In eigener Sache: Neuerungen, Selbstinquisition, Review 2019 und mehr…

Ein Artikel in eigener Sache:

Aus Glaubend.com wird Glaubend.de

Ich nutze bisher den Anbieter wordpress.com. Dadurch ist die Flexibilität deutlich eingeschränkt. Zwei Funktionen habe ich immer vermisst. Das Anzeigen der Bibelverse, wenn man mit der Maus darüber fährt und die Möglichkeit Untertitel zu erstellen (wahrscheinlich von meiner Arbeit bei nimm-lies.de geprägt). Dies kann ich über eigenes Hosting deutlich leichter realisieren, dadurch muss aber die Domain umziehen.

Der Plan besteht darin, dass die zukünftigen Artikel nur noch auf glaubend.de veröffentlicht werden. Glaubend.com wird noch ca. ein weiteres Jahr bestehen, bis es abgeschaltet wird. So lange werde ich hier eine Weiterleitung einrichten.

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Probleme mit Title IX für das Fuller Seminary

Ein Artikel von Carl R. Trueman:

Das Fuller Theological Seminary steht vor einer Anklage nach dem Title IX. Initiiert durch eine ehemalige Studentin, die das Fuller für den Eintritt in eine gleichgeschlechtliche Ehe vom Studium ausgeschlossen hat. Title IX verbietet die geschlechtliche Diskriminierung jeder Einrichtung für höhere Bildung, die staatliche Zuschüsse empfängt. Wie ich bereits früher auf First Things ausgeführt habe, führt dieses Gesetz Ausnahmen für religiöse Einrichtungen, doch diese werden zunehmend spärlich. Obwohl die Trump-Regierung den unseligen „Dear Colleague“ Brief der Regierung Obamas rückgängig gemacht hat, mit dem diese die Erweiterung von Title IX auf Transgender anstrebte, macht die Anpassungsfähigkeit der Gesetzgebung in unserem aktuellen Klima sie zum linken Äquivalent des Universalgürtels von Batman.

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Eine Viertelstunde über die Selbstzufriedenheit

Ich halte die Zufriedenheit mit sich selbst für das Hauptleiden des konservativen Evangelikalismus. Darüber dachten wir gemeinsam in der Gemeinde auf der Gebetsstunde nach. Die Frage ist also nicht nur, ob Veränderung möglich ist, sondern auch notwendig ist. Die Bibel bejaht beides und sieht in Stolz einen Widerstand gegen die Autorität Gottes. Das dürfte ein lebenslanges Kampffeld werden.

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Darf man beten: „Rette und Bewahre“?

Von den zwei Aufenthalten die ich im Osten Eurasiens (Kasachstan und Ukraine) verbrachte, ist mir ein Satz sitzen geblieben, der an jeder Ecke von orthodoxen Omas gemurmelt wurde: „Спаси и сохрани“. Bettler schrieben das auf ihre Schilder und dieser Spruch klebte oft auf Autos und anderen Objekten. Meist versehen mit einer typisch russisch-orthodoxen Ikone bedeuten diese drei Wörter: „Rette und Bewahre“ (Die Google-Suche liefert mehr als 2 Mio. Ergebnisse für diesen Satz). Nun bin ich gegenüber dem russisch-orthodoxen Glauben eher skeptisch. Also fragte ich mich, ob diese Aussage überhaupt die biblische Botschaft wiedergibt. Das man nach Rettung ruft, klingt plausibel. Aber darf man auch um Bewahrung bitten? Ist die Bewahrung nicht unser eigenes verdienstvolles (meritorious) Werk, was wir nun mal gefälligst selbst zu bewirken haben?

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Christus im AT(4): Joseph erinnert mich an Jesus

„Es gibt mehr als hundert Bezüge zwischen dem Leben Josephs und dem des Herrn Jesus, so ist es kein Wunder, wenn sich unsere Herzen zu ihm hingezogen fühlen. Die Bibel sagt nirgends, er sei ein Abbild Christi, doch sind die Ähnlichkeiten unübersehbar. Wir können seine Geschichte nicht lesen, ohne an den Retter der Welt zu denken. Joseph lebte 2000 Jahre vor Jesus, und Menschen, die sich natürlich nicht absprechen konnten, schrieben die Biografien beider, trotzdem besteht eine frappierende Vergleichbarkeit“ (William MacDonald in Joseph erinnert mich an Jesus)

MacDonald geht in seinem Kurzen Werk dieser Ähnlichkeit Schritt für Schritt nach. Obwohl einige Parallelen der Tat etwas konstruiert zu sein scheinen (z.B. „Vom Vater gesandt“ wurde Christus auf die Erde und Joseph zu seinen Brüdern (S.16). Später erinnert das „Hirtenamt“ Josephs MacDonald an Christus den guten Hirten (S.18).), lassen sich bestimmte Parallelen kaum übersehen. So wird Joseph von seinem Volk verraten und für eine sehr ähnliche Summe wie Christus verkauft. Die Joseph-Erzählung ist eine Erzählung des Heils, die selbst Dichter wie Thomas Mann faszinierte. Geradezu lässig berichtet uns das erste Buch Mose, wie Gott ein Verbrechen und einen Verrat nutzt, um Heil für sein Volk zu schaffen und seinen Verheißungen weiter voran zu bringen. Ob Joseph nun bereit ist oder nicht. Dass sich das so ähnlich auch in Christi Leben wiederholen wird, erwartet man als Leser geradezu.

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Warum ich Protestant bin

Ein Artikel von Carl R. Trueman:

Die Woche des 31. Oktobers, die Zeit an der man der Reformation gedenkt, ist für mich der jährliche Zeitpunkt, an dem ich gerne darüber nachdenke, warum ich Protestant bin.

Mit den Jahren fällt es mir immer leicht ein Protestant zu sein. Papst Franziskus ist hierfür schließlich ein Geschenk mit Dauerwirkung. Mit seinem offensichtlichen Wunsch, die römisch-katholische Kirche in eine standardisierte Form liberalen Protestantismus (jedoch mit etwas mehr Farbe) umzuwandeln, bleibt sein Programm für jeden uninteressant, der, mit den Worten Newmans1 in „Geschichte verankert ist (deep in history)“. Möglicherweise werden wir nie die Wahrheit über seine mutmaßliche Leugnung der Göttlichkeit Christi erfahren, doch schon die Tatsache, dass diese Geschichte plausibel war, bezeugt den Mangel an theologischem Verständnis, das sein Pontifikat von Anfang an geprägt hat.

Seit den glorreichen Tagen der Renaissance hatte die Katholische Kirche nicht mehr einen solchen Papst, der den rechtgläubigen Protestantismus so attraktiv machte.

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