Im Schweiße deines Angesichts!

Die heißen Tage der letzten Woche habe ich für einige Überlegungen genutzt:

Schwitzende Sünder

Zunächst ist mir aufgefallen, wie schnell man den überraschend kalten Mai 2019 vergessen hat. Fast bis Mitte Mai bestand in der Nacht Frostgefahr, keine 6 Wochen später prallende Hitze. In beiden Fällen maulten wir arme Sünder immer fort. Erst war das Wetter schlecht und dann blieb es so.

Das Ideal der Werbung

Ich glaube durchaus dass in diesem rum herum maulen ein Stückchen Wahrheit steckt: Die Gefallene Schöpfung wird nie ideal. Wenn der Vertrieb der Genusssucht uns die Palmen der Riviera zeigt, vergisst er den Hundekot am Strand. Sehen wir den neuesten Grill im Geschäft, übersehen wir den ekligen Rauch. Und um die neueste Terrassen-Möbel herum, finden sich in der Reklame keine Mücken. Ob wir deswegen auch empfindlicher und unzufriedener über das Wetter geworden sind?

Sunshine Live

Wie viel wird doch über die Hitze gejammert: Man verliere die Leistungsfähigkeit, sei müde, könne sich nicht konzentrieren, dass keine Klimaanlage im Büro sei, sei ein Unding usw… Doch kaum ist die Urlaubszeit da, fährt man in noch wärmere Gegenden. Ich habe regelmäßig nachgefragt, ob denn die Hitze, nur bei der Arbeit störe, was immer verneint wurde. Doch die Praxis zeigt, dass wir süchtig nach Sonne sind. Oder doch nur süchtig danach, mit den anderen mitzumachen?

Der schwitzende König der Natur?

Nur noch in Bilderbüchern finden sich die Tage, in der die Jahreszeiten den Menschen beherrschten. Fleisch und Fisch verfaulten rapide und musste kompliziert konserviert werden. Obst und Gemüse nur saisonal zu erwerben. Im Sommer drang die Hitze durchs Holz- oder Strohdach im Winter die Kälte durch die Einfach-Verglasung. Dieser Abhängigkeit trotzt die Menschheit nun souverän. Doch ist sie auch zufriedener geworden? Eher ist es so, dass wir Leidensfähigkeit verloren und das Gefühl der Abhängigkeit vergessen haben.

Die Eschatologie der Zwei Grad Celsius

Immer wieder finde ich es belustigend, dass die Menschheit nie ohne Endzeitkonzepte auskommt. Aktuell besonders im Trend: Steigt die Durchschnittstemperatur um mehr als 2°C, erwarten uns Katastrophen unberechenbaren Ausmaßes. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen wie wenig 2°C Unterschied prozentuell betrachtet sind: Da man Temperatur bei thermodynamischen Prozessen immer in Absolutwerten betrachten muss, entspricht die Angabe einer relativen Raumtemperatur von 14°C (Durchschnittstemperatur weltweit) einer absoluten Temperatur von 287,15°K. Ein Anstieg um 2°K entspricht hier gerade mal einer Änderung von 0,7%. Das Wohl oder Übel der Menschheit hängt davon ab, ob sich die Temperatur der Welt um weniger als 1% verändert. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Auf so einem dünnen Seidenfaden hängen wir. Dennoch haben wir die Frechheit uns gemütlich zurückzulehnen, in der irren Annahme, dass wir alle Determinanten um uns herum im Griff haben!

Ich weiß ,was du letzten Sommer Getan Hast!

Wohl wissen wir es, aber wir vergessen so schnell, wie es sich angefühlt hat. Ich war in den ersten warmen Tagen wirklich überrascht, dass ich vergessen habe, wie „heiß“, „heiß“ wirklich ist. Und soll ich was verraten, ich habe bereits wieder vergessen wie kalt sich der Winter angefühlt hat. Nicht umsonst lehrt uns der Prediger:

10 Sprich nicht: Wie kommt’s, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn du fragst das nicht in Weisheit.

Pred.7,10, die Bibel

SCHLIEßLICH : Umkehr

Ich glaube ich konnte oben an einem alltäglichen Beispiel zeigen, wie allzu menschlich wir Menschen sind:

  • Wir bilden uns ein dass wir die Situation im Griff haben, aber unsere Leistungsfähigkeit hängt extrem von einigen Grad Celsius ab.
  • Wir sind gefangen in Determinanten der Umgebung. Einige Prozent mehr oder weniger sind tödlich (nicht nur bei der Temperatur!). Wer hat wohl das System so fein abgestimmt?
  • Der Markt der Eitelkeiten verändert geschickt unsere Ziel, so dass wir gierig wollen, was wir eigentlich nie wollten.
  • Da das Produkt nicht die erwartete Zufriedenheit bringt, bleibt die Unzufriedenheit.

Ehrlich, eine ganz schön hoffnungslose Situation, oder? Der einzige Ausweg geht in Richtung des Kreuzes!

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

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