Lebenswandel ermahnt zu werden“ (S. 76)
  12. Sündenvergebung: „Natürlich heißt das nicht, dass Gläubige krampfhaft versuchen müssen, sich an jede Sünde zu erinnern (…); vielmehr müssen wir Gott um Vergebung für die Sünden bitten, an die wir uns erinnern. Sich stur zu weigern, solche Sünden zuzugeben, ist tödlich. Was sollen wir zu dem Einwand sagen, dass unsere Sünden doch schon vergeben seien? Hier hilft uns die dynamische neutestamentliche Denkweise des „Schon jetzt, aber noch nicht“. Ja, uns ist bereits vergeben. Aber wir sind noch nicht im himmlichen Jerusalem angekommen! Wir können die Zusage, dass uns schon jetzt vergeben ist, nicht dafür missbrauchen, dass wir es nicht nötig hätten zu bekennen, wenn wir sündigen. Uns ist bereits vergeben, aber wir müssen unsere Sünden immer wieder bekennen, damit uns vergeben wird.“ (S. 80)
  13. Gerechtigkeit: „Paulus sagt ausdrücklich: „Wir sind jetzt durch sein Blut gerechtfertigt“ (Röm 5,9; vgl. 5,1).  (…) Manche Texte zeigen, dass Gerechtigkeit eine künftige Gabe ist, die Gläubige noch nicht haben: „Wir nämlich erwarten durch den Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit“ (Gal 5,5). Gerechtigkeit ist hier etwas Zukünftiges, weil wir sie erwarten und sie Inhalt unserer Hoffnung ist. (S. 82 f.)

Das Buch gibt es nahezu geschenkt bei cbuch.de

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

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