Wer überwindet!

Folgende Zeilen habe ich in „In den Spuren Jesu“ von Georg Steinberger gefunden (S. 221f):

Eine dreifache Bedeutung liegt wohl in dem: „Wer überwindet“,das wir am Schluß von jedem der sieben Sendschreiben finden:1. eine Mahnung, 2. eine Ermutigung, 3. eine Verheißung.

1. Eine Mahnung.Mit diesem „wer überwindet“ ist nicht nur gemeint eine Überwindung der Sünde und der Welt im allgemeinen Sinn. Es soll nicht den Gegensatz bezeichnen zu dem früheren Weltleben,denn es richtet sich ja an die Gemeinde des Herrn. Es richtet sich an einzelne in der Gemeinde und will sagen: Wer die Trägheit,Gleichgültigkeit, das Abweichen und Zurückbleiben in den Gemeinden überwindet, wer da, wo andre hängen- und stehengeblieben sind,durchbricht, wer trotz aller Veräußerlichung um sich her in den göttlichen Linien bleibt und dem göttlichen Ziel zueilt, wer nicht wie Orpa umkehrt, wenn sie von Bitterkeit und Entsagung hört, sondern wie Ruth durchbricht und ihr Leben wagt (Ruth 1,6-14). Der erste und engste Kreis, wo wir Überwinder werden sollen, ist nächst der Familie die Gemeinde, der wir angehören und die ja auch nur eine Familie ist im weitern Sinn des Wortes. In Frau und Frau gegen Mann, gab es die erste Niederlage, und hier ist auch der Platz, wo der Überwinder die erste Probe machen muß; hier sollen die Überwinder erzogen und gebildet werden. Manche verlassenden Familienkreis, weil der Übungen hier so viele sind und weil ihnen dieselben so alltäglich und wertlos erscheinen, und treten in den Missionskreis, um dort in den Linien der Überwinder zukämpfen; andre verlassen ihren Gemeindekreis und schließen sich einem andern an, in der Meinung, dort eher ein Überwinder werden zu können. Aber das ist nicht der Weg, auf dem man ein Überwinder wird. Der Herr hat die Treuen nicht aus der Gemeinde weggerufen,sondern sie ermahnt, da ein Überwinder zu werden, wo sie stehen.Erst wenn wir uns in dem engen Kreis der Familie, der Gemeinde ausgewiesen haben als Überwinder, kann uns der Herr in weitere Kreise führen. Mancher will ein „Zeuge“ sein, bevor er ein „Zeugnis“gewesen ist. Die Art und Weise aber, wie Gott Seine Zeugen bereitet,ist: erst ein Zeugnis, dann ein Zeuge.

2. Eine Ermutigung. Gewiß muß dieses Wort noch mehr sagen, als bloß die Hindernisse überwinden, an welchen andre in der Gemeinde hängen geblieben sind; denn diese Aufforderung wird von dem Herrn ja auch an diejenigen Gemeinden gerichtet, für die der Herr keinen Tadel, sondern nur Lob und Ermutigung hat. Hier muß es also heißen:Wer vorwärts schreitet, wer Schritt hält mit dem Geist, wer bis zum Ziel durchdringt. Denn wenn wir auch momentan so stehen würden,daß der Herr nichts an uns zu tadeln hätte, wenn Er auch nicht als der Strafende und Korrigierende vor uns stehen müßte, so steht Er    doch allezeit vor uns als der Winkende, der uns winkt, dem Ziel zuzueilen,Ihm nachzukommen. Denn wir sind ja doch auf keine Linie bis zum letzten Punkt gekommen. Es ist noch nicht erfüllt an uns,was von den Überwindern geschrieben steht (Offb. 12,11): „Sie haben ihn (den Satan) überwunden.“ Der Mensch wurde geschaffen und in das Paradies gesetzt, um ein Überwinder des Satans zu sein, um das Böse, das schon vor dem Menschen auf der Erde war, zu verdrängen.Der Mensch sollte der Rivale des Satans sein. Aber statt dessen ist er unter die Herrschaft des Satans gekommen, bis Christus kam, der uns aus der Obrigkeit der Finsternis und aus der Gewalt Satans befreite und kraft Seines Blutes uns wieder zu Königen und Priestern gemacht hat, die über die Erde herrschen. Denn es muß ein Augenblick kommen, wo die Überwinder kraft des Blutes des Lammes den Satan verdrängen werden aus seinen bis jetzt behaupteten Stellungen.

3. Eine Verheißung. Auch will der Herr durch dieses: „Wer überwindet!“eine neue Disposition schaffen in uns für größere Segnungen.Er sagt: Wer überwindet, dem will ich geben… den will ich machen… den will ich kleiden… den will ich setzen usw. Jedesmaliges Überwinden schafft in uns eine Disposition, bringt uns auf einen Boden, wo wir neue und größere Segnungen empfangen können. Die in gegenwärtigen, geringen Dingen sich ausgewiesen haben als solche,die Geduld und Tragkraft haben, die will Er zur Säule machen in Seines Gottes Haus. Hier geht es nach dem Grundsatz: „Gnade für Gnade“ (Joh. 1,16), d. h. wir empfangen eine Gnade, leben sie aus und bringen sie zurück und empfangen dafür eine weitere und tiefere Gnade. Und so muß es auch sein. Wir können ja nicht Kinder bleiben, sondern sollen Überwinder werden, wie auch die Offenbarung das letzte Buch der Bibel, uns nicht mehr „Kinder“, sondern„Überwinder“ nennt.

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

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