Warum deine Pornographie-Sucht nicht dein größtes Problem ist!

Es ist unmöglich, Pornografie anzusehen und demütig zu sein.

(Heath Lambert in Endlich frei!)


Ich denke der CLV Verlag hat wirklich etwas großartiges geleistet, als er sich entschied, dieses seelsorgerliche Werk Lamberts zu übersetzen und zu veröffentlichen. Vor Jahren veröffentlichte ich ausführlich einen Bericht über meinen Kampf mit der Pornographie, der so oft so verzweifelt war.

Seit der Veröffentlichung des Zeugnisses werde ich gelegentlich auf das Thema angesprochen und ich stelle fest, dass Problem des heutigen Mannes ist in erster Linie nicht die Pornographie und auch nicht die Selbstbefriedigung. Wir sind entsetzt und schockiert wenn wir diese schlechten (geistlichen) Früchte in unserem Leben sehen, aber seien wir ehrlich: An die Wurzel des Problems gehen wir zu selten heran.

Nach einem erneuten durchlesen des Werkes von Lambert wird mir deutlich, dass der Autor genau darauf hinweist: Der pornosüchtige Mann ist stolz, ist egoistisch ein Zeitvergeuder und bringt sich allzu gerne in eine Opferrolle. DAS ist mal ein Urteil! Dass diese Haltung nicht nur Selbstbefriedigung als Frucht produziert, sondern irgendwann auch die Ehe zerstört, ist in der Tat Programm.

Eine Ermutigung

Für betroffene Männer, die zahlreich sein dürften ist es sicher auch eine Ermutigung. Irgendwie ist der Konsum eines Pornofilms nun mal schon seit Jahren unser Ventil, und man kommt kaum gegen diese Gewohnheit an. Somit dürfte es leichter sein, mal daran zu arbeiten, von seinem Hohen Ross des Narzissmus runterzukommen. Hier ist wirklich Buße nötig. Eine radikale Umkehr zu Gott. Ein Wegblicken von sich bewirkt Heilung

Was erschüttert uns?

Hat man Pornographie konsumiert, fühlt man sich kurz danach besonders elend. Man ist der erbärmlichste aller Kreaturen. Ein Problem was hier sehr oft mitschwingt ist eine Haltung in etwa dieser: „Hätte ich doch dieses Problem im Griff, dann wäre endlich alles in Ordnung“, oder „dann hätte ich Heilsgewissheit“. Im Grunde aber, ist das eine perfektionistische Haltung (und nebenbei bemerkt: Perfektionismus ist Sünde), die blind ist für das totale Versagen und die totale Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Unsere Heilsgewissheit sollte in keinem Fall darin ruhen, dass wir frei oder nicht frei von Pornographie sind. Ich zeige hier auf niemanden mit dem Finger: Den entscheidenden Sieg dabei erfahren als ich realisiert, dass Gott mich liebt, ob ich nun ein Pornosüchtiger bin oder nicht. Diese Erkenntnis war der Anfang vom Sieg. Ich liebe das Evangelium.

Pein oder Reue?

Pein und Reue sind natürlich recht verbrauchte Begriffe heutzutage, aber was mir in mir selbst oft auffiel, war diese eigene Haltung: „Oh nein, was mach ich bloß, wenn andere erfahren?“ Man schämte sich also seiner „Früchte“, aber vor allem aus einer Menschenfurcht heraus, nicht weil man mit Gottes Geboten gebrochen hat. Ich denke hier ist es hilfreich mehr über Gott und seine Bündnisse zu lernen. Pietistisch ausgedrückt: Der Weg zum Kreuz!

Wie unterstützen wir?

Spätestens seit den Neunzigern besitzen Pornographie und Selbstbefriedung eine gesellschaftliche Akzeptanz, auch in Schulen und Zeitschriften. Dennoch erkennt man hier zunehmend eine Rückbesinnung. Ich denke da z.B. daran, dass selbst die Bild Zeitung mittlerweile kein „Bild-Girl“ mehr veröffentlicht, oder an den Film Don Jon. Vorbei die Zeiten, als man lüstern auf minderjährige entblößte Kinder (ab 13 Jahren!!!) in der BRAVO blicken konnte. Man erkennt zunehmend, dass Pornographie frauenverachtend ist. Natürlich gibt es auch hier ein Manko: Neuerdings werden zunehmend Frauen zur Selbstbefriedigung ermutigt.

Problematisch ist die Haltung konservativer Christen. Das Thema ist höchst tabuisiert. Viele schweigen aus Angst vor gemeindlichen Konsequenzen. Fürchten um ihr Heil. Kaum onaniert man, steht schon Satan mit einigen Zitaten aus dem Hebräerbrief dabei. Dabei ist Heiligung in der Tat kein Kinderspiel. Es geht wirklich um viel. Es geht um unsere Ehen, Familien und Kinder.

Als 16 jähriger ging ich in die Beichte zum Pastor und klagte über meine Selbstbefriedigung. Erhalten habe ich zur persönlichen Lektüre das Werk: „Gespräche eines Vaters mit seinem Vierzehnjährigen“. Das kleine Heftchen war wirklich schrecklich und höchst verwirrend. Der Vater erkennt „am Gesichtsausdruck des Sohnes“, dass er sich selbstbefriedigt. Nun spricht er mit ihm. Er malt ihm die Hölle aus, alle seine Kinder würden dann behindert werden oder seelisch krank, weil er alle „guten Stoffe seines Samenguts“ so verschleudert. Das Werk ist wirklich grausig. Ich denke, die Gemeinde Christi kann hier betroffenen wirklich besser helfen. Als Männer sollten wir den Mut entwickeln über unsere Schwächen offener mit unseren Frauen und auch mit Brüdern in der Gemeinde zu reden. Lambert liefert in seinem Werk zahlreiche Hinweise für Unterstützer. Wir sollten hier eine Gelegenheit sehen unseren Brüdern und Schwestern zu dienen!

Eine einmalige Bekehrung?

In pietistische Kreisen dominiert durch unterschiedliche Einflüsse regelmäßig die Vorstellung dass ein einmaliges seelisches Krisenerlebnis die Lösung ist. Ist sie nicht! In den seltensten Fällen wird Heilung und Befreiung sofort gegeben. Damit würde Gott ja unseren Perfektionismus nur bestätigen. Gott sei Dank, geht Christi Werk tiefer! Nur in einer Demut vor unseren Schöpfer, wenn wir als verdorbene Sünder in Reue uns zum Kreuz nahen, dürfen wir Gnade empfangen. Das bedeutet aber auch, dass ein erneutes Fallen möglich ist. Lambert fasst wunderbar zusammen:

“ Ihre Sünde reicht jedenfalls für einen gerechten und zornigen Gott, Sie für ewig in die Hölle zu schicken. So wahr diese Aussage ist und einerlei, ob Sie mehr oder weniger zu kämpfen haben, so ist doch Ihre Sünde bei Weitem nicht so stark wie die Gnade Jesu, die Sie verändern will. »Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden« (Röm 5,20). Vertrauen Sie auf Jesus, so wird die Pornografie in Ihrem Leben nicht das letzte Wort behalten. Wenn Sie unaufhörlich die Schönheit des fleckenlosen Lammes anschauen, das für Ihre und meine Sünden geopfert wurde, dann wird eine Zeit kommen, in der die Pornografie vollkommen aus Ihrem Bewusstsein verschwunden sein wird. Es kommt ein Tag – und er ist nicht mehr weit –, an dem Sie Jesus selbst sehen werden. Und wenn Sie ihn sehen, werden Sie vollends in sein Bild umgestaltet werden, denn dann wird dieses herrliche Werk seinen Abschluss finden. Die Botschaft dieses Buches ist, dass Sie nicht bis dahin warten müssen, um von Pornografie befreit zu werden. Sie können heute anfangen, die Pornografie zu verlassen, wenn Sie den gnadenreichen Weg beschreiten, der in diesem Buch aufgezeigt wurde. Wenn Sie wie ich ein Kind Gottes sind, schreibe ich Ihnen diese Worte mit einem abschließenden Gebet: Möge Gott Sie die Hoffnung erfahren lassen, dass Sie in Christus endgültig von der Pornografie befreit werden können. Das garantiert Ihnen Jesu Gnade. „

Autor: paulisergej

Christ, Ehemann, Vater, Ingenieur und Literaturliebhaber

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