Über den pragmatischen Bildungsbegriff

Durch eine wundersame Führung der Vorsehung Gottes bin ich auf fünfzig Thesen zur Pädagogik aus christlicher Weltsicht  von Hanniel Strebel gestoßen. Diese sind übrigens auch in der Zeitschrift Glaube und Erziehung  (2/2018) erschienen. Seufzen musste ich bei Artikel 30:

Abzulehnen ist der pragmatische Bildungsbegriff. Bildung ist nicht Mittel zum Zweck, etwa um ein sorgenfreies Leben oder ein Leben in Konsum und Luxus zu erreichen.

Endlich sehe ich das schwarz auf weiß! Der Pragmatische Bildungsbegriff ist ein unendlicher Abgrund (bottomless pit), der einen in einen Abgrund von Verzweiflung stürzen kann. Kurz analysiert:

  • Das Kind habe gut zu lernen, damit es später mal gut/einfach/besser hat. Dieser Einwand ist oftmals der Einzige, der überhaupt je genannt wird! –> Bildung wird vom Leben entkoppelt, und später entsprechend auch Arbeit!
    • Was man aber aufgrund eines legeren Schülerlebens gut übersteht, kann für einen Arbeiter ganz schön unerträglich werden! Was, mehr als 40 Jahre jeweils fünf Tage buckeln, um zwei Tage frei zu bekommen? Wer hat hier von gut/einfach/besser geredet? Da wird man irre!
    • Man investiert Unmengen in Musikschulen und weitere ähnliche Einrichtungen, jedoch ebenfalls ausschließlich aus pragmatischen Gründen, z.B. „Wer ein Musikinstrument spielt, lernt besser!“. Zu Beobachten ist der Pragmatismus daran, dass die Eltern dem Kind nie (außer natürlich bei den Schülerkonzerten) beim Musizieren zuhören!
    • Bei Lernerfolgen bleibt jegliche Art von Freude nicht nur aus, sondern ist auch tabu. (denn du hast ja noch nichts erreicht, und der Lohn ist in einem angenehmeren Leben in weiter Ferne). Wie schrecklich sich nicht an den Gaben und der Berufung Gottes freuen zu können!
  • Entsprechend dann die Pragmatische Ausbildungs- und Berufswahl! „Suche dir den Job, der der sicherste ist und die meiste Kohle bringt“ Pragmatische Eltern scheinen hier ungewöhnliche prophetische Fähigkeiten entwickeln zu können! Doch wer trägt die Verantwortung, wenn die ideelen Vorstellungen zerbrechen? Eine Ursache für wachsende Generationenkonflikte (Ich sehe eine dunkle Wolke am Horizont)

Wirklich so böse?

Ja, absolut! Denn, wer pragmatisch von Bildung redet,

  • verliert Freude an guter Arbeit. Man beachte die ganzen „Gleichberechtigungsdebatten“, die immer nur von der Entlohung als Parameter für gute Arbeit reden! Man muss aber kein Hellseher sein um zu erkennen, dass am Geldförderlichsten die Illegalität ist. Fängt mit Schwarzarbeit an, führt am Steuerbetrug vorbei und endet bei den Edelschlitten mit rumänischen Kennzeichen, die vor jedem Villinger Bordell (und es gibt hier wirklich viele) zu beobachten sind. Die Zuhälter wissen schon lange, dass die beste Kohle nicht aus moralischer Tätigkeit folgt
  • kann an schlechten Tagen nicht gut durchhalten. Warum sollte man seinem Chef treu sein? Warum sollte man seine Arbeit gut machen, wenn man dafür doch eh nicht das bekommt, was man eigentlich verdiene. Wer nicht zu Gottes Ehre arbeitet, der arbeitet eigentlich gar nicht!
  • hasst Bildung! Eigentlich würde man es gerne anders haben, aber weil es nun mal nicht anders geht, dass man zu Geld, Gesellschaftlicher Anerkennung und guter Rente kommt, muss man sich durch Physik, Mathe, Religion, Deutsch und Englisch durchquälen, um dann doch endlich den Beruf machen, bei dem man mit der geringsten Leistung am weitesten kommt.  Wäre es der Islam und Joga was man lernen müsste, würde man auch das tun. Eine Gleichmacherei übelster Sorte macht sich breit

Die fünfzig Thesen Hanniels zeigen einen Ausweg aus der pragmatischen Falle: Die Dankbarkeit für die Errettung in Christus und die Freude in seinem Heil und seinen Gaben.

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

3 Kommentare zu „Über den pragmatischen Bildungsbegriff“

  1. Nichts gegen Deinen Glauben. Aber unser heutiger Wahnsinn, auch Bildungswahnsinn, hat doch mit der Bibel begonnen, die der erste Schritt weg, von der Schöpfungs- Wahrheit war.
    Ich befasse mich seit Jahren mit naturrichtigen Lebensformen und kann nur sagen: Zum Niederknien perfekt!
    – Bis der Mensch mit seiner Zivilisation kam! ;-)
    Der Gipfel der Absurdität ist, dass sich sämtliche ‚ungebildete‘ Wesen in der freien Natur ethischer verhalten als wir, mit unseren zahllosen Gesetzen, Religionen, Moral- und Ethik- Werken.
    Liebe Grüße und
    paradise your life! ;-)

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      1. Ich würds nicht un-, sondern Herzens- und/ oder Instinkt-/ Gefühls- gebildet nennen. Das lernt man im Prinzip in jedem Meditationskurs. Aber ja, Verkopfte – wie ehedem auch ich – tun sich anfangs etwas schwer :-)

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