Der Personenkult

Der Blog „Christen finden Ruhe„, hat vor einigen Tagen zu einer „Blogger-Parade“ aufgerufen. Gerne liefere ich meinen Beitrag dazu! Der Artikel versucht mein Ringen, den Christlichen Glauben zu verstehen, darzustellen. Kurz, ich glaube ich bin ein Fan von Jesus Christus, ich huldige einem Personenkult! Doch, immer der Reihe nach:

Weiterlesen „Der Personenkult“

Input zum Heidelberger Katechismus

Überlegungen

In 129 Fragen und Antworten bietet der Heidelberger Katechismus (im Folgenden HK) eine sehr kompakte, gleichzeitig umfassende Darstellung des Christlichen Glaubens. Dabei folgt er der Dreiteilung: Elend (8 Fragen) – Erlösung(74 Fragen) – Dankbarkeit (42 Fragen)

Dabei wird die Gotteslehre,die Christologie un die Lehre der Sakramente im Teil der Erlösung behandelt. Der Schwerpunkt auf die Christologie ist ein besonders beeindruckendes Beispiel für reformierte Theologie. Der Abschnitt zur Dankbarkeit macht deutlich, dass zwischen Dogmatik und Ethik nicht getrennt wird, behandelt hier der Autor die zehn Gebote und das Gebet. Insgesamt reiht sich der HK durch diesen Aufbau in die Tradition der Reformation aber auch des Mittelalters ein, Theologische Fragen systematisch zu ordnen.

Dennoch machen einige Umstände den HK zu einem besonders wertvollen Katechismus:

Weiterlesen „Input zum Heidelberger Katechismus“

Christus im AT (3): Die Verheißung bricht sich Bahn!

Als Kain Abel tötet, scheint das Böse gesiegt zu haben. Nun ist keiner mehr da, der die Heilslinie fortführen kann. Kain entfernt sich vom Angesicht des Herrn (1 Mo 4,16), und lebt nun „jenseits von Eden“. Evas ursprüngliche Erwartung einer nahen Erlösung sind enttäuscht worden (1. Mo 4,1). Doch Gottes Vorsehung erweist sich als zu mächtig für alle menschlichen Intrigen und Enttäuschungen!

Weiterlesen „Christus im AT (3): Die Verheißung bricht sich Bahn!“

Wo ist Gott?

„Doch auch dieses Beispiel behandelst du nicht recht und verdammst es als unnütz, darüber öffentlich zu disputieren – ob Gott in einer Höhle oder in einer Kloake sei; denn du denkst zu menschlich von Gott. (…)

Müssen wir nicht alle lehren, dass der Sohn Gottes im Schoss der Jungfrau gewesen ist und aus ihrem Unterleib geboren wurde? Inwieweit aber unterscheidet sich der menschliche Unterleib von irgendeinem anderen unreinen Ort? Und wer könnte nicht schändlich oder schmutzig davon reden? Solche Leute aber verdammen wir mit Recht, denn es gibt mehr als genug reine Worte, um von diesem notwendigen Vorgang auch mit Würde und Anstand zu reden. Auch Christi Leib war ein menschlicher Leib wie der unsrige; was aber ist unreiner als dieser? Sollten wir deshalb etwa leugnen, dass Gott leibhaftig in ihm gewohnt habe, was Paulus doch sagt (Kol. 2,9)? Was ist unreiner als der Tod? Was schrecklicher als die Hölle? Aber der Prophet rühmt sich, dass Gott sogar im Tod bei ihm sei und ihm in der Hölle beistehe (Ps. 139,8).

Darum scheut sich ein frommes Herz nicht zu hören, dass Gott im Tode oder in der Hölle sei, was beides schrecklicher und unreiner ist als eine Höhle oder eine Kloake. Vielmehr: Wenn die Heilige Schrift bezeugt, dass Gott überall ist und alles erfüllt (Jer. 23,24; Eph.1,23), dann sie sagt nicht nur, dass er an jenen Orten sei;“ (Martin Luther, Vom unfreien Willen, Betanien Verlag).

Ist Gott nirgendwo?

Wenn dem Bösen alles gelingt aber selbst ein kleines Stück Gutes unendlich viel Mühe erfordert, dann frage ich mich oft, wo Gott eigentlich hin ist. Erwischt mich diese Melancholie, vermag man sich an nichts unter der Sonne zu freuen. Denn selbst das größte Glück ist schließlich eitel. Als der Prediger diese Sicht einnahm, konnte er Gott unter der Sonne nirgendwo finden. Weder in berauschenden Festen, in goldenen Palästen, in intensiver Forschung nach Weisheit. Wohl möglich, dass Gott irgendwo sei, aber entfernt, weit weg von seiner Schöpfung, ohne jeden Berührungspunkt. Alles ist bestimmt von einem schrecklichen, hohlen Determinismus. Es gibt nichts neues unter der Sonne. Weder ermöglichen Fähigkeiten ein glückliches Leben, noch muss ein Wohltäter Dank erwarten. Die besten Schätze rosten, und alles ist wie mit einem trüben Schimmel bedeckt, der alles bis zum Himmel stinken lässt.

Das Leben gleitet in fest bestimmten Bahnen dahin. Es gibt kaum Möglichkeiten diese zu durchbrechen. Arbeit, Familie, Schlaf, Arbeit, Familie, Schlaf, Urlaub und wieder Jump Start. Der erste Eindruck zählt ja bei den Mitmenschen, aber versucht mal, diesen zu überwinden. Menschen die dich ablehnen wollen, finden immer einen Grund dafür, Menschen die dich annehmen wollen, ebenso. Nur ist die zweite Gruppe viel kleiner. Für das Amt der Bürokratie bist du nur eine Nummer: Sozialversicherungsnummer, Rentennummer, Steuernummer. Sollte eine Nummer nach Gott fragen? So eilt das Leben, von einer Eitelkeit zur anderen hin. Ein endloser Strom, der wohl immer breiter wird, um irgendwann endgültig im Nirvana zu versickern.

So schreie ich in meinem Kummer: „Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“  Warum bin ich wie ein törichter Kämpfer, in einem elendigen Tal Magogs. Wo ist Gott? Und hier erkenne ich den Kern meiner Torheit. Denn, wenn Gott mich verließe, so hätte er jedes Recht dafür. Ich habe keinen Anspruch vorzubringen, dass Gott sich auf meine Seite stellt. Eigentlich hatte diesen Anspruch nur Einer, ein Mann am Kreuz, und gerade dieser war es, der mit voller Berechtigung rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“

Kann es vielleicht sein, dass Christus deswegen verlassen wurde, damit ich nicht verlassen werde? Und: Wann hat Christus Gott nicht gesehen?

Gott ist überall!

Wenn man sich durchdringt, die Perspektive zu verlassen, die der Prediger/Kohelet so intensiv schildert, dass man das Kribbeln am Rücken spürt, dass man geradezu depressiv werden möchte, vor Eitelkeit, und nur wenige Seiten zurückblättert, landet man bei Hiob. Das war doch sicher einer, der Gott nicht mehr sehen konnte. Doch was stellt man fest? Wohl klagt Hiob, wohl erhebt er sogar Anklagen, und findet keinen Grund für sein Leid. ABER: Auf die Idee zu kommen, Gott wäre gar nicht da, darauf kommt er nicht. Er ruft aus: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat auch wieder genommen“ Für Hiob war Gott überall. Selbst als seine Kinder starben, als der Reichtum genommen wurde, als Krankheit ihn befiel. Als selbst seine Frau nicht mehr Gott erkennen konnte, und keiner seiner Freunde hier noch Gott am Werk sahen, rief Hiob aus: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“ Offensichtlich hat Hiob schon ein deutliches Vorausahnen dessen, was einst am Kreuz geschehen soll. Schließlich, wird er sich ja auch aus dem Staub erhöhen.

Oft springt mein Leben zwischen Prediger und Hiob hin und her. In der eitelkeit einer gesättigten westlichen Welt will man gerne ausrufen: Wo bist du Gott! Ich sehe dich nicht! Wohl sagt man das, und meint, dass man Anspruch hat, solche Anklagen zu erheben! Zum Glück führt Christus uns an sein Kreuz und macht uns deutlich, dass solches Fragen töricht ist. Von unseren äußeren Umständen (tiefes Leid oder eitles Glück) können wir nicht auf den Charakter Gottes schließen, wohl aber von seiner Gnadentat am Kreuz.

 

 

Können wir glauben, dass Gottes Wort wahr ist, weil unsere Eltern es uns gesagt haben?

Ein Artikel von Michael J. Kruger:

Woher weißt du, dass die Bibel das Wort Gottes ist?

So gut wie jeder Christ hat diese Frage schon einmal gehört. Und wenn das passiert, schlägt unser Herz schneller und wir fühlen ein Kribbeln im Magen. Wir wollen eine umfassende und zufriedenstellende Antwort liefern. Am besten Etwas, dass uns nicht als Narren dastehen lässt.

In Gedanken gehen wir all die apologetischen Thesen und die zahlreichen historischen Daten durch, die wir vor Jahren gehört haben. Doch, weil wir uns an die Details nicht mehr erinnern, murmeln wir etwas darüber, dass die Bibel gute „historische Beweise“ für ihre Wahrheit besitzt (in der Hoffnung dass keiner genauer nachhackt).

Doch unterschwellig schlummert in  solcher Diskussionen eine Annahme, die herausgefordert werden sollte. Und diese Annahme ist, dass externe „historische Beweise“ der einzige geeignete Grund sind, um unseren Glauben an die Bibel zu untermauern. Oft denken wir, dass wir eine Berechtigung für unsere Überzeugungen können nur dann vorbringen können, wenn wir diese mit einer Reihe von wissenschaftlichen Fakten untermauern können.

Um es klar zustellen: Es gibt nichts falsches dabei, die Bibel aufgrund historischer Tatsachen zu verteidigen. Die Bibel hat beeindruckende historische Zeugnisse und es gibt Zeiten, um diese zu besprechen. Doch, wenn wir denken, dass diese Zeugnisse die einzige Grundlage für unseren Glauben sind, stoßen wir auf einige Probleme.

Zunächst bedeutet es, dass kaum ein Christ überhaupt wirklich wüsste, dass die Bibel das Wort Gottes ist. Wenn man erst einen Doktor der Theologie benötigt, um der Bibel zu vertrauen, dann kommen nur sehr wenige Christen in den Genuss eines solchen Privilegs.

Zudem deutet die Bibel selber andere Wege an, mit denen man erfahren kann, dass sie Gottes Wort ist. An dieser Stelle lässt sich dieser Ansatz nicht in voller Länge verteidigen, doch habe ich anderswo darüber ausführlich geschrieben (z.B. hier), wie auch andere Experten(siehe hier).

Doch es gibt auch einen anderen Weg: Das Zeugnis anderer, denen wir vertrauen. So seltsam es auch klingt, wir sind gerechtfertigt, weil wir glauben, dass Gottes Wort wahr ist, weil diejenigen, denen wir vertrauen, uns gesagt haben, dass es wahr ist.

Ja, selbst Paulus weist Timotheus darauf, als er ihn ermutigt dem Worte Gottes zu vertrauen: Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. (2. Tim 3,14-15)

Beachte, dass Paulus‘ Ermahnung an Timotheus, weiterhin dem Wort Gottes zu vertrauen, darauf beruht, wer es ihm beigebracht hat: du weißt ja, von wem du gelernt hast. Es besteht kein Zweifel, dass es sich um Timotheus‘ Mutter Eunike und Großmutter Lois handelt ( 2. Tim 1,5).

Anders ausgedrückt: Ein Grund (aber nicht der einzige) dem Worte Gottes zu vertrauen, ist das Zeugnis derer, denen wir vertrauen. Und dies gilt insbesondere für Eltern (oder Großeltern).

Natürlich klingt eine solche These in unserer antiautoritärer Kultur lächerlich. Einige übliche Einwände klingen so:

1. „Das Zeugnis anderer ist kein gültiger Grund für unseren Glauben. Wir müssen es persönlich überprüfen.“

Gemäß diesem Einwand können wir nur etwas glauben, von dem wir selbst genügend Beweise gesammelt haben. Doch dies ist für die meisten Dinge, die wir wissen nicht wahr. Darüber hinaus verrät es ein naives Vertrauen in unsere modernen investigativen Fähigkeiten – was der Philosoph Alvin Plantinga als „Aufklärungsoptimismus, der aus dem Ruder läuft“ bezeichnet. (Warrant and Proper Function, 78)

Platinga führt aus:

„Kann ich wirklich unabhängig von jedem Zeugnis erfahren, dass es im fünften Jahrhundert vor Christus einen Krieg zwischen Athenern und Spartanern gab? Kann ich so entdecken, dass Plato ein Philosoph war? Oder dass die Frau, die ich für meine Mutter halte, es wirklich ist? Oder dass ich den Namen bekommen habe, von dem ich es denke? Oder dass es ein Land mit dem Namen „Australien“ gibt?“

Er folgert: „Wir sind daher für das meiste, was wir wissen, auf Zeugnisse (testimony) angewiesen“.

2. „Meine Eltern könnten sich irren“ Weiterlesen „Können wir glauben, dass Gottes Wort wahr ist, weil unsere Eltern es uns gesagt haben?“

Die Überlegenheit des Christentums

eph3_14

Zu Ostern bekenne ich: Ich bin völlig davon überzeugt, dass das Christentum allen anderen Lebensmodellen, Welterklärungsphilosophien und Weltbildern überlegen ist. Und das sogar um Dimensionen. Jawoll, diese Überzeugung prägt sogar mein Leben. Niemals würde ich auch nur eine Zeile irgendwo öffentlich für die Sache Christi schreiben oder reden, wenn es bloß mein Hobby, eine eigentlich unwesentliche Ansicht wäre. Weil ich überzeugt bin, dass ich der Wahrheit auf der Spur bin, kann ich aber nicht schweigen. Niemals könnte ich auch nur eine Sekunde sachlich kühl und eigentlich völlig unbeteiligt einen Gedanken an das Christentum verschwenden. Nein, es ist vielmehr meine ganze Überzeugung. Wie man etwas ohne Überzeugungen anhängen kann, ist mir völlig schleierhaft.

Das Beste wählen!

Ich bin nicht Christ, weil ich eine christliche Tradition hinter mir habe, oder weil ich hier eine gute Tradition meiner Kultur sehe, die es zu wahren gilt, sondern weil ich wirklich überzeugt bin, dass Christus DIE Wahrheit ist!  Er offenbarte sich in seinem Wort, auch für mich! Wäre nicht das Christentum meine geistliche Heimat, würde ich mir eine andere suchen. Würde ich auch nur einen Augenblick daran denken, dass eigentlich alle Modelle mehr oder weniger gleich sind, dann wäre ich auch kein Christ mehr, sondern ein Anhäger einer solchen relativistischen Lehre. Und es ist gut möglich, dass ich davon dann überzeugt wäre und es für überlegen hielt, den Relativismus zu verkündigen. Aber eines wäre ich nicht: Ich wäre kein Christ mehr. Es ist mir eben nicht alles gleich, und ich will überall das Beste haben. Ich beanspruche es, auch Religionen nebeneinander zu stellen, und sie zu vergleichen. Und das Christentum scheint mir hier im Vergleich mit allen anderen Modellen wie das Licht im Vergleich zur dunklen Nacht. Immer wieder beobachte ich so viele meiner Mitbürger, wie sie äußerst gewissenhaft selbst drittrangige materielle Entscheidungen mit viel Überlegung und Abwägen treffen. Man vergleich, liest Kundenbewertungen, telefoniert gar mit dem Vertrieb. Dabei geht es nur um eine geringfügige Investition, die nur einige Tage halten wird. Alles gilt es zu bewerten, zu prüfen und genau abzuwägen. Doch wenn es um ein Lebensmodell geht, dann scheint jeder kleinste Gedanke bereits vergeudete Zeit zu sein. Da kann ich so nicht mitgehen! Ich will das beste Lebensmodell wählen, ich will die beste Religion vertreten! Weiterlesen „Die Überlegenheit des Christentums“