Warum die Taufe mehr als „der zweite Gehorsamsschritt“ ist!

acts 238 [widescreen]Ein Satz, den ich häufig, aber ebenso ungerne höre ist: „Die Bekehrung war der erste Gehorsamsschritt und die Taufe der zweite“.

Zunächst einmal, würde ich gerne mal eine Bibelstelle hören, wie man so eine These begründen möchte. Gibt es (baptistisch gesehen) zwischen der Buße (vllt. noch vor dem Teeny-alter) und der Taufe (im Jugendalter) keinerlei Möglichkeiten zum Gehorsam? Muss man nicht tausende Gehorsamsschritte tun? In der Tat ist es so, denn der Kampf gegen den brüllenden Löwen ist heiß, und mit der geistlichen Waffenrüstung dürfen IHM treue Kinder täglich dutzende Gehorsamsschritte tun.

Was aber ist überhaupt ein Gehorsamsschritt? Meint man damit den Glauben? Dann gilt erst recht, dass Tag für Tag nur das Mittel des Glaubens, des von sich weg (und den Umständen) Schauens und des Schauens auf Christi bleibt, was als ein Gehorsam gelten darf, der Gott gefällt!

Aber lassen wir die These für einen Moment gelten, dass es zwei Schritte seien, die aufeinanderfolgen. So bin ich doch am allermeisten entsetzt darüber, dass gerade wir Baptisten die Taufe oft so billig, als einen einfachen Glaubensschritt verkaufen. Nach dem Motto, Jesus befahl es, also tun wir es. Als hätte sie nicht viel mehr zu bedeuten!

Ohne hier den Artikel in zu große Länge gehen zu lassen, möchte ich auf zwei Bibelstellen verweisen, die deutlich machen, was für ein kostbares Bundeszeichen die Taufe ist:

1. Pe 3,21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi,

Kol 2,12: Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.

Beide Verse machen deutlich, dass die Taufe ein Bundeszeichen ist. Sie drückt aus, dass Gott sich für uns entschieden hat. Die Taufe ist also durchaus ein Gnadenmittel (also ein Mittel, dass uns hilft, Gnade „anzureichern“). Denke ich an die Taufe, wird mir klar, dass mein Leben mit Gott in einem Bund steht? Aber ist es wirklich mein Leben? Nein, es ist vielmehr so, dass es ja eigentlich Christus ist, der in einem Bund mit dem Vater steht! Und ich als ein Glied Christi habe Anteil an den Segnungen des Bundes durch Ihn als mein Haupt. Er nahm ja schließlich den Bundesfluch auf sich, so dass die Bundestreue gewahrt wird. Ja die Taufe ist eine Wunderbare Zusage der Bewahrung, denn wenn ich dem Gesetz und seinem Anspruch tot bin, kann es seine Anklage nicht mehr geltend machen. Wenn mich mein Versagen anklagt, darf ich an die Taufe denken, und erfahren, dass ich mit Christus dem Gesetz gestorben bin.  Da ich aber nicht im Wasser bleibe, sondern wieder aufgerichtet werde, erfahre ich, dass ich durch Christus auferstehe. Was bereits hier anfängt, wird in der Auferstehung vollendet, denn da wird der Geist endgültig über das Fleisch triumphieren. Die Taufe macht also öffentlich für Gemeinde, Welt und unsichtbare  Zuschauer deutlich, dass ich als Christ und Christi Eigentum eine neue Kreatur geworden bin. Ich darf meine Wiedergeburt durch den Geist Gottes bekennen.

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

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