Für wen ist Christus gestorben?

Eine Analyse zum Römerbrief!

Eduard Klassen hat mir freundlicherweise diese Aufstellung zur Verfügung gestellt. Die Antwort: Für sein Volk, dass an ihn glaubt!

Römer 1,16

 

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen;

Das Evangelium hat eine rettende Kraft für die Glaubenden.

Römer 3,22

 

nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. Denn es ist kein Unterschied;

Gerechtigkeit Jesu kommt nur auf die Glaubenden.

Römer 4,24–25

 

24 sondern auch um unsertwillen, denen es angerechnet werden soll, wenn wir an den glauben, der unseren Herrn Jesus aus den Toten auferweckt hat, 25 ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.

Paulus spricht ausdrücklich nur von denjenigen, die glauben. Für deren Übertretungen und deren Rechtfertigung ist Christus gestorben und auferstanden. (Für alle anderen – noch ungläubigen – trifft das nicht zu.)

Römer 5,8

 

Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Nur die Gläubigen können wahrlich bekennen, dass Christus für sie gestoben ist. Paulus sagt nirgends im Römerbrief, dass Christus für alle gestorben ist. Dagegen betont er einige male das „für uns“.

Römer 5,15

 

Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wieviel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen.

Jeweils nicht alle. Sowohl was die Folgen Adams betrifft, als auch die Rettung durch Jesus.

Römer 5,19

 

Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.
Römer 8,1

 

So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Nur die Erlösten können das aussprechen.

Römer 8,4

 

damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Gerechtigkeit wird den Geistlichen angerechnet.

Römer 8,32

 

Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?

Nicht für alle.

Römer 8,34

 

Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!

Für uns. Wie klar und schön.

Römer 9,23

 

damit er auch den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeige, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat?

 

Römer 10,4

 

Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.

Gerechtigkeit – das zentrale des Kreuzestodes – nur für die Gläubigen. Wenn er Gerechtigkeit für alle erworben hätte, dann würden auch alle gerettet werden.

Römer 10,13

 

denn: »Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«.
Römer 14,15

 

Wenn aber dein Bruder um einer Speise willen betrübt wird, so wandelst du nicht mehr gemäß der Liebe. Verdirb mit deiner Speise nicht denjenigen, für den Christus gestorben ist!

Für den Bruder ist Christus gestorben.

Auch lesenswert: Warum ist Jesus in die Welt gekommen?

Loblieder über die Souveränität Gottes

Beim Lesen der Psalmen wird deutlich wie die Allmacht und Souveränität Gottes besungen wird. Das ist wohl der größte Beweis dafür, dass sich Christen nicht der Lehre um die Souveränität Gottes schämen müssen, sondern viel Heil darin verborgen ist, die Größe, Macht und Herrschaft Gottes über Raum und Zeit zu sehen und zu loben! Unbegreiflich? – Na klar! Deswegen lieber darüber schweigen? – Niemals!

  • Was mir nach der Durchschau der ersten 14 Psalmen auffiel: Es gibt nicht einen davon, der nicht direkt mindestens eine Eigenschaft Gottes beschreibt!
  • Es gibt ein Verhalten der Gnade über sein Volk! Ein Verhalten des Gerichts (eines brutalen, knallharten und dabei völlig rechtmäßigen Gerichtes) gegen seine Feinde!
  • Schlüsselwort DENN! Immer wieder klingt die Erinnerung an die Souveränität Gottes als Begründung für Gebete in tiefster Not heraus
  • Zusätzlich vielen immer wieder Beziehungen Gottes auch zu einer einzelnen Person (David) auf. Der echte, wahre David Jesus ist natürlich der, der diese Gebete völlig für sich beanspruchen konnte. Wir als begnadigte Gerechte, können dies durch die Rechtfertigung auch.
  • Die Bandbreite der Verheißungen reicht von Hilfe in eher trivialen Alltagssorgen (des bedrückten Armen) bis zur Erfüllung des großen Heilsplanes (Seinen König auf Zion einzusetzen)

Anmerkung: Neben diesen direkten Aussagen, gibt es noch viele Aufrufe (Zerbrich den Arm der Frevler in Ps. 10,15 oder Steh auf, erhebe deine Hand Ps. 10,12). Da wir von der Inspiration und Gottgefälligkeit der Psalmen ausgehen wurden alle diese Bitten ebenfalls erhört, und stellen somit auch indirekt Aussagen über Gottes Eigenschaften fest! Auf die Auflistung dieser indirekten Aussagen habe ich in den unteren Tabellen verzichtet.

Gottes Gnade über sein Volk Gottes Gericht über seine Feinde
Der Herr kennt den Weg der Gerechten (Ps. 1,6) Der Herr lacht über seine Feinde und verspottet sie (Ps. 2,4)
ER hat seinen König eingesetzt auf Zion (Ps. 2,6) Frevel gefällt Gott nicht (Ps. 5,5)
ER führt seine Heiligen wunderbar (Ps.4,3) Böse können vor ihm nicht bestehen (Ps. 5,5)
DENN:Der Herr segnet die Gerechten (Ps. 5,13) Er vernichtet die Lügner (Ps. 5,7)
Der Herr hilft frommen Herzen (Ps. 7,11) Alle Blutgierigen und Falschen sind ihm ein Gräuel (Ps. 5,7)
Gottes Name ist Herrlich überall (Ps. 8,2,10) Gott ist ein gerechter Richter (Ps 7,12)
ER bereitet sich einen Lob aus dem Munde von Kleinkindern vor (Ps. 8,3) ER wetzt sein Schwert und tötet mit feurigen Pfeilen die Unbusswilligen (Ps. 7,13-14)
Der Herr ist ein rechter Richter auf seinem Thron (Ps. 9,6), ewiglich (Ps. 9,8) und wird den Erdkreis richten (Ps. 9,9) Der Herrr schilt die Völker und vernichtet Frevler ,ja er vernichtet ihren Namen auf immer und ewig (Ps. 9,6)
Der Herr ist der Armen Schutz besonders in Not (Ps. 9,10) Der Herr hasst den Frevler und Gewalttätigen (Ps. 11,5), ja er wird sie mit Feuer, Schwefel und Glut strafen (Ps. 11,6)
ER verlässt den nicht die ihn suchen (Ps. 9,11) Der Herr sucht einen Gerechten auf der Erde und findet ihn nicht (Ps. 14,2-3)
DENN: Er vergisst der Armen und Elenden nicht (Ps. 9,19)
ER sieht alles (Ps. 10,14)
Das Elend und das Jammer der Menschen ist in seinen Händen (Ps. 10,14)
ER ist der Waisen Helfer (Ps. 10,14)
Der Herr schenkt Heilsgewissheit nach dem Verlangen der Elden (Ps. 10,17)
Der Herr ist in seinem heiligen Tempel/Thron im Himmel (Ps. 11,4)
Seine Augen prüfen die Menschenkinder (11,5)
DENN: Der Herr ist gerecht (Ps. 11,7)

Gottes Verhalten gegenüber David
DENN: Er schlägt alle Feinde Davids auf die Backe und zerschmettert der Frevler  Zähne (Ps. 3,8)
Er tröstet David in der Angst (Ps. 4,2)
Er hört Davids Gebet (Ps. 4,4)
Er leitet David in Gottes Gerechtigkeit (Ps. 5,9)
DENN: Der Herr hört Davids Weinen und Flehen und Gebet (Ps. 6,9)
Der Herr schafft David Recht (Ps. 7,9)
Der Herr führt die Sache Davids (Ps. 11)
DENN: Gott ist Gnädig zu David (Ps. 13,6)

Kreuz und Ärgernis

David and Goliath

1. Korinther 1,23: „wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;“

Ich liebe es mit meinem vierjährigen die Geschichte von David und Goliath anzuschauen. Er kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der starke, gut gerüstete Krieger Goliath sich von einem schmächtigen kleinen Hirtenjungen töten lassen hat. Das passt ihm so sehr nicht ins Zeug, dass er diese Geschichte total in Frage zieht und sie auch schon mehrfach umgedichtet hat. Selbst das Lied „Nur mit einer Schlinge“ (leider darf ich den Originaltext des Liedes hier nicht veröffentlichen ), dass diese Begebenheit besingt hat er entsprechend umgedichtet: Am Ende fällt der kleine Mann um.

Ich glaube er gibt etwas zu, was viele Christen schon vergessen haben: Die biblische Botschaft ist unfassbar anstößig. Und das bis in ihren tiefsten Kern: Sie besagt nämlich, dass der Mensch einen Erlöser benötigt! Der Mensch ist hilflos und benötigt Rettung von außen, diese kann nur aus Gnade durch Christus erfolgen. Wenn ich diese Zwei Sätze Nichtchristen erzähle, erlebe ich immer diese Reaktion: Prinzipiell kann man mir argumentativ folgen und verstehen, jedoch gibt es zwei Arten der Ablehnung:

  • Intellektuelle Ablehnung von jeglichem Übernatürlichem. Entsprechend kann Christus heute auch keine umkrempelnden Wunder tun.
  • Akzeptanz von Übernatürlichem, aber nicht Akzeptanz der Erlösungsbedürftigkeit. es kann einfach nicht sein, dass man nicht selber erlösen könne.

Insgesamt aber geben alle die unfassbar provozierende, anstößige und herausfordernde Botschaft der Bibel zu. Diese ist auch bei David und Goliath herausfordernd. Im Endeffekt fällt Goliath weil er nicht an Gott glaubt! Das sollte alles sein?

Was jeder Nichtchrist versteht, scheinen Christen heute gerne auszublenden, dabei ist die Bibel anstößig von vorne bis hinten. Besonders deutlich wird es im Dienst Christi:

  • Herodes freute sich eben nicht, dass ein nettes kleines Kind geboren ist
  • die Pharisäer waren nicht dankbar dafür, dass sie in aller Öffentlichkeit gerügt wurden
  • Die 70 Jünger konnten es nicht akzeptieren, dass man wirklich in jeder Situation von Jesus abhängig ist.

Es reicht nicht, sich damit abzufinden, dass dies nun mal der spezielle Auftrag Jesu ist. Paulus war es ständig bewusst, dass sein Verkündigung super anstößig ist.

 

A Shocking Message

Eine persönliche „shocking message“ (zu deutsch: Schockierende Mitteilung) erlebte ich auf diese Weise:

Als 16 jähriger bis dahin fleißiger Kirchengänger entschloß ich mich regelmäßig die Bibel zu lesen: Die Erfahrungen waren überaus grausam! Um es kurz auszudrücken: Ich war entsetzt! Bei allen Lebensereignissen war doch kaum eines so aufrüttelnd wie die Begegnung mit dem Wort Gottes! Einige Eindrücke, und Fragen die bei mir aufkamen:

  • „Habe ich noch nie gehört!“ Wow, so viele Sachen wurden ja nicht ein einziges Mal in der Predigt erwähnt: Ich habe z.B. überaus gestaunt, wie versaut die Gemeinde der Korinther war. Und diese Leute nannte Paulus trotzdem Brüder? Wahnsinn, dabei schienen es recht seltsame streitsüchtige Hobbypfingstler gewesen zu sein. Menschen, die man üblicherweise als Irrlehrer links (heute wohl eher rechts) liegen lässt. Ganz ehrlich gesagt, über die kleinen Propheten hört man auch heute wenig und ich selbst bin da auch kein gutes Beispiel.
  • „Das Evangelium soll für den Christen da sein?“ Ich habe erwartet, dass Jesus, aber auch die Propehten deutlicher zwischen Nachfolgern und „Nichtnachfolgern“ unterscheiden würden. Aber alle schrieben so viel vom Evangelium, als würden selbst erfahrene Jünger, es zum ersten mal hören. Es war z.B. klar, dass die Briefe der Apostel an Gemeinden geschrieben sind, trotzdem erzählten sie teilweise sehr weitschweifig und oftmals von den Grundlagen auf das Evangelium. Braucht den ein Geretteter noch das Evangelium? Das war für mich etwas neues und unklares, auch ein Punkt, den ich viele Jahre nicht so recht verstand (und auch heute noch stück für stück neu lerne)
  • AT und NT sind sehr nah beieinander! Ich hätte eine deutlich größere Diskrepanz (obwohl das Buch der Richter schon sehr extravagant klang) zwischen AT und NT erwartet, angetroffen hat man eher einen sehr fließenden Übergang (ich meine, die ersten Christen haben ein dutzend Jahre darauf gewartet, bis sie bereit waren den Heiden das Evangelium zu erzählen…)
  • „Bin ich überhaupt unter Christen?“ Es viel schmerzlich auf, dass selbst unsere deutlich konservative evangelikale Liturgie nicht wirklich viel mit der des Neuen Testamentes zu tun hatte: Die Christen trafen sich täglich, sehr häufig (offensichtlich einmal die Woche) wurde Abendmahl gefeiert, man hatte einen sehr originellen Umgang mit Geld (zumindest Lokal). Es entstanden damals viele Fragen darüber, in wie weit die Urgemeinden überhaupt als Prototyp für Gottesdienstgestaltung geeignet sind. Die meisten Beschreibungen waren eher Indizien, weniger Anweisungen.
  • „Bin ich überhaupt Christ?“ Der Apostel Johannes schrieb davon, dass die Christen Gott lieben und ihre Brüder. Das war ein Abgrund: Mir wurde schmerzlich klar, dass schon die Aussage, weil ich Christ bin, strenge ich mich an Gott zu lieben, einen Wurm beinhaltet: Zwingen jemanden zu lieben kann man sich kaum, denn da steht man selbst an erster Stelle. Das schien mir ein unfassbares Hindernis zu sein. Von allen Schriften meiner ersten Runde durch die Bibel konnte ich mit den Schriften des Apostel Johannes wenig anfangen. Sie klagten mich ungemein an oder waren total unverständlich
  • „Kaum Fixierung auf DEN einen Augenblick DER Entscheidung“ Das habe ich ungemein vermisst, Texte über Bekehrungen, Zurufe. Die verschiedenen evangelistischen Predigten von Paulus und Petrus in der Apostelgeschichte wirkten ungemein blass. Ich hoffte sehr eine Stelle zu finden, die einen Altarruf deutlich machen würde und die Entscheidung für Christus klar macht, stattdessen wurde sehr statisch zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Volk Gottes und Heiden, Geretteten und Feinden unterschieden. Statt eines Augenblicks ein ganzes Leben. Das irritierte, gab aber auch irgendwie auf eine mir damals unklare oder schwer zu beschreibende Weise sehr viel Kraft!
  • „Hilflosigkeit des Menschen“ Es war natürlich wieder Johannes (man muss hier hinzufügen, dass mein geistlicher Vater vor allem immer vom Johannes-evangelium angetan war, was das Dilemma verschärfte) der mit der Erzählung über die Begegnung von Jesus mit Nikodemus mich ganz schön vor den Kopf stieß: Ich meine Nebukadnezer will eigentlich was lernen, aber Jesus erzählt ihm was von Wiedergeburt, also von etwas, was er eh nicht verstehen kann, denn das könne eh nur einer wissen, der vom Himmel kommt, und ergreifen kann man es genauso wie den Wind, von dem man nur wisse von wo er weht und wohin er geht. Wow, Nikodemus kam mir ganz schön hilflos vor! Überhaupt wurde mir ein unfassbares Elend des Menschen an ganz vielen Stellen der Schrift deutlich. Nehmen wir z.B. das Gleichnis vom vierfältigen Acker. Als ich dieses Gleichnis zum ersten mal las, war ich entsetzt: Mir war klar, dass wenn ein Zuhörer eher vom „Typ Weg“ ist, er das nicht merken würde, dass er vom „Typ Weg“ ist, denn um das zu merken, müsste das Wort ja bereits Frucht tragen, aber es kann ja kein Frucht tragen, wenn es nicht eindringt, wodurch er bereits aufhören würde, vom „Typ Weg“ zu sein. Und das schlimmste: Er könnte sogar denken, dass er gar nicht vom „Typ Weg“ ist, und eigentlich eher „fruchtbarer Ackerboden“! Nun ja, die tatsächlichen Zuhörer zur Zeit Jesu waren mir da recht egal, aber was ist, wenn genau das auf mich zutraf? Diese beiden Begebenheiten sind exemplarisch für eine zentrale Botschaft der Schrift: „Gott erbarmt sich der Hoffnungslosen!“ Nur wie kann ich hoffnungslos werden, denn selbst wenn ich das weiß, dass sich Gott der Hoffnungslosen erbarmt, und ich mir vornehme hoffnungslos zu werden, steht schon mein eigenes Bemühen darum, und ich nutze etwas als Mittel, was ein Ziel sein soll. –> Das machte mich (Gott sei dank!) hoffnungslos! –> es muss jemand von außen eingreifen, aber wie erwirke ich mir seine Gunst? Wird er mich hören, wenn ich rufe?
  • Gott ist unfassbar gewaltig! Neben dieser Linie der Hilflosigkeit des Menschen eines  entwickelte sich die Zweite der Herrlichkeit Gottes. Ich verstand nicht viel von den Tieren und Rädern bei Hesekiel  (kaum mehr ist es heute), aber recht deutlich war das: Die heiligsten Männer mühten sich dabei ab, die Herrlichkeit Gottes zu erfassen! Schon hiermit waren Sie ordentlich beschäftigt! Wenn schon seine Herrlichkeit kaum ergründlich ist, war es kein Wunder, dass man Gott selbst nicht sehen konnte! Als ich zum zweiten Buch Mose kam und vom Wunsch Moses las, war ich so gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, ob sich denn sein Wunsch erfüllte. Aber er konnte nur die Herrlichkeit unter den Füßen Gottes sehen! Mehr war/ist für einen Menschen nicht drin! –>Damals erkannte ich an dieser Stelle nicht den Sprung zur Offenbarung Gottes in Jesus: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. “ (Joh 1,14)
  • In Christus die Mitte: Damals nur wage aber doch etwas verstanden (vor allem durch „Wer zu mir kommt, denn werde ich nicht von mir stoßen“), dass die zwei Punkte der Herrlichkeit Gottes und der Hilflosigkeit des Menschen nur durch den Mittler Jesus gelöst werden können. Deswegen haben die recht, die verkündigen, dass Christus die Mitte der Schrift sei!

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Laban, ein Götzendiener

Bildergebnis für laban und jakob

„Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, dass du mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene weggeführt hast? Warum bist du heimlich geflohen und hast mich überlistet und mir nichts gesagt, dass ich dich mit Jubel und Liedern, mit Trommel und Leier hätte geleiten können? Du hast mich nicht einmal meine Enkel und Töchter küssen lassen. Töricht hast du gehandelt. Ich hätte wohl die Macht, euch Übles anzutun, aber der Gott eures Vaters hat vergangene Nacht zu mir gesprochen: Hüte dich, Jakob im Guten oder im Bösen anzusprechen. Nun, du bist gegangen, weil du dich so sehr nach dem Haus deines Vaters gesehnt hast. Aber warum hast du meine Götter gestohlen?“ ( 1 Mo 31,26-30)

Neulich packte mich diese Begebenheit: Zwanzig Jahre dient Jakob dem Laban, und das bei weitem nicht nur unter guten Bedingungen Jakobus klagt durchaus berechtigt: „Zwanzig Jahre bin ich jetzt bei dir. Deine Schafe und Ziegen haben nicht fehlgeworfen, und die Widder deiner Herde habe ich nicht gegessen. Was von Raubtieren gerissen war, durfte ich dir nicht bringen. Ich selbst musste es ersetzen, von mir hast du es gefordert, ob es mir am Tag geraubt wurde oder in der Nacht. Am Tag verzehrte mich die Hitze und in der Nacht der Frost, und der Schlaf floh meine Augen.“ (1 Mo 31,38-40). Laban sah, dass Gott Jakob segnete, und er durch diesen Segen reicher und reicher wurde. Aus diesem Grund war er auch mehr als entsetzt, als Jakob plötzlich nicht mehr da war. Er stürzte sich in eine Verfolgung, und hierbei erschien er bereit zu sein, sogar zu töten aus Rache. Er vergaß alle verwandtschaftliche Bindung, die im Falle Jakobs ja sogar mehrfach bestand. Nun Laban lernen wir in 1. Mo als geizig, gierig und undankbar kennen. Was mich aber am meisten fesselte, war sein Götzendienst. Laban konnte Gott auf vielfältige Weise kennen lernen, was er sogar selbst mehrfach bezeugt, aber er verharrt weiter in seinem Götzendienst. Beachtet die Abfolge:

a. Gott erscheint Laban und spricht mit ihm
b. Laban weiß, dass es Gott, der HERR ist
c. Laban weiß, dass dieser Gott stark ist
d. Laban interessiert sich weiterhin nur für seine Götzen

Im Detail:

a. Wenn wir in 1. Mose überhaupt die Leute aufzählen würden, denen Gott der Herr erschien, wäre die Liste nicht besonders lang. Zur Lebenszeit Labans haben wir Abraham, Isaak und Jakob. Vielleicht könnten wir noch Lot dazu zählen. Zu dieser kleinen Schar Gläubiger gesellt sich nun Laban. Beachtet wie umfangreich Laban Gott kennen lernen konnte. Er hatte:

  • Das Zeugnis Jakobs. Jakob hat ihm berichtet, wie Gott seine Familie gesegnet hat. Es heißt, „er erzählte Laban alle diese Begebenheiten.“ (1. Mo 29,13). Hierbei erkennt Laban auch an, dass er ein Verwandter von Jakob ist (1. Mo 29,14). Dabei dürfte ihn eine Erinnerung besonders bewegen.
  • Er war ein Verwandter Jakobs, denn Jakobs Mutter, Rebekka war seine Schwester. Schon viele Jahre zuvor, konnte Laban hautnah erleben, auf welch wunderbare Weise Gott eingriff, um für Abraham einen Erben zu bereiten. Damals kam auch unbedingt zur Sprache, dass Isaak ein Sohn der Verheißung war. Das hat Laban gewusst, dass Isaaks Geburt ein Wunder war. Laban bestätigte die Echtheit dieses Zeugnisses (1.Mo 24,50). Damals sprach er mit seinem Vater Betuel: „Das ist vom HERRN gefügt“. Von diesem HERRN wollte er viele Jahre später aber nichts mehr wissen. (Und im Zweifel wäre es durchaus möglich gewesen auch Abraham und Isaak zu besuchen).
  • Laban konnte sehen, dass Gott mit Jakob war. Nicht, dass Erfolg immer ein Zeichen vom Segen Gottes ist, aber unverkennbar war für Laban, dass Jakob ein Gläubiger ist, trotz all seiner Fehler. Aber offensichtlich drang das kaum durch. Denn die Erfolge Jakobs wollte Laban zu seinen Gunsten wenden. Ob ihn das endgültig blind machte?
  • Schließlich aber, beachtet den Wortlaut in 1. Mo 31,24: „Aber Gott kam des nachts im Traum zu Laban, dem Aramäer und sprach zu ihm. Stellt euch das vor. Gott sprach höchstpersönlich zu ihm. Wie schon oben aufgeführt, das geschah nicht oft in den Erzählungen der Genesis.

b. Die Erscheinung Gottes hätte Laban als Albtraum abtun können. Es lag ja sogar eine Ausrede bereit: Die lange Reise (nun musste er ja sogar die Landesgrenze überschreiten) war beschwerlich, er war müde von dem Dauerritt auf den Kamelen und konnte nur schlecht in einem Zelt schlafen, er war ja auch nicht mehr der Jüngste. Doch das macht er nicht. Er bekennt frei vor Jakob: „Aber der Gott eures Vaters hat vergangene Nacht zu mir gesprochen“.

c. Interessant ist, dass Laban sich dazu zwingt freundlich mit Jakob zu reden. Er ist also sogar diesem Gott gehorsam, der zu ihm sprach. Zähneknirschend zwar, aber doch zwingt er sich zur Selbstbeherrschung. Von Rache bleibt nicht viel übrig, und so klammert er sich an den einzigen Zipfel fest, der ihm bleibt: „Wo ist mein Götze!“

d. Jakob kann es sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass jemand in seinem Haushalt noch an Götzen hängen könnte. Später wird er besseren belehrt und reinigt seinen Haushalt vor denselben (1. Mo, 35,4). Labans Götzendienst war also auch ansteckend, und so hing zumindest Rahel an denselben. Ob Rahel diesen nun aus Furcht versteckt, weil Jakob eine hohe Bestrafung androht oder tatsächlich deswegen, weil Sie selbst am selben hängt, lasse ich offen. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass Rahel in einer spontan arrangierten Flucht nicht vergisst, die Götzen ihres Vaters einzupacken. Laban interessiert sich für einen Götzen, den er nicht einmal finden kann. Warum interessiert er sich nicht für Gott, den HERRN, der ihm so viele Möglichkeiten gab, ihn zu finden!

Wir lernen: Obwohl Gott spricht, führt, mächtig ist, wirkt und obwohl wir dass alles spüren, wissen, anerkennen und sogar teilweise überprüfen könnten, bleiben wir so oft weiterhin einfach ungläubig. Unser Herz hängt weiterhin völlig unverändert an unseren Götzen. Was hätte noch geschehen müssen, um Labans Herz zu verändern? Wenn ich an Laban denke, denke ich auch an Matth. 22,14: Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.“ Dies sagte Jesus, als er das Gleichnis vom Hochzeitsmahl erzählte. So viele lehnten eine Hochzeitseinladung des Königs ab. Wie im Falle Labans lagen ausreichend Evidenzen vor (man kannte König und Sohn, man hörte die Einladung etc…), doch man verwarf die göttliche Einladung mit Nichtigkeiten. Manch ein Geladener hing weiterhin an seinem Götzen. Gott mahnt uns ständig zur Buße. Etwas was wir Menschen, aber auf gar keinen Fall tun wollen. So enttarnen wir uns selbst als Verräter und Bundesbrecher.

Wie sehr müssen wir die Gnade Gottes schätzen, wenn diese bis in uns durchdringen konnte und erwecklich wurde und uns wiedergebar zu einem neuen Leben im Geist.

Vor allem aber bringt es mich zum Erschaudern über mich selbst, der ich ja auch ein Mensch bin wie Laban, auch ein Sohn Adams. Wie sehr liegt mir Götzendienst näher als ein rechter Gottesdienst vor Gott dem HERRN!

Biblische Theologie im Hebräerbrief

Photo of Thomas R. SchreinerThomas R. Schreiner, Prof. für Neues Testament am SBTS,hielt 2015 am RTS drei Vorträge über die Theologie des Hebräerbriefes.

Im ersten Teil entwickelt der Autor die theologische Struktur des Briefes. Hierbei gibt er wichtige Hinweise zur Typologie. Die typologische Bedeutung kann nicht nur nachwirkend in den Text des AT hinein gelesen, sondern hatte bereits für die Gläubigen des Alten Testaments eine in die selbe Richtung weisende Bedeutung. So konnte ein Gläubiger des AT ein Lamm opfern und darin das Sühneopfer Christi erkennen. Bei dieser Typologie wird immer deutlich, wie überragend der neue Bund gegenüber dem alten ist: Während im AT ein Lamm unwillig und unwissend geopfert wurde, tat Christus willig und bewusst den Willen des Vaters.  Heb.9,15: Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.

Die Überlegenheit wird vor allem im Priesterdienst deutlich (zweiter Teil). Schreiner macht deutlich, wie Jesus Christus in die Priesterwürde reifte, in dem er im Gehorsam wuchs (Heb. 5,5-9). In allen seinen Leiden und Demütigungen entfernte sich Christus nicht vom Vater (was uns oft passiert in Anfechtungen) sondern wuchs im Gehorsam:  (Heb 5:7-9) Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhört, darum dass er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Dieser Priesterdienst ist nach der Ordnung Melchisedeks (z.B. Heb 5,10; 6,20; 7,17) und in jeder Hinsicht besser als der levitische Priesterdienst (z.B. Heb 7,15-17;  7,20; 7,26; 9,11)

Wenn wir nun eine soviel bessere Herrlichkeit haben als am Sinai (Heb 12,18), wie viel mehr gilt dann die Mahnung an diesem Priester fest im Glauben festzuhalten. Das ist ja schließlich die Absicht des Autors: Haltet fest an Christus fest, der euch bewahren wird und fallt ja nicht ab! der Dritte Vortrag befasst sich den Warnungen und Ermahnungen des Hebräerbriefes, die sich an die Gläubigen richten. Schreiner führt dabei die beste Erklärung zu Heb 6,4-6 aus, die ich bisher gehört habe.

Ein Q+A schließt die Vortragsreihe ab. Prädikat: Sehr hörenswert!

Hier geht es zum iTunes-Podcast!

 

David in der Höhle Adullam

Aus der Beschäftigung mit Vern Poythress Buch „Reading the Word of God in the Presence of God“ ist diese kleine Andacht entstanden, die ich heute in einem Hauskreis besprechen werde:

1 Samuel 22,1-2:

1 David ging von dannen und entrann in die Höhle Adullam. Da das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm hinab dahin.

2 Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden und betrübten Herzens waren; und er war ihr Oberster, dass bei vierhundert Mann bei ihm waren.

Ausgangslage:

Beachtet die Ausgangslage: Seit 1 Samuel 19 ist David auf der Flucht vor einem rachsüchtigen Saul. Rache möchte Saul nehmen an David, und schließlich aber vor allem an Gott, der ihn als König verwirft. David soll sein erstes Opfer werden. So flieht David aus seinem Haus und von seiner Frau Michal nach Rama zu Samuel. Gemeinsam fliehen sie nach Najot bei Rama (1. Sam.19,18-24). Dort trifft sich David mit Jonathan und erfährt, dass der Hass Sauls tief in seinem Herzen verwurzelt ist. Es bleibt nur weitere Flucht, zunächst zu den Priestern nach Nob, später dann sogar zu Achisch, einem philistäischen Fürsten.

Schließlich findet David in der Höhle Adullam, also in der Nähe seiner Heimat Schutz. Dort schließen sich ihm zunächst seine Verwandten an, die auch fürchten mussten unter die Räder der Rache Sauls zu kommen und schließlich auch Menschen, die „in Not, in Schulden und betrübten Herzens“ sind. Diese sollen die Ausgangsarmee bilden, die angefangen bei 400 Mann irgendwann das ganze Israel besitzen sollen. Ab diesem Zeitpunkt schließen sich immer mehr Menschen David an, nicht umsonst wird unmittelbar danach berichtet, dass der einzige überlebende Priester Abjatar sich David anschließt. So werden Königreich und Priestertum aus dem Wirkungsbereich Sauls entfernt! David tröstet Abjatar mit den Worten: „Bleibe bei mir und fürchte dich nicht. Denn der, der mir nach dem Leben trachtet, der trachtet auch dir nach dem Leben; du bist bei mir in Sicherheit“ (1. Sam 22,23) Weiterlesen „David in der Höhle Adullam“