Money for Nothing

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Wenn ich mal wieder in der Gefahr stehe, die vielen ärgerlichen, provozierenden und kaum zu ertragenden Aussagen der Bibel zu vergessen oder gleichgültig über diese drüber weg zu lesen, erinnere ich mich gerne an den reichen Kornbauer, ein Gleichnis Jesu, welches uns in Luk 12, 16-20 überliefert ist. Vielleicht ignorieren wir dieses Gleichnis auch deswegen so gerne, weil es klassische Lektüre der Sonntagsschule war. So vertraut, dass wir die Aktualität übersehen?

Ein absolut natürliches Verhalten

Zunächst frage ich mich: Jesus, was gibt es hier zu kritisieren! Gott segnet diesen Bauer übermäßig. Die Vorsehung scheint es offensichtlich gut mit ihm zu meinen. Er erwartet 100 Tonnen Getreide, erntet aber 200. Soll er das gute Essen etwa vergammeln lassen? Als ein erfahrener, fleißiger Bürger tut er schließlich nur seine Pflicht und nutzt die Gelegenheit zur Expansion.

Ich fürchte, als moderner Europäer kann man die Aktualität dieses Gleichnisses leicht übersehen: In den letzten Jahren haben wir mit der Familie ein Eigenheim gebaut, und mir ist immer wieder bewusst geworden, dass bei entsprechend höherem Verdienst auch die Ausstattung des Hauses anders ausgefallen wäre. Es wäre ein sehr natürliches, geradezu automatisches Verhalten für mich. Aus Plastikfensterrahmen währen es dann welche aus Metall geworden und auf dem Dach lägen neben Solarthermie-Platten auch welche für die Stromerzeugung. Und auf Urlaub hätten wir dann auch nicht verzichten müssen. Und falls jemand denkt, dass ich dafür Kritik ernten würde, Pustekuchen! Überhaupt niemand hätte daran etwas auszusetzen. Eher würde man anerkennd den Kopf schütteln über eine erfolgreiche, im konservativen Sprachgebrauch „gesegnete“ Karriere. Niemand, außer offensichtlich Jesus Christus.

Nun stelle ich fest, dass ich in meinem Kampf mit der Gier bei weitem nicht alleine da stehe, sondern in jedem von uns ein ganz schön großer Kornbauer drin steckt. Mit gewisser Erschütterung denken wir an einen uns bekannten Christen, der jahrelang eine prägende Persönlichkeit für unsere Familie war. Durch wundersame Vorsehung zu unerwartetem Reichtum gelangt, stürzt er sich nun von einem Luxus in den Nächsten. (Glücklicher ist er aber dadurch nicht geworden). Doch bevor wir hier auf jemand mit dem Finger zeigen: Ehrlich gesagt kenne ich kaum jemanden, der nicht so handeln würde, wie der Kornbauer.

Achte auf den Kontext

Nun könnte man meinen, dass ich hier der Geschichte mehr Gewalt antue, als zulässig, schließlich waren die Stunden des Kornbauern ja gezählt. Aber genau hier setzt die Kritik Jesu an: Vielleicht habe ich eine Finanzierung, die so weitreichend ist, dass ich sie noch „im Himmel weiterzahlen muss“? Anders ausgedrückt: wie oft planen wir so, als stünde uns ein ewiges Leben hier auf Erden bevor. Somit reihen sich die Ausführungen Jesu an dieser Stelle an die zahlreichen Betonungen, dass unser Leben vollständig von Gott abhängig ist, und wir dem Leben nicht eine Elle (also ein Stückchen) Länge hinzufügen können (Matth. 6,27). Entsprechend verweist Jesus darum eine Perspektive einzunehmen, die weiter reicht als der Horizont „unter der Sonne“. Das Gleichnis hier in Lukas wird übrigens direkt nach einer Frage nach einer gerechten Verteilung des Erbes eingefügt. Wieder ist es eher unerwarteter Wohlstand, der den Fragenden trifft. Jesu Botschaft ist aber klar: Nicht auf jeder vermeintlichen Erfolgswelle gilt es zu reiten.

Eine Prise Spott und ein knallhartes Urteil

Für diesen Hinweis bin ich Leland Ryken dankbar, welches er in seinem Werk „Jesus the Hero“ bespricht, ein Primer zu den literarischen Stilmitteln in den vier Evangelien. Offensichtlich greift Christus zum Stilmittel der Ironie: Den statt zusätzliche Scheunen zu bauen, reißt er vorhandene wieder ab. Doch bevor er seinen Plan auch nur anstoßen oder in Auftrag geben kann, verspottet Gott höchstpersönlich unseren Erfolgreichen Alltagshelden: Du Narr!

Das Gleichnis vom Reichen Kornbauer in einem Gemälde Rembrands (Bildrechte – gemeinfrei-)

Rembrandt hat das wunderbar festgehalten. Es ist bereits spät abend! Der Geschäftsmann ist aber fleißig am kombinieren und rechnen. Gekleidet in feinste Gewänder (und mit einer europäischen Brille) entwickelt er seine Pläne. Nur noch wenige Sekunden bis zu seinem Urteil bleiben. Schon kann man erahnen, dass ihn gleich ein helleres Licht, als das Licht seiner Kerze umleuchten wird. Rembrandt ist einfach ein großartiger Künstler.

Obwohl ich große Freude am Begriff „Narr“ habe, übersehen wir gerne die Tragik des Urteils. Ich bin angetan von der Hoffnung für Alle, die, – sehr süffisant-, diesen Abschnitt mit dem Titel „der arme Reiche“ überschreibt! Auch das Urteil Gottes klingt hier saftig: „Wie dumm du doch bist!“ In dieser Nacht wurde aus der Reichen Ernte, Money, welches für Nothing reichte. In der Tat ein Mensch in dire straits (engl. für „in ernsten Schwierigkeiten sein“)

FAzit

Viel könnte man über das schäumige Ideal eines ruhigen Lebens im Überfluß schreiben. Wer hat nicht schon mal darüber philosophiert, wi toll es wäre finanziell so unabhängig zu sein, dass man nicht einmal mehr aus dem Bett zur Arbeit aufstehen müsste. Wenn wir offensichtlich alle am Reichen-Kornbauer-Syndrom leiden, müssen wir entsprechend auch regelmäßig dieses Urteil hören: „Wie dumm du doch bist!“ Ich höre das Urteil nicht gerne, es will mir nicht schmecken. Aber es ist nötig. Wie oft hörte meine Perspektive unter der Sonne auf? Gott bewahre uns davor, dass wir nicht nur arm, sondern gar bankrott vor Gottes Bank stehen, als arme arme Reiche.

Übrigens ich glaube nicht, dass die Alternative ein Leben in Armut wäre: Der Reiche Kornbauer sollte seine Felder nicht verbrennen! Doch in seiner Gier nach Luxus übersah er die Möglichkeiten zum Dienst am Nächsten!

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Kein perfektes Leben – Gedanken zur Geburt meines 4ten Kindes

Prolog

Das Leben schreibt manchmal die abenteuerlichsten Geschichten. Am Dienstag vor einer Woche kam nun unsere zweite Tochter als viertes Kind der Familie zur Welt, und das durchaus unter spektakulären Bedingungen: Wir planten schon früh eine Hausgeburt unter der Betreuung zweier Hebammen, und bereiteten uns bereits früh darauf vor. Doch eine Geburt kann man kaum planen. Als die Wehen ansetzten, ging es plötzlich so schnell, dass die Hebamme nicht rechtzeitig vor Ort sein konnte. Ich musste also den Hebammendienst übernehmen und nach einigen Minuten hielt ich meine Tochter in den Armen. Doch die Frau verlor relativ viel Blut und wir zählten die Sekunden bis die Hebammen eintreffen, nun klingelt es an der Tür, doch wer steht davor? Natürlich, der Postbote, und während er mein mit Fruchtwasser und Blut beflecktes Shirt und meine mit Schweiß überlaufene Stirn betrachtet, frägt er kühl: „Gerade gezockt?“ – „Nein, vor ein paar Minuten ein Kind empfangen“ als Antwort, hält er da nur für einen unpassenden Witz. Kurz davor, versuche ich mehrfach verzweifelt bei den Hebammen durchzukommen. Und meine bis dahin gewahrte Ruhe ist plötzlich dahin: Das komplette Festnetz (ja Festnetz, nicht Mobilnetz) fiel aus. „Der Anruf kann zur Zeit nicht zugestellt werden“, spricht der weibliche Computer. Nun, es gibt Momente, an denen der ganze (verborgene) Dreck des Herzens an die Oberfläche kommt. Statt die Sache in die Hände Gottes fallen zu lassen, wurde ich unfassbar zornig. Ich fluchte schrecklich, wirklich, ich habe es selbst nicht von mir erwartet. Als könnte man durchs Ausflippen etwas retten. Dabei war das natürlich immer noch nur ein Teil der Geschichte: Zwei Tage vor der Geburt entdecken wir bei den Kindern Läuse, was viel Mühe und Kosten für die Behandlung bedeutet. Und natürlich kam das Kind genau an dem Tag zur Welt, als mich der Chef unbedingt auf der Arbeit haben wollte.

Nun, das Kind ist gesund und munter, und auch der Mutter geht es von Tag zu Tag besser. Die Möglichkeit die mir aber gegeben wurde, eine Geburt derart aktiv mitzuerleben, machte mir aber diesmal besonders intensiv deutlich, was für eine ungewöhnliche Sache, Neues Leben ist. Eigentlich ist es gerade so möglich, dass ein Kind überhaupt zur Welt kommen kann. Man denkt fast automatisch an 1 Mo. 3,16, an die Schmerzen der Geburt. Offensichtlich steckt in jeder Geburt auch der Schmerz des Messias drin(Vgl. insbesondere 1. Tim. 2,15 hierfür)

Überlegungen

Da ich nun einen Monat Elternzeit habe, kann man etwas nachdenken. Ein paar Gedanken im Sturzflug:

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Die gute Meinung über den bösen Trump

File:Donald Trump official portrait.jpg
Donald Trump – Ein Ärgernis der deutschen Presselandschaft (Bild lizenzfrei)

Heute mal ein höchst politischer Beitrag. Die Vorsehung spielte mir in die Hände: Da der Independence Day in den USA und der Nationalfeiertag in Frankreich nur wenige Tage entfernt von einander lagen, konnte man sich über zwei sehr unterschiedliche Darstellungen freuen. Ich habe die Überschriften bekannter Zeitungen und Zeitschriften (Online-Artikel) zu beiden Themen gegenübergestellt. Macht euch selbst eine Meinung, wer besser abschneidet. Beachtet, wie persönliche Anmerkungen zu Trump völlig an der Tagesordnung sind. Sie gelten als ein akzeptabler Bestandteil einer guten Kritik. Ich habe auf Verlinkungen zu den Artikeln verzichtet, weil ich nicht weiß, ob das mit Art 13 und Leistungsschutzrecht vereinbar wäre, habe mir aber privat einige Screenshots von google-news Ergebnissen erstellt als Nachweise erstellt. Der einfachste Weg eine persönliche Beurteilung zu bekommen ist die google-Suche mit Schlagworten wie, „Titel der Zeitung/Zeitschrift +Trump + 4 Juli“ oder „titel der Zeitung/Zeitschrift + Macron + Nationalfeiertag“. (Edit: Ich sehe gerade, dass die Tabelle in jedem Browser unterschiedlich angezeigt wird und versuche das Problem zu lösen)

Die WeltAngela Merkel beim Nationalfeiertag in Paris:
Macron marschiert vorneweg /
Panzer für Präsident
Trump
Die Welt(2) Kanzlerin Merkel bestaunt Macrons Militärmaschine Trumps große Nationaltagsfeier preist Geschichte und Armee der USA
Tages
-spiegel
Nationalfeiertag in Paris:
Macrons Vorstoß ins All
Ego Show zum
Unabhängigkeitstag /
Trump kopiert den
Absolutismus
Deutsch
landfunk
Trotz Unruhen ein souveräner
Macron
Trump setzt Politik
der Spaltung fort
ZDFHeuteMacron empfängt europäische
Freunde /
„Die charmanteste Nation der Welt“
Trump mit Militärparade
zum 4 Juli
tagesschauMacron setzt auf die europäische Verteidigung Trump kapert den Nationalfeiertag / Eine Inszinierung des Patriotismus
tagesschau(2) „So ein Wochenende gab es
noch nie“
Trump nutzt Unabhängigkeitstag für
militärische Machtdemonstration
Stern Gesten der Versöhnung zwischen Merkel und Macron – Proteste am Rande der Feierlichkeiten Donald Trumps Festspiele
FAZBundeswehr Seite an Seite mit den
Franzosen / Frankreich feiert
mit Europa
Patriotismus und Pomp /
Handzahm zwischen
Panzern
t-onlineFrankreich zeigt Deutschland wie man führt
Berliner MOPO Merkel und Macron: Gesten der
Versöhnung am Nationalfeiertag
Trumps Pläne für den
Nationalfeiertag sorgen für Ärger
der Standard.atFrankreichs linke PatriotenTrump bricht das
nächste Tabu
FocusGesten der Versöhnung am Nationalfeiertag– nichts zu berichten-
SpiegelMerkel dankt Macron für die „große Geste“Bomber und Bombast:
Trump kapert den 4.Juli
Deutsche WelleFrankreich zelebriert seinen
Nationalfeiertag
Umstrittene Trumpfeier
am Nationalfeiertag
Pro
Sieben
Merkel und Makron:
Gesten der Versöhnung
Trumps fragwürdige
militärische
Machtdemonstration
SüddeutscheGroße Gesten – Politik Trump versucht sich am
Schulterschluss mit dem
Militär
watson– nichts zu berichten-Seine Militärshow ist
politisch clever – und perfide
rp onlineEine Militärparade mit wichtigen
Botschaften in F.
Donald Trumps große Ego-Show
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Die Leiden des jungen Jeremia

jer 2,13

Für die meisten Ausführungen griff ich auf das Buch „The King in His Beauty“ von T. Schreiner zurück. Besonders gelungen fand ich auch die Hörspielbearbeitung von „Abenteuer zwischen Himmel und Erde: Josia„, die viele Erfahrungen Jeremias plastisch festhält:

Jeremia war ein Prophet des Gerichts. Er verkündigte mehrfach, dass ein Feind aus dem Norden Juda und Jerusalem zerstören wird (4,6; 6,1; 10,22; 13,30; 25;9). Jeremia sah das Eindringen Nebukadnezars voraus (5,14-17; 6,1-9; 21-7). Den Grund für das Gericht schilderte Jeremia natürlich auch: Es war der Bundesbruch Israels: Israel hat den Herrn und seinen Bund verlassen (1,16; 2,17; 5,7): Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.( Jer 2,13). Die Abweichung Judas wird mit Hurerei verglichen (2,20; 3,1-3; 13,27). Anstatt am Herrn zu hängen, lebte man hemmungslosen Götzendienst aus (13,1-13).

Jeremia, ergriffen von der Ehre Gottes, wagt es nicht, irgendwo eine Botschaft „light“ zu verkündigen und redet durchweg Klartext. Auf den Bruch folgt das Gericht. Diese Botschaft stieß natürlich auf ordentlich Widerstand! Ein kurzer Überblick:

Jeremia im Konflikt mit dem Adel

Die Könige Judas  erwartete ein Gericht Gottes, denn sie beuteten und unterdrückten die Armen im Volk (Was nur möglich war, weil man auf die Umsetzung der Gebote, wie des Jubeljahres oder ein fixes Erbrecht verzichtete). (21,12;22,2-3). Arme die zusehr aufmuckten wurden sogar getötet (22,13-18). König Jojakim als Hauptverantwortlicher für die Missstände, hat eine schnelle Lösung für die Kritik Jeremias: Die Blätter landen Stück für Stück im Kamin (Kap. 36). König Zedekia wiederum entließ zunächst hebräische Sklaven um sie kurz danach wieder gefangen zu nehmen (34,8-16). Für Jeremia hat er nur Schläge und Arrest übrig (37,12-16; 37,17-21). Schließlich landet Jeremia in einem Wasserloch (38,1-6). Nur eine wundersame Vorsehung verhindert seinen qualvollen Tod.

Jeremia im Konflikt mit den Propheten.

Die Propheten  weissagten nach den Methoden Baals (2,8; 23,13) und lebten ein gottloses Leben (23,11). Hurerei und Lügen waren an der Tagesordnung (23,14). Sie beschwichtigten und unterstützen die Könige in ihren täglichen Abweichungen (6,13, 8,10), waren sie ja gierig nach finanzieller Unterstützung. Jeremia war hier mehr als ein Dorn im Auge. Pashur und Hananija waren zwei der Propheten, die aktiv Widerstand gegen die Botschaft Jeremias leisteten: Hanania greift hierbei auch auf eine spektakuläre Show zurück (Kap. 28).

Jeremia im Konflikt mit dem Priestertum.

Jeremia, selbst Priester wird vom Priester Pashur inhaftiert (20,1-6) Jeremia, selber  aus einem Priestergeschlecht erlebt hier Widerstand aus dem engsten Familien- und Freundeskreis. Den Priestern wird ebenfalls häufig das Gericht verkündigt (1,18; 2,26; 4,9; 8,1; 13,13; 23,33-34; 32,32;34,19), denn statt für die Ihnen anvertrauten Schafe zu sorgen (23,1-4) raubten sie diese aus und missbrauchten sie.

Ein notorischer Dauernörgler?

es stellt sich die Frage, ob Jeremia einfach nur ein Schwerenöter und missmutiger, gar rachsüchtiger Pessimist war?. Hier stellen wir aber fest, dass Jeremia immer wieder such durch größte Zweifel dazu durchkämpft die Worte Gottes zu verkündigen (Jer. 1,9 vor allem 20,8-9). Er selbst leidet mit dem Volk Gottes das Gericht mit, dass er nicht verursacht hat (4,19; 8,18; 9,1; 13,17).  Er ist wie ein harmloses Lamm und dennoch versammelt sich die Menge gegen ihn (11,19). Obwohl er weiß, dass das Volk keine Buße tun wird, ruft er sie permanent und beharrlich dazu auf. Spätestens in den Klageliedern wird seine Liebe für sein Volk deutlich

Lessons learned!

Diese Lektionen nehme ich mit:

  • Schockiert bin ich von vielen Parallelen zu unserer Zeit. Der Mensch ist heute der selbe wie vor 2600 Jahren. Immer wenn mir Menschen mit „alles ist doch so toll“ daherkommen, greife ich gerne zu Jeremia.
  • Bestimmte Botschaften lassen sich nicht „unanstößig“ und ohne Widerstand an den Mann bringen.
  • Gerade für diese Botschaften gibt es oft eine Verpflichtung die höher ist als gegenüber der Rücksicht auf den Nächsten: Die Ehrfurcht vor Gott
  • Treue gegenüber dem Wort Gottes führt oft auch Widerstand aus dem Familien- und Freundeskreis.
  • Eine Verkündigung des Gerichts und der Buße führt oft zu einem Mitleben mitten im Gericht und tiefem Leiden.
  • Während die Worte all der Zeitgenossen Jeremias, die sich wunderbar anpassten spätesten bei der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar wie blanker Hohn klangen, stellte das ganze Volk fest, das Jeremia recht hatte: Seine Botschaft bleibt auch bis heute

Christus im AT(2): Der Bruch und die Heilung

Wie angekündigt behandelt diese Fortsetzung Genesis 3,15 als Hebelpunkt für die Christologie des AT. Viele Impulse habe ich von Eduard Böhl, Christologie des Alten Testaments übernommen, der Gen. 3,15 besonders viel Zeit widmet (über 10 Seiten). Er selbst schreibt über diesen Vers, der auch das Protevangelium genannt wird:

Als ein erster leuchtender Stern tritt uns das Protevangelium Gen. 3,15 entgegen (S.5)

Über eine Christologie, die das Protevangelium übersieht stellt er fest:

Der Hauptmangel ist, dass ihm ein fester Anfangspunkt, das Protevangelium, fehlt. (S.25)

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Die Verkündigung des Evangeliums als SElbstoffenbarung Gottes

Adam versagt! Er versagt kläglich. Trotz bester Umgebungsbedingungen, paradiesischer Zustände fällt er tief. Dabei war sein Aufgabengebiet überschaubar: Den Garten bauen und bewahren (Gen. 2,15). Es gab nur ein Verbot: Finger weg vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen! Doch kaum kommt der erste Feind Gottes an die Pforte Edens, wird er reingelassen und der Mensch zeigt sich nur allzu willig zu kooperieren. Welch tiefer Fall: Der Mensch stellt sich auf die Seite des Feindes Gottes. Verführt durch den irren Wunsch, selber zu werden wie Gott!

Nun, als Gott erscheint um Gericht zu üben, stehen die Chancen unfassbar schlecht für Adam. Auf den Bundesbruch folgt der Bundesfluch: Der ewige Tod. Eine ewige Trennung von der Gemeinschaft mit Gott, die Adam umso schmerzhafter erfahren haben dürfte.

Doch nun erweist sich Gott als überragend gnädig. Mir ist beim Lesen der ersten Kapitel der Bibel wieder aufgefallen, dass Gott drei Reden hat. Zunächst in der Schöpfung, später indem er Adam seine Aufgaben mitteilt, und nun als Richter. Doch welch Richter redet so gütig? Die Todesstrafe scheint verschoben, und selbst das härteste Gericht stellt uns einen liebenden Gott dar: Gott verhindert nämlich, dass der Mensch mit Satan gemeinsame Sache machen kann, und weil Adam selbst unfähig ist mit Satan zu brechen, sagt Gott: ICH WILL FEINDSCHAFT MACHEN (ob es nun der Schlange oder dem Menschen gefällt oder nicht). Ich finde das eine über raus faszinierende Begebenheit wenn Gott aktiv die satanischen Mächte auf der Erde in Grenzen hält.

Der Mensch als Passiver Empfänger der Gnade

Böhl schreibt (S.30):

Das evangelische Wort (Gen. 3,14.15) redet nicht direkt zum Menschen, weil offenbar von den gefallenen Menschen kein Wollen und kein Vollbringen des Guten ferner zu erwarten war. Von den Menschen abgewendet, verkündet Gott seinen Ratschluss, der die Errettung bezweckte, und zwar redet er mit der Schlange. Der Mensch soll das rettende Wort hören zu seinem Trost, aber zur Mitwirkung ist er nicht berufen. Der Wortlaut des Evangeliums enthält zunächst eine Kriegserklärung für die Schlange auf Leben und Tod. Für den Menschen aber liegt eine Gerechterklärung darin, sofern er glaubt diesem durch Gottes Gerechtigkeit normierten Wort.

Aus Gnaden Gottes wird eine Verheißung verkündigt, der Mensch bekommt keine zweite Chance. Etwas ausführlicher habe ich diesen Gedanken in diesem Artikel verfolgt und verzichte an dieser Stelle auf weitere Ausführungen.

Was konnten Adam und Eva über die Erlösung wissen?

Offensichtlich entwickelt sich die Offenbarung des Heilsplans wie ein Krimi (man verzeihe den profanen Vergleich): Adam und Eva wissen bereits etwas, und es ist vollständig im Einklang mit dem Plan Gottes, aber doch wissen sie nicht so viel wie ein Mensch, der heute die Bibel aufschlagen kann, und die Geschichte vom Ende zurück zum Anfang zurückverfolgen kann.

Dennoch bekommen unsere Väter dennoch beeindruckend viele Informationen:

  • Ein Nachkomme der Frau: Natürlicherweise würde man den Samen des Mannes erwarten, doch wird hier das schwächere Geschlecht mit einem Vorrecht versehen(Auch wenn sich die Feministen über das schwächere Geschlecht ärgern mögen, wird dies zumindest im geschichtlichen Kontext vorausgesetzt) . Heute weiß die Christenheit, dass sich das auf eine besondere Weise erfüllte, durch die Jungfrauengeburt Marias. Irgendwo schwingt hier auch das Übermenschliche des Erlösers mit. Der Wohl auch Mensch ist, aber auch göttlicher Art. Wunderbar bestätigte es sich dann in Jesus Christus
  • Er wird die Schlange besiegen: Sprich er wird die Schlange besiegen. Zunächst einmal spricht es darüber, dass die Adamitische Mission doch noch erfüllt wird. Unter deutlich verschärften Bedingungen besteht Christus zunächst die Versuchungen Satans um ihm dann den Todesstoß zu verpassen. Hat man das vor Augen, wundert man sich nicht mehr, wenn Paulus in Christus mehrfach eine Parallele zu Adam zieht (Röm 5,11-21 oder 1 Kor. 15,45-47):

1. Korinther 15,45–47 : Wie es geschrieben steht: der erste Mensch, Adam, „ward zu einer lebendigen Seele“, und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der HERR vom Himmel.

  • Der Sieg wird teuer erkauft: Die Schlange wird sich nicht kampflos erheben, sondern alle Ressourcen in den Kampf werfen. Ja sie wird ihn in die Ferse stechen und wenn einen eine Schlange beißt, hat man eine tödliche Wunde zu erwarten. Genau das, was Christus widerfuhr. Spannend finde ich an dieser Stelle, dass auch das Motiv der Schlange weiter entwickelt. Petrus warnt die Gemeinde vor dem brüllenden Löwen, und in der Offenbarung finden wir plötzlich, wie aus der alten Schlange ein Drache, also ein weit mächtigeres Wesen geworden ist (1 Pet. 5,8; Offb. 12,9;20,2). Christus besiegt einen Satan, der deutlich mächtiger auftritt, als gegenüber Adam.
  • Was das Haupt trifft, trifft die Glieder: So wie wir alle in Adam gesündigt haben und das Todesurteil empfangen haben (1 Kor 15,22 UND Hos 6,7), so werden auch die, die Teil der Verheißungen in Christus sind, in den Kampf mit der Schlange hineingezogen. Die Feindschaft betrifft nicht nur den Fürsten, sondern seine Nachfolger. An dieser Stelle haben wir einen christologischen Anknüpfungspunkt für viele Begebenheiten des AT: Wenn Ismael dem Samen der Verheißung Isaak im Weg steht, wenn Pharao die Kinder der Israeliten töten lässt,wenn die Philister Israel bedrängen und Richter sie befreien, wenn Saul David verfolgt, dann wiederholt sich das immer selbe Motiv des „geistlichen Krieges“ zwischen Schlangenbrut und Samen der Verheißung. Lukas kann nicht umsonst rückblickend die Abstammungslinie Christi bis auf Adam zurückverfolgen (Luk 3,23ff)

Leben im Glauben

In der Vorbereitung auf diesen Beitrag bin ich darauf gestoßen, wie zentral die besprochene Stelle für die Reformatoren war. In meiner Lutherbibel finden sich zu kaum einem anderen Vers soviele Parallelstellen. Ausgehend von der Verheißung gingen Luther, Melanchton und Co. davon aus, dass Adam und Eva nun gläubig, und im Glauben lebten. Diese Argumente sprechen dafür:

  • Das Urteil Gottes ändert sich: Gott urteilt, dass der Mensch nun einer von uns geworden ist, wurde von den Reformatoren mit einer Erfüllung des Heiligen Geistes gleichgestellt, nicht mit der Kontaminierung mit der „verbotenen Frucht“.
  • Adams Urteil über Eva ändert sich: Aus „die Frau die mir gegeben hast“, wird „die Mutter aller, die da leben“. Böhl führt hierzu aus (S. 39): Solches ist ein testimonium fidei Adami, wie Melanchthon sagt zu dieser Stelle. Die Mitteilung einer trivialen naturhistorischen Erkenntnis konnte nur völlig Ratlosen in den Sinn kommen
  • Schließlich aber erwartet Eva nichts sehnsüchtiger als die Verheißung, ansonsten lässt sich ihr Verhalten bei der Geburt Kains kaum erklären, als sie ausruft: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem Herrn. (1 Mo. 4,1)
  • Später lässt sich vermuten, dass sich Adam mit Sem und Henoch zu denen gesellte, die den Herrn anriefen (1. Mo. 4,25-26)

Vor allem die letzten beiden Argumente haben mich überzeugt und lassen den Schluss zu, dass Gemeinde, also die Versammlung all derer, die den Herrn anrufen, bereits kurz nach dem Fall entstand, durch eine Verheißung lebte und auch heute durch die Erfüllung der Verheißung zur neuen Kraft gelangt.


Als Fazit können wir festhalten:

  • Sofort nach der Niederlage Adams ist Gott da und verkündigt eine unerwartete Verheißung
  • Der Mensch stellt sich lieber auf die Seite der Schlange, doch Gott garantiert „Feindschaft“
  • Auch als die ganze Menschheit bis auf die Familie Noahs ausgerottet wird, bleibt Gott seiner Verheißung treu.
  • Wenn Jesus Christus als das Wort Gottes bezeichnet wird, können wir erahnen, welche Zuverlässigkeit hinter seinen Heilszusagen steht. Über Jahrtausende hindurch entwickelt Gott gegen allen Widerstand seinen Plan

In dem Nächsten Beitrag dieser Serie betrachten wir, wie sich die Verheißung im Leben der Patriarchen bahn bricht.

Hier geht es zu Teil 1.

Im Schweiße deines Angesichts!

Die heißen Tage der letzten Woche habe ich für einige Überlegungen genutzt:

Schwitzende Sünder

Zunächst ist mir aufgefallen, wie schnell man den überraschend kalten Mai 2019 vergessen hat. Fast bis Mitte Mai bestand in der Nacht Frostgefahr, keine 6 Wochen später prallende Hitze. In beiden Fällen maulten wir arme Sünder immer fort. Erst war das Wetter schlecht und dann blieb es so.

Das Ideal der Werbung

Ich glaube durchaus dass in diesem rum herum maulen ein Stückchen Wahrheit steckt: Die Gefallene Schöpfung wird nie ideal. Wenn der Vertrieb der Genusssucht uns die Palmen der Riviera zeigt, vergisst er den Hundekot am Strand. Sehen wir den neuesten Grill im Geschäft, übersehen wir den ekligen Rauch. Und um die neueste Terrassen-Möbel herum, finden sich in der Reklame keine Mücken. Ob wir deswegen auch empfindlicher und unzufriedener über das Wetter geworden sind?

Sunshine Live

Wie viel wird doch über die Hitze gejammert: Man verliere die Leistungsfähigkeit, sei müde, könne sich nicht konzentrieren, dass keine Klimaanlage im Büro sei, sei ein Unding usw… Doch kaum ist die Urlaubszeit da, fährt man in noch wärmere Gegenden. Ich habe regelmäßig nachgefragt, ob denn die Hitze, nur bei der Arbeit störe, was immer verneint wurde. Doch die Praxis zeigt, dass wir süchtig nach Sonne sind. Oder doch nur süchtig danach, mit den anderen mitzumachen?

Der schwitzende König der Natur?

Nur noch in Bilderbüchern finden sich die Tage, in der die Jahreszeiten den Menschen beherrschten. Fleisch und Fisch verfaulten rapide und musste kompliziert konserviert werden. Obst und Gemüse nur saisonal zu erwerben. Im Sommer drang die Hitze durchs Holz- oder Strohdach im Winter die Kälte durch die Einfach-Verglasung. Dieser Abhängigkeit trotzt die Menschheit nun souverän. Doch ist sie auch zufriedener geworden? Eher ist es so, dass wir Leidensfähigkeit verloren und das Gefühl der Abhängigkeit vergessen haben.

Die Eschatologie der Zwei Grad Celsius

Immer wieder finde ich es belustigend, dass die Menschheit nie ohne Endzeitkonzepte auskommt. Aktuell besonders im Trend: Steigt die Durchschnittstemperatur um mehr als 2°C, erwarten uns Katastrophen unberechenbaren Ausmaßes. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen wie wenig 2°C Unterschied prozentuell betrachtet sind: Da man Temperatur bei thermodynamischen Prozessen immer in Absolutwerten betrachten muss, entspricht die Angabe einer relativen Raumtemperatur von 14°C (Durchschnittstemperatur weltweit) einer absoluten Temperatur von 287,15°K. Ein Anstieg um 2°K entspricht hier gerade mal einer Änderung von 0,7%. Das Wohl oder Übel der Menschheit hängt davon ab, ob sich die Temperatur der Welt um weniger als 1% verändert. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Auf so einem dünnen Seidenfaden hängen wir. Dennoch haben wir die Frechheit uns gemütlich zurückzulehnen, in der irren Annahme, dass wir alle Determinanten um uns herum im Griff haben!

Ich weiß ,was du letzten Sommer Getan Hast!

Wohl wissen wir es, aber wir vergessen so schnell, wie es sich angefühlt hat. Ich war in den ersten warmen Tagen wirklich überrascht, dass ich vergessen habe, wie „heiß“, „heiß“ wirklich ist. Und soll ich was verraten, ich habe bereits wieder vergessen wie kalt sich der Winter angefühlt hat. Nicht umsonst lehrt uns der Prediger:

10 Sprich nicht: Wie kommt’s, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn du fragst das nicht in Weisheit.

Pred.7,10, die Bibel

SCHLIEßLICH : Umkehr

Ich glaube ich konnte oben an einem alltäglichen Beispiel zeigen, wie allzu menschlich wir Menschen sind:

  • Wir bilden uns ein dass wir die Situation im Griff haben, aber unsere Leistungsfähigkeit hängt extrem von einigen Grad Celsius ab.
  • Wir sind gefangen in Determinanten der Umgebung. Einige Prozent mehr oder weniger sind tödlich (nicht nur bei der Temperatur!). Wer hat wohl das System so fein abgestimmt?
  • Der Markt der Eitelkeiten verändert geschickt unsere Ziel, so dass wir gierig wollen, was wir eigentlich nie wollten.
  • Da das Produkt nicht die erwartete Zufriedenheit bringt, bleibt die Unzufriedenheit.

Ehrlich, eine ganz schön hoffnungslose Situation, oder? Der einzige Ausweg geht in Richtung des Kreuzes!

Eine Viertelstunde über Kolosser 1.9-10

Auf unserer Gemeinde-Bibelstunde wurde ich gebeten fünfzehn Minuten über Kol. 1.9-10 nachzudenken:

Der Abschnitt ist natürlich in ein grandioses Gebet von Paulus eingebetet! Wie so oft verknüpft er Lehre, Ethik und Gebet in eine kaum zu entwirrende Einheit. Triumphierend wird die Überlegenheit Christi verkündigt, so wie im ganzen Kolosserbrief. Doch zunächst fiel mir die Wachstumsspirale auf, um die Paulus betet; Eines führe zum Nächsten: Erkenntnis des Willen Gottes –> Würdiges Leben vor dem Herrn –> Frucht bringen in jedem Werk –> Wachsen in der Erkenntnis.

Was bei der Erkenntnis anfängt, führt durch eine veränderte Praxis zu einer neuen Erkenntnis. Für einen Dualismus zwischen Theorie und Praxis bleibt da kein Raum. Auch bleibt wenig Platz für eine Mystifizierung des Bekerungserlebnisses als Ziel für Heiligung.

Im zweiten Teil der Predigt konzentriere ich mich darauf, was diese Wachstumsspirale unterbrechen kann. Ich denke, wenn das Wort Gottes nicht erst ins Herz dringt, und so Erkenntnis unterbunden wird, dann gibt es im Leben des Menschen auch nichts, was Frucht bringen kann. Neben Eisegese, Gleichgültigkeit gibt es weiteres Fehlverhalten gegenüber dem Wort Gottes: Man fixiert sich auf einige vertraute Autoritäten, liest den Text für den Anderen etc… Echte Erkenntnis Gottes bleibt da fern. Insgesamt war ich so angetan von dem Text, dass ich die vorgegeben 15 Minuten leicht überzogen habe: