Auf der Suche nach schlechter Schokolade

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Umwelt- und Qualitätslogos, die übliche Supermarktprodukte zieren, nahmen in den letzten wenigen Jahren derart zu, dass man  darüber staunen kann, dass sich Platz auf der Verpackung findet, diese zu platzieren. Vor allem bei Schokolade, – etwas was ich unfassbar gerne esse – , ist mir dies aufgefallen:  Selbst die ranzigste Sorte aus der unterste Ecke eines Gammel-Discounters trägt Labels, die darauf hinweisen, dass der Hersteller derselbigen, natürlich den Regenwald schützt, die Kakao-Bauern ehrt, umweltschonend verpackt und ökologisch versendet. So einfach kann man heute die Welt retten: Während ich an meinem Voll-Nuss-Schokoriegel kaue, wird aufgrund meines Umweltbewusstseins ein Baum gepflanzt, einem armen Bauernkind eine Schulbank gebaut und ein LKW mit Biodiesel befüllt…

In dieser Huldigung des Naturalismus ist mir einiges aufgefallen:

  1. Die Bußbereitschaft: Zunächst staune ich darüber, dass Menschen bereit sind, einen Lebensstil als falsch anzuerkennen und umkehren und ihren Wandel ändern. Eigentlich müssten alle Pietisten dieser Welt zur Dankbarkeit darüber aufrufen, dass der durchschnittliche Europäer soviel Bußbereitschaft zeigt! Die Plastiktüten werden zerschnitten, Obst wird lose aufs Band platziert, und Äpfel gibt es nun auch mit Flecken und Furunkeln.  Man möchte beinahe rufen: „Hier ist Wasser! Was hindert’s, dass du dich taufen lässt?“ Doch halt? Wenn der Mensch gut ist, warum muss er dann überhaupt Buße tun? Wenn er im Kern gut ist, und nur von außen negativ indoktriniert wurde, wie kann jemand Gutes von anderen Guten derart indoktriniert worden sein? Und wer sagt was Gut ist, und wer ist der Prophet dieser Botschaft? Wurden wir  aber aus durchaus „Guten“  zu noch „Besseren“ stellt sich die Frage, warum man dann den verachtet, der Fleisch aus konventioneller Haltung in seine Tüte steckt. –> Die Lust an einem gerechten Leben des durchschnittlichen „Konsumenten“ lehrte mich viel über die Sehnsucht der Seele und die Botschaft der Bibel. Hier passt etwas wie die Faust aufs Auge.
  2. Der hohe Gerechtigkeitsanspruch: Ich staune immer wieder wie hoch eigentlich die Messlatte angesetzt wird. Nicht einmal der Konsum einer Tafel Schokolade, also die lächerliche Investition eines einzigen lächerlichen Euros ist einfach nur eine harmlose Tat. Bei Schokolade kommt ja sogar die zweite Instanz dazu: Wie kann man so fahrlässig mit seiner Gesundheit umgehen und die Sozialkassen der Krankenversicherung derart leichtfertig gefährden. Nichts geschieht also einfach so: Fahrlässiger Schokoladenkonsum führt zur Zerstörung der Regenwälder, Misshandlung der Kakao-Bauern und gewaltiger Umweltzerstörung. Klingt nicht auch hier eine wirklich hohe Lehre durch: Ja, vor Gott geschieht nichts einfach so! Nein, alles wird daran gemessen, in welcher Beziehung es zu IHM steht. Keine Tat ist von kurzer Dauer, sondern hat weitreichende, sogar ewige Folgen.
  3. Die Leidensbereitschaft: Am meisten muss ich aber über die Leidensbereitschaft der Konsumenten staunen: Mit Leichtigkeit würde man einer eher mangelhaften Qualität Vorzug geben, um einen grünen Ökoabdruck zu hinterlassen. An den Figuren aus den Ü-Eiern ist mir das aufgefallen. Bis in das Millennium hinein, brüstete man sich mit „handgemalten“ Figürchen. Die rein technische Qualität, auf die man anspielte, steht nun aber nicht mehr im Vordergrund. Heute sind es vor allem kinderfreundliche Kunststoffe, ökologische Schokolade etc. Das alles hat natürlich seinen Preis, den man aber willig zahlt! Um Jehovas, unseres Gottes, willen wäre ich bereit zu leiden! Aber um Artemis willen? Ob sich das lohnt?
  4. Die Heuchler und die Relativisten: Wie in jeder Religion gibt es natürlich die Heuchler, denen die Natur völlig egal ist, und die jedes Label auf die Schokolade kleben (und auch wieder entfernen) würden, so lange es dem Umsatz nützt. Ein großer Lebensmittelhändler wollte nicht mehr reden, sondern handeln und verpackt seine Gurken  nicht mehr in Plastikfolie. Dies wird natürlich mit großen farbigen Reklamen direkt über dem Gurkenregal beworben! Dabei gibt es ja wohl nur eine Sache, die schlimmer als Plastikfolie ist: Tinte, mit der man Plastik bedruckt! Aufgrund dieser oftmals sehr offensichtlichen Heuchelei ist auch die Frustration ernster Bürger oftmals groß. Man will ja Artemis ehren, aber wenn es viele nur machen, um des Mammons willen, wird der Preis der Nachfolge ganz schön groß. Auch hier eine unglaublich große Parallele zur Botschaft des Evangeliums

Fazit: Die Christen vergangener Jahrzehnte handelten oftmals falsch, wenn sie Themen wie Umweltschutz zu sehr übersahen. Klar ist der Schöpfungsauftrag, die Schöpfung zu behüten und zu bewahren, ja sogar darüber zu herrschen (aber nicht wie ein wütiger Diktator). Doch wie viel verlieren wir, wenn wir uns vom dreieinigen Gott abwenden, ja von ihm abfallen und uns der Huldigung der Natur hingeben?

 

 

 

Über staatliche Erziehung (2): Kitas & Co

Ob die folgenden Zeilen allen schmecken werden, weiß ich nicht, ich weiß aber auch nicht, ob angenehme Themen die einzig zulässigen für einen Blog sein sollten? Sollte ich mich mit meinen Thesen völlig irren, dann einfach ignorieren! Ist etwas dran, dann nachdenken, beten und handeln!

Eine persönliche Erfahrung

In der Gemeinde in der ich zum Glauben kam, war es mal unüblich die Kinder in den Kindergarten zu schicken, das galt als weltlich und verpönt. Nur ein dutzend Jahre später (ich bin immer noch unter dreißig) haben sich die Paradigmen gewechselt, und keiner will etwas mitbekommen zu haben: Die Kinder bereits mit drei Jahren in den Kindergarten zu schicken, ist Standard geworden. Meine Frau und ich gelten als skurrile Vögel, die hier unüblich den Gewohnheiten reagieren und auf einen Kindergartenbesuch der drei Kleinen verzichten. Ich meine, wow, noch einige Jahre zurück und wir wären super State of the Art (zumindest in meiner konservativ-evangelikalen Subkultur), nun stehe ich am rechten Rand. Geschichtsvergessenheit at its best.

Seltsame Entwicklung

Es lässt sich nicht leugnen, dass Ganztagesbetreuung von Kleinkindern ein Kommunistisches Phänomen war. Doch nun ist es so, dass fast zweistelliges Wachstum der Kinderzahl in Kindertgesstätten zu beobachten ist. So schreibt das die Konrad-Adenauer-Stiftung: doch boten 2002 erst 24 Prozent der Kindergartenplätze im Westen eine Ganztagsbetreuung an, während diese in Ostdeutschland mit 98 Prozent der Regelfall war. Stellt man der Anzahl der Ganztags-kindergartenplätze die Zahl der Kindergartenkinder gegenüber, ergibt sich für Westdeutschland ein Ganztagsplatz-Kind-Verhältnis von 21 Prozent, für Ostdeutschland von 103 Prozent.  Nun, wenn dürfte es überraschen, dass der kommunistische Osten sehr stark an der Erziehung (eher wohl Umerziehung?—man nenne mich Schelm) interessiert gewesen sein dürfte. Die Einmischung des Staates ging damals meiner Mutter – selbst Atheistin- zu weit, und so war ich eines der wenigen Kinder in den frühen GUS-Staaten, dass nicht staatlich betreut wurde. Bedenke: In BW war noch vor wenigen Jahren ungewöhnlich was heute status quo ist: Kinder bereits unter 3 Jahren in Vollbetreuung zu geben. Unfassbar, und keiner schüttelt darüber den Kopf! Man sieht eher Vereine und die Presse jubeln. Man hat sogar den Eindruck, keiner will zugeben, dass es auch andere Zeiten gab. Eine Praktik des Kommunismus hält Einzug in den Westen und ursprünglich durch den Kommunismus unterdrückte Christen jubeln dieser zu? Wenn man es nicht besser wüste, würde man das für ein Märchen halten! Weiterlesen „Über staatliche Erziehung (2): Kitas & Co“

Den Glauben kompromittieren

Einige Gedanken über Kompromisse im Glauben

Kompromisse im Glauben

a) Oftmals waren es kleine Anpassungen die man sich erlauben müsste, um eine deutliche Erleichterungen zu verspüren. So oft war es ein derart kleiner Kompromiss von geradezu banalen Dingen, die kaum jemand außerhalb auffallen würden, geschweige denn verdammen würde. Zugleich erschien der Lohn zu diesem Kompromiss unvergleichlich viel größer oder der Verlust als Folge davon, in einer solchen Kleinigkeit nicht nachgeben zu wollen, riesig. Blieb man treu im Glauben, blieb man auch einsam in einer Wüste (Aber Gott ist immer gnädig geblieben, und ließ einen dabei nicht allein)

b) Um nicht als gar allzu närrisch zu gelten (Um Christi willen wird man ja ein Narr), erlaubte ich mir häufiger mal einen solchen Kompromiss einzugehen. Doch der Lohn wollte einem nie recht schmecken. Ein belastetes Gewissen und eine zerstörte Beziehung zu Christus waren die Folge. Preist den Herrn, wir haben einen Anker durch Christus der bis ins Allerheiligste reicht (Heb. 6,19). Man war also bereit einen Kompromiss einzugehen, aber Christus lies es einem nicht gelingen und führte einen durch Buße zurück zu sich.

c) Manchmal verwehrte es Christus auch total, überhaupt einen Kompromiss einzugehen, obwohl man mehr als bereit dazu war. Und obwohl (offensichtlich) jeder im Umkreis diesen beging, wollte es einem persönlich nicht gelingen. Die Tür war zu. Auch hier kann ich Gott nur für seine Bewahrung danken.

d) Manchmal wusste/weiß man gar nicht, dass man einen groben Kompromiss duldet. Hier vergleiche ich dass mit einer Brille die man anhat, ohne es zu merken. Diese kann rosa oder grau sein, vergrößern oder verkleinern, die Schärfe nehmen oder nahezu vollständig blind machen. In geistlichen Fragen braucht es eines übernatürlichen Eingriffs (durch das Werk Christi und das Wirken des Heiligen Geistes), dass wir überhaupt erkennen können, dass wir eine solche Brille anhaben.

e) Neben diesen Punkten muss ich auch eingestehen, dass ich bewusst Kompromisse dulde. Man rechtfertigt sich oftmals selbst (Achtung pharisäische Selbstrechtfertigung) mit

  • einer ungewöhnlichen Situation
  • der (angeblichen) Geringfügigkeit des Kompromisses
  • der Ausrede: „Alle anderen täten es auch“

Weiterlesen „Den Glauben kompromittieren“

Die Pharisäer sehen sich bestätigt

Die Pharisäer suchten verzweifelt nach einer Möglichkeit Jesus und seine Nachfolger zu diskreditieren. Jesus war einfach zu demütig um das zu sein, wass er zu sein beanspruchte: Nämlich die Erfüllung aller Verheißungen an Israel. Was dieser Freund der Zöllner, dieser arme ungebildete Zimmermann soll die Erfüllung der dicken Prophetien sein? Zähneknirschend musste man sich eingestehen, dass er die Schrift bis ins Detail kannte und auch noch besser dem Volk erklärte. Auch konnte man keine Anklage vorbringen. Aber halt, doch da waren Dinge: War diese Dienstbereitschaft selbst am Sabbat nicht zu viel des Guten? Es ist doch immerhin das heilige Gebot Mose, dass Jesus hier brach, so leichtferitg brach, so regelmäßig, ständig unterwegs und voll Gnade, voll Hilfsbreitschaft machte er die Mengen gesund und spottete so jahrhundertealten Traditionen

Als man genauer sah, erkannte man noch viele weitere Fehler, vor allem unter seinen Nachfolgern. Ein echter Messias hätte sich niemals einen solchen Haufen ausgesucht. Man stelle sich vor, sie fasteten nicht. Als wäre Israel nicht bedrückt durch die Römer, als wäre der Messias schon da. Man stelle sich auch vor, welch Graus und Schrecken, sie nahmen Mittags die Speise (und man wahr schon dankbar, dass sie nicht am Sabbat die Ähren pflückten…ach halt, das auch noch) mit ungewaschenen Händen zu sich. Voll Selbstzufriedenheit rieben sich die Pharisäer die Hände: Sie wussten sich bestätigt! Solche Menschen können nicht die Jünger des echten Messiases sein. Jeder gute Mensch wusste doch, dass man sich mit ungewaschenen Händen verunreinigt, und zwar klingt das immer so simpel, rein, unrein, aber schließlich ist der Leib eine Schöpfung Gottes (hätten sie das NT gekannt, würden sie sogar hinzufügen: der große und heilige Tempel Gottes) nach seinem Ebenbild. Und ist mann ungewaschen Brot, so steht man in Gefähr unreine Hände zu seinem Mund zu führen…Und die Möglichkeit unrein zu werden ist so vielfach, ein Kadaver hier, ein Heide dort…Und ist man erstmal unrein, ist keine Gemeinschaft mit Gott möglich. Man stelle sich vor, solche unreinen und gleichgültigen Menschen wollen dann noch in den Tempel die Gemeinschaft mit Gott suchen…Und dieser Mensch behauptet er wäre mehr als der Tempel, dann würde er diese Unreinen niemals in seiner Nähe dulden.

So standen die Pharisäer und wuchsen in ihrem Stolz. Jesu erscheinen bestätigte sie weiterhin in ihrem Weg. Und voller Selbstherrlichkeit und Selbstverliebheit gingen sie an der Gnade vorbei. Weiterlesen „Die Pharisäer sehen sich bestätigt“

Christliche Härte

Eine der Lektionen, die mich Gott in seiner Vorsehung lehrte, war etwas, was ich Christliche Härte nenne, womöglich wäre „Männlichkeit“ oder „Stärke“ der biblischere Begriff um das zu beschreiben, was ich meine:

Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark! ( 1 Kor.  16,13)

Einige Lehren:

  • Ein Christ ist hilfsbereit ohne ein Bimbo zu werden. Er sucht nach stabilen (Lösungen, langanhaltenden Hilfen statt schnellen Abmilderungen, die (sind diese erst wieder weg) das Problem nur größer werden lassen. Dafür darf er dann häufig genug Spott hören, dass er ein Heuchler ist, dass er immer behauptet, Christen lieben die Nächsten, aber in der Tat komme er nicht nach (Man rede nur mal mit einem Drogensüchtigen über seine Geldsorgen um genau diese Vorwürfe zu hören zu bekommen)
  • Ein Christ ist nicht  ein Waschlappen à la Flanders (der Didelidu-Christ aus der Serie Simpsons). Er fährt eine klare Linie. Selbst in der Frage ob er der eigenen Familie gefallen soll, entscheidet er sich für die Nachfolge Christi.
  • Ein Christ hat eine klare Kante. Bei allem Verständnis ist er ein kompromissloser Nachfolger Christi. So sucht er weder bei sich noch bei einem Ratsuchenden eine Entschuldigung für Sünde (in den Vorfahren, in der Erziehung, im Staat etc…), denn er weiß: „Alle haben gesündigt“
  • Sein Bekenntnis zu Christus führt dazu, dass er herausfordert, anstößt, provoziert. Selbst beim nachsichtigsten Verhalten muss er sich einfach immer wieder für Christus entscheiden, zur allgemeinen Empörung!
  • Ein Christ weiß (und ich glaube das vergessen wir beim Dienst an unseren Nächsten am Häufigsten) dass er seinen Nächsten nicht erlösen kann, er kann nur ein Wegweiser (mit all seinen Macken, Kratzern und Ecken) auf Jesus Christus sein.
  • Ein Christ wird nur Gott anbeten und nicht seinen Nächsten, auch wenn es seine eigene Mutter, Ehefrau, Ehemann oder Kinder sein sollen.

Was denkt ihr?

Ich liebe dich, aber nur unter diesen Bedingungen…!

barmherziger_Samariter

Einer meiner Freunde hat recht große Probleme in seiner Ehe. Die Ehefrau sagte ihm, dass Vergebung und Versöhnung nur möglich ist, wenn er verschiedene Anforderungen erfüllt. Nun warf er sich mächtig ins Zeug. Als aber die To-Do Liste erfüllt wurde, lag plötzlich eine weitere vor. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von ehelicher Treue, sondern Aussagen, wie “ du musst romantischer werden“, „du musst mir mehr Freiräume geben“ etc… Übrigens, einen beachtlichen Anteil an der Krise in dieser Ehe, haben auch beide Elternteile des Paares. Die eigenen Eltern des Betroffenen versagen ihm jegliche(!) Unterstützung, wie materiell oder beratend, da er sie als jugendlicher (also über 10 Jahre her) „enttäuscht hätte“. Die Schwiegermutter wiederum scheint größte Freude dabei zu haben, Öl ins Feuer zu gießen, wie konnte ihre Tochter sich nur so einen seltsamen Ehemann aussuchen….

Dieses Beispiel erzähle ich als Illustration für Folgendes: Wenn ich Liebe als das wirklich mindeste definiere, nämlich die Fähigkeit zur Gemeinschaft und Toleranz, dann stelle ich fest, wie oft diese Liebe einem verweigert wird, da man den Anspruch dafür erst verdienen muss. In der Praxis sieht das dann so aus: „Ich kann dir nicht helfen, in diese Misslage, in der du bist, hast du dich schließlich selbst reingebraucht, warum warst du auch so blöd, um…“ (Mit beliebigem Ausfüllen). Ach ne, welches Problem ist denn nicht (zumindest zu einem Teil) selbst verschuldet. Wenn ich keine Probleme hätte, würde ich doch gar keine Hilfe brauchen. es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass diese „Liebe mit Bedingungen“ gar keine Liebe ist. Liebe kann man hier auch mit Brüderlichkeit, Freundlichkeit, Treue, Hilfsbereitschaft ersetzen. Einmal brach ein mir sehr wichtiger Mensch mit mir jeglichen Kontakt ab, weil ich eines unserer Kinder so nannte, wie er es sich nicht wünschte. Zu einem anderen Zeitpunkt wurde ich dafür verachtet, dass ich Abitur habe und Studiere, mit der Anmerkung: „Christen, die studieren, darf man nicht trauen“. Die Beziehung zu meiner Mutter ist ebenfalls sehr angespannt, denn Sie ist sehr unglücklich über mich, erfülle ich doch ihre Vorstellungen nicht. Als ich einen beachtlichen Teil der Ansprüche wett machen konnte, wurde die Liste einfach entsprechend um weitere erweitert. Man ist also nicht einen Schritt weiter gekommen auf der Akzeptanz. Hier möchte ich nicht von der anderen Seite vom Pferd fallen, und entgegenrufen, wenn du mich nicht akzeptierst, dann liebe ich dich auch nicht, denn dann würde ich in die selbe Falle tappen (auch wenn die Versuchung dafür manchmal groß ist). Einmal, habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, und habe dieses Szenario sehr deutlich zu spüren bekommen: Wir haben als Familie mal eine eher ungeschickte Wohnungswahl getroffen. Nach nur einem Jahr sind wir dann wieder umgezogen, und als ich einige um Hilfe frug, kam die Antwort prompt: „Warum sollte ich dir jetzt helfen, wärst du doch bloß nicht so doof, dahin zu ziehen“. Das mit dem Umzug ist natürlich eine Kelinigkeit, aber wenn Beziehungen über Jahre leiden, weil wir zu stolz zum Vergeben sind, dann ist die Lage eine ganz andere. Hier zeigen Sünden über Generationen ihre Wirkungen. Weiterlesen „Ich liebe dich, aber nur unter diesen Bedingungen…!“