Der alternative breite Weg

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Es wird gerne davon geredet, dass manche den schmalen Weg unzulässig breit machen. Es fallen dann Stichworte wie: „Das Evangelium verwässern“ oder „liberale/ verweltlichte Gemeinde“. Auf der anderen Seite vom wahren Weg gebe es dann wiederum jene, die den schmalen Weg unnötigerweise zu schmal machen. Hier lauten die Stichworte: „gesetzlich“, „die halten sich für die einzig wahren“ etc…

Nun, die Bibel spricht durchaus von der Mäßigkeit (z.B. 2. Pet. 1,5), und wohl auch in der Möglichkeit zur linken und zur rechten Seite vom Pferd zu fallen (z.B. 2. Kor. 6,7), dennoch denke ich, dass es eine zu sanfte, ja zu verständnisvolle Beurteilung der Gesetzlichkeit. Das Gegenargument darauf, man wäre unnötig streng liegt doch auf der Hand: Lieber übertreibe ich ein bisschen, um doch sicher zum Ziel zu führen.

Paulus, in seiner Ansprache an die Galater kennt da wenig Verständnis. Ja er warnt sie davor, ein „falsches Evangelium“ anzunehmen (Gal. 1,6-7). Das ist doch mal ein hartes Urteil! Doch viel mehr, er sagt sogar, dass die Legalisten nur Angst haben auf den Schmalen Weg zu treten. Zu vielem wären sie bereit, nur um nicht um des Kreuzes Willen verfolgt zu werden.

Gesetzlichkeit hat also wenig mit dem schmalen Weg zu tun, und ist auch der breite Weg, nur in anderer Verkleidung!  Nebenbei gemerkt ist es auch viel zu kurzsichtig gedacht, dass Gesetzlichkeit nur das „konservative“ Lager treffe, vergleich hierzu auch den Vergleich zwischen dem Phari- und dem YOLO-Typ auf hanniel.ch. Ich habe lange um eine geeignete Darstellung des Problems gekämpft und komme auf eine Erzählung! Ich habe versucht, einen möglichst fiktiven Fall zu erfinden, den Verzicht auf Schuhe, doch auch das gab es bereits in der Kirchengeschichte. Doch wenigstens können wir uns dann auf die Seele streicheln, dass wir doch nicht so extrem sind. Ich habe die Geschichte durchaus überzeichnet, doch fürchte ich, dass wir die Lektionen nicht so erkennen, die ich gezielt gekennzeichnet habe:

„Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, in einer Freikirche, die das Evangelium kannte und mutig verkündigte. Doch von Jahr zu Jahr wurde man immer stolzer darauf, dass man besonders „bibeltreu“ sei. Man war froh, viele historische Fehler der Kirchengeschichte, wie die Kindertaufe oder die Irrungen der Reformation überwunden zu haben. Entsprechend hielt man auch wenig von Bekenntnissen, denn man glaubte an die Schrift allein. Eines Tages, als der Eifer für die Sache des Herrn immer mehr nachließ, entdeckte einer der Diakone der Gemeinde beim Bibellesen den regelmäßigen Aufruf zum Verzicht auf Schuhe.Natürlich, Mose musste die Schuhe ausziehen, als er heiliges Land betrat (2. Mo. 3,5). Ein Gebot, dass bei Josua wiederholt wurde (Jos. 5,15), als er dem Fürsten über das Heer Israels, einer Christologie im AT, entgegentrat. Kein Wunder rief auch Christus seine Jünger auf, im Dienst auf Schuhe zu verzichten (Luk. 10,14 Anmerkung: Der Diakon kam ganz schön ins Schwitzen, als er die Parallelstelle in Mk. 6,9 zum Vergleich heranzog, doch sein Urteil war bereits gefällt). Das die Gemeinde ein heiliger Ort ist (vielmehr natürlich im neuen Bund), daran kann gar kein Zweifel sein, dass Schuhe etwas profanes sind, ebenso: Man läuft auf dem schlimmsten Dreck und bringt in dann in das Haus Gottes!

Der Diakon war bekehrt, und bei der nächsten Brüderversammlung setzte er sich vehement darauf ein, dem Worte Gottes gehorsam zu sein. Es gab durchaus einigen Widerstand im Gemeinderat, doch wollte der Pastor, als Schwager des Diakons nicht unnötig Frieden in der Gemeinde haben und man einigte sich relativ zügig auf eine Kompromisslösung: Schuhlosigkeit für alle mit Verantwortung in der Gemeinde. (LEKTION 1: Gesetzlichkeit findet einen guten Nährboden in Vetternwirtschaft und Ansehen der Person)

Nun, zunächst gab es durchaus etwas Irritation, einige riefen etwas von: „Das galt nur im AT“, doch die Verweise auf die Reden Jesu waren schließlich überzeugend. So erkannte nun jeder an, dass eine gewisse Geistlichkeit auch eine Verantwortung gegenüber den Geschwistern bringt, denn die Brüder „werden sich dabei ja etwas gedacht haben“, und man „könne nicht unnötig streng werden, selbst wenn man nicht hunderprozentig wisse, ob es wirklich ein Gebot Christi sei, wolle man seine Ehrfurcht vor Gott ausdrücken“ (Lektion 2: Gesetzlichkeit führt geradezu automatisch zu einer Unterteilung in „Geistlichen Adel“ und „Geistlichen Pöbel“, oder modern: in „geistlich“ und „fleischlich“, in „Diener“ und „Normale, doch was sagte Petrus in 1. Pet. 2.9? die Kirchengeschichte lässt grüßen!)

Nun so ging es eigentlich geradezu unverändert weiter, nach einiger Zeit (es ging schneller als man dachte), gewöhnten sich eigentlich alle daran, auch die weniger regelmäßigen Besucher. Doch der Sauerteig wächst unsichtbar und doch schleichend.

Man muss dazu wissen, in dieser Gemeinde gab es relativ viele aktive Geschwister (Laienpredigt, Hauskreis, Kinderarbeit, Musikarbeit), und schon bald erkannte der Diakon, dass er seine drei Söhne irgendwie auch zum Dienst motivieren sollte. Doch diese gingen in geradezu kindlicher Unschuld immer noch in Schuhen in die Kirche. Dabei wurde aktuell ein neuer Musikleiter gesucht, eine perfekte Aufgabe für seinen Sohn. Wie konnte er das aber der Gemeinde deutlich machen, dass hier geistliche Gaben vergammelten? Nun, er war ja nicht von schlechten Eltern und hatte schnell eine Lösung: Er überzeugte seinen Sohn auch zu einem Barfüsser-Gottesdienstbesuch. Viele waren beeindruckt: So jung, und schon so eifrig! Mehrfach wurde er in der Predigt als Beispiel für Bibeltreu erwähnt.Und so wurde er, ehe man sich versehen konnte, zu einem würdigen Nachfolger in der Musikarbeit. Sein Beispiel reizte viele zur Nachfolge, und in wenigen Jahren war der Gottesdienstbesuch mit Schuhen geradezu profan. (Lektion 3: Gesetzlichkeit ist heuchlerisch)

Die Gemeinde erkannte in dem neu erwachten Eifer der Jugendlichen eine Erweckung. War es nicht das, wofür man schon seit Jahren gebetet hatte? Und so war man sehr stolz auf sich, ja im Vergleich zu den anderen über 50 Gemeinden im Gemeindeverband war man dem Wort Gottes gehorsam. Und hier blubberte der Sauerteig schon ordentlich vor sich hin: Drei Mal im Jahr gab es nämlich Verbandskonferenzen. Mehrere Tausend Christen kamen hier zusammen, zu Lobpreis und Gebet. Nun, unsere Mustergemeinde ging natürlich auch auf diese Veranstaltung ohne Schuhe hin. Zunächst belächelt, gab es aber schließlich einen Konzil, und obwohl ziemlich genau die Hälfte der 50 zusammengekommen Pastoren dieses Verhalten durchschaute und ablehnte, wollte man doch einen friedlichen Kompromiss finden und einigte sich schließlich auf vollständigen Schuhverzicht auf allen gemeinschaftlichen Konferenzen. Siehe da, bei der ersten, dieser geweihten Konferenzen verzeichnete man auch zwei Bekehrungen mehr als sonst, und sah dies als ein klares Zeichen dafür, dass Gott hinter diesen Maßnahmen steht (Lektion 4: Gesetzlichkeit wird blind für das Evangelium)

Doch natürlich blieb es auch nicht dabei stehen: Denn einige Gemeinden des Verbandes wollten das wohl für eine Konferenz vertragen, aber als Sitte anerkennen, fiel das doch zu schwer. Nun, was unternahm unsere liebe Kirchengemeinde? Man stellte fest, dass die Sache doch ernster war, als man dachte, ging es doch schließlich darum, dem Worte Gottes treu zu bleiben. Also nahm man diese Regel schriftlich in die Gemeinderichtlinien auf. Ja, es wurde gar eine Handreichung (der Diakon durfte kräftig mitwirken, übrigens war er nun auch Präsident der Diakonie des Gemeindeverbandes, was er als klaren Segen Gottes verbuchte) verfasst, die diese Sitte erläuterte. Zunächst wurde, wieder war es unser Diakon, der immer mehr als eifriger Prediger auffiel, ein Themen-gottesdienst gehalten, der die Barfüßigkeit zum Thema hatte: Zunächst wurde die Heiligkeit des Hauses Gottes in den schönsten Farben gezeichnet, dann die Profanität der Schuhe dargestellt und mit völliger Überzeugungskraft unsere Verantwortung, würdig vor den Herrn zu treten, geschildert. Schließlich aber auch die raue Zeit des Abfalls geschildert, in der so viele, die sich Christen nennen, nicht bereit sind diese klare Lehre der Schrift anzuerkennen. Nun, es war ja auch die letzte Zeit! Die Gemeinde war geradezu euphorisch! So wurde immer weniger das Evangelium gepredigt, und immer mehr, dieser Punkt, diese Sitte, dieses Gesetz von allen Seiten beleuchtet, man war froh, vielen anderen Christen überlegen zu sein. (Lektion 5: Gesetzlichkeit macht stolz, separatistisch und unzufrieden) Wie diese Entwicklung endete, muss nicht lange erläutert werden: Der Verband zerfiel in zwei Teile, unsere Gemeinde blieb im „bibeltreuen“ Teil. Doch wir verweilen bei unseren Treuen Schäffchen:

Bekanntlich geht der Krug solange zum Brunnen bis er bricht. Und so nahm diese Entwicklung ein ganz schmähliches Ende. Man muss wissen, dass natürlich Ananias und Saphira, aber auch der reiche Jüngling und der reiche Kornbauer aktive Mitglieder dieser Gemeinde waren. Eines Tages geschah es auch, dass der Reiche Mann und Lazarus sich hierhin zum Gottesdienst verirrten. Der reiche Mann gewann schnell die Herzen der Gemeinde. Ihm fiel es mit seinen wohlbehüteten Schuhen leicht, nach intensiver Pediküre und Balsamierung auf den kalten Fließen des Gemeindehauses zu wandeln.  Zweifel an seinem Glauben wurden durch eine großzügige Spende für ein geplantes Fußwaschbecken im Foyer schnell beseitigt. Doch was sollte Lazarus tun? Seine ganzen Füße waren voll von Wunden. Mit mehreren Lappen waren diese nur notdürftig umwickelt. Mit diesen war das Gehen gerade noch möglich, doch ohne Lappen, geradezu unmöglich. Auch wollte er seine Wunden nicht unnötigerweise, auch aus Scham entblößen. Doch sollte man darauf Rücksicht nehmen? War das nur nicht eine alte Ausrede, und zeugte sein ganzer Zustand nicht schon glasklar von einer geistlichen Oberflächlichkeit. Man wollte es partout nicht dulden, dass Lazarus seine Verbände wirklich brauchen sollte. Musste man wirklich diesen Unfrieden stiften? Alle anderen kriegen das doch schließlich auch hin! Und so musste man schweren Herzens Lazarus schließlich Hausverbot erteilen. Die Heiligkeit des Hauses Gottes durfte nicht einfach so profanisiert und geschändet werden. Ja es wurde in der Gebetsstunde sogar zum Gebet für Lazarus aufgerufen, dass er doch zur Erkenntnis der Wahrheit kommen möge. So stieß man den, der in dem Schoße Abrahams ruhen sollte, aus seinem Kreis.  (Lektion 6: Gesetzlichkeit macht lieblos) An dieser Stelle war die Gemeinde nur noch eine Haaresbreite davon entfernt, nicht mehr die Gemeinde des Herrn zu sein. Ob sie wohl noch zur Erkenntnis der Wahrheit kam?“

Die obige, allzu wahre Geschichte ist so natürlich schon zu oft passiert. Ich hoffe zeigen zu können, dass die Symptome des Legalismus und des Antinomismus sich sehr ähneln:

  • Verlust der Evangelistischen Botschaft
  • Verkündigung des Moralismus
  • Separatistische Hochmütigkeit, Gleichgültigkeit
  • Lieblosigkeit und zunehmend unweises Verhalten.

Da wir so viel von Schuhen geredet haben, ein Vers aus Amos 2,6 zum Schluß:

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Unfähig oder Gleichgültig?

und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4–5 in Mark 12,30).

Um als Teen in den Gottesdienst zu kommen, musste ich einen ganz schön teuren Preis dafür zahlen. Man lehrte mich, dass ein „bibeltreuer“ Gottesdienst nur in einem 30 km entfernten Ort gewährleistet war. So wurde ich mit einem VW-Bulli zweimal in der Woche und zweimal sonntags von einem Prediger abgeholt, der noch einige weitere – vor allem ältere Menschen aus der Gegen einsammelte – und zum Gottesdienst brachte. Dadurch war ein beträchtlicher Teil meiner Kindheit davon geprägt, der Konversation von älteren Damen zu lauschen. Nun die Empörung wird natürlich groß sein, wenn ich jetzt erkläre, dass man wenig gescheites zu hören bekommen hat, aber so war es trotzdem!

Einen Punkt möchte ich besonders hervorheben. Recht häufig beklagte man sich über nachlassende Intellektuelle Kräfte, dass man kaum noch Kraft und Ressourcen zum Bibellesen fände, und die wenigen Kraftmomente wären durch Enkelkindbetreuung  und Haushalt verbraucht. Doch ich durfte immer wieder staunen, wie alle vergessenen Kräfte erwachten, wenn es um allerlei unterschiedliche Heilmittel ging, ein Thema, welches vor allem von einer Dame mit hingegebener Leidenschaft geführt wurde. Nie waren die Gespräche leidenschaftlicher und intensiver. als es um die neueste Entdeckung von Mittelchen, Rezepten und Kräutern ging. Bis heute könnte ich stundenlang über die Wunderwirkungen von Callisia fragrans reden. Bei entsprechender Witterung und Vollmond geerntet und in ausreichend Alkohol eingelegt hat es selbst Dutzenden Krebskranken, denen kein Arzt mehr helfen konnte, geholfen. Nun, jetzt könnte man meinen, dass ich nichts zu tun habe, als mich über ehrwürdige alte Kämpferinnen des Christlichen Glaubens auszulassen. Aber genau das ist doch meine Sorge, dass ich wenig zu hören bekommen habe von geistlichen Erfahrungen mit dem Herrn, von Trost in der Schrift.  (Vergleiche auch die Berufung älterer Frauen gemäß 1 Tim 5,2 oder Tit 2,3) Christentum war flop, aber Gesundheit war top. Ist es falsch, sich um seine Gesundheit zu kümmern? Wohl kaum!

Das ärgert mich, ja auch so viele Jahre später, viel weniger an diesen alten Schwestern, als an vielen anderen, die gerne auf Unfähigkeit verweisen, damit aber Gleichgültigkeit meinen. Dutzende Male erlebte ich „Handwerker“ und sogenannte „einfache Menschen“, die sogar sehr stolz darauf waren, dass sie  keine Theoretiker, sondern Praktiker waren. Selbst einfachste Glaubensfragen waren zu kompliziert, auch unnötiges Pfaffengeschwätz, und überhaupt man weiß genug, zu handeln. Aber frage so einen Handwerker nach irgendeinem Bodenbelag oder irgendetwas ähnlichem aus dem Hausbau aus. Du bekommst geradezu die ganze Kulturgeschichte von Bodenbelägen aufgesagt, samt einer Analyse unterschiedlichster Arten, dem Zweck derselbigen, dem günstigsten und dem besten Lieferanten, der besten Verlege-Art und der durchdachtesten Pflege. Untermalt werden diese sachlichen Darstellung durch verschiedenste Zeugnisse verschiedenster Erlebnisse, die man zu berichten hat.  Überall dürfen die Ansprüche also ja nicht hoch genug sein, außer es geht um Fragen des Glaubens, da darf man nie zu einfach genug bleiben, nie zu allgemein genug. Bis man so trivial wird, dass man sich zu Tode langweilt, und doch wieder lieber über seinen nächsten Bodenbelag nachdenkt. Ich könnte viele christlichen Jugendliche und Teenager auftreiben, die ohne weiteres sämtliche Spieler des FC Bayern auflisten können, ohne auch nur einen Psalm der Bibel auswendig zu kennen. Was geht hier schief?  Ist Fußball das Problem? Wohl kaum!

Neben dieser Prioritätenverschiebung beobachte ich auch eine Versteifung und übertriebene Beharrlichkeit auf dem, was man wisse. Neulich erklärte mich ein Mensch zu einem Ketzer und zu und einem Menschen der Spaltung anrichte, weil ich nicht bereit war zu bestätigen, dass man aus 2 Mo 20,26 auf den Verbot von Shorts schließen könne. Ich kenne einige Analphabeten, die völlig selbst verschuldet im Analphabetentum geendet sind, und dennoch völlig gewiss die haarstreubendsten Behauptungen aufstellen können. Manchmal liegt trotz Kirchgang, Bibel lesen und Gebet so wenig Wissen von Christus und seinem Werk vor, dass man sprachlos wird. Ich möchte hier keine Ansprüche hochschrauben, aber was ist von einem Glauben zu halten, der nichts von den dahinterliegenden Tatsachen hält?

Das größte Gebot ist klar, dass wir Gott von allen Kräften, Mitteln, nach allem Wissen, mit allen Emotionen und von ganzem Herzen und Wesen zu lieben haben. Wie oft versage ich hierin! Wie gut, dass wir als Christen die Möglichkeit zur Buße haben!

 

Auf der Suche nach schlechter Schokolade

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Umwelt- und Qualitätslogos, die übliche Supermarktprodukte zieren, nahmen in den letzten wenigen Jahren derart zu, dass man  darüber staunen kann, dass sich Platz auf der Verpackung findet, diese zu platzieren. Vor allem bei Schokolade, – etwas was ich unfassbar gerne esse – , ist mir dies aufgefallen:  Selbst die ranzigste Sorte aus der unterste Ecke eines Gammel-Discounters trägt Labels, die darauf hinweisen, dass der Hersteller derselbigen, natürlich den Regenwald schützt, die Kakao-Bauern ehrt, umweltschonend verpackt und ökologisch versendet. So einfach kann man heute die Welt retten: Während ich an meinem Voll-Nuss-Schokoriegel kaue, wird aufgrund meines Umweltbewusstseins ein Baum gepflanzt, einem armen Bauernkind eine Schulbank gebaut und ein LKW mit Biodiesel befüllt…

In dieser Huldigung des Naturalismus ist mir einiges aufgefallen:

  1. Die Bußbereitschaft: Zunächst staune ich darüber, dass Menschen bereit sind, einen Lebensstil als falsch anzuerkennen und umkehren und ihren Wandel ändern. Eigentlich müssten alle Pietisten dieser Welt zur Dankbarkeit darüber aufrufen, dass der durchschnittliche Europäer soviel Bußbereitschaft zeigt! Die Plastiktüten werden zerschnitten, Obst wird lose aufs Band platziert, und Äpfel gibt es nun auch mit Flecken und Furunkeln.  Man möchte beinahe rufen: „Hier ist Wasser! Was hindert’s, dass du dich taufen lässt?“ Doch halt? Wenn der Mensch gut ist, warum muss er dann überhaupt Buße tun? Wenn er im Kern gut ist, und nur von außen negativ indoktriniert wurde, wie kann jemand Gutes von anderen Guten derart indoktriniert worden sein? Und wer sagt was Gut ist, und wer ist der Prophet dieser Botschaft? Wurden wir  aber aus durchaus „Guten“  zu noch „Besseren“ stellt sich die Frage, warum man dann den verachtet, der Fleisch aus konventioneller Haltung in seine Tüte steckt. –> Die Lust an einem gerechten Leben des durchschnittlichen „Konsumenten“ lehrte mich viel über die Sehnsucht der Seele und die Botschaft der Bibel. Hier passt etwas wie die Faust aufs Auge.
  2. Der hohe Gerechtigkeitsanspruch: Ich staune immer wieder wie hoch eigentlich die Messlatte angesetzt wird. Nicht einmal der Konsum einer Tafel Schokolade, also die lächerliche Investition eines einzigen lächerlichen Euros ist einfach nur eine harmlose Tat. Bei Schokolade kommt ja sogar die zweite Instanz dazu: Wie kann man so fahrlässig mit seiner Gesundheit umgehen und die Sozialkassen der Krankenversicherung derart leichtfertig gefährden. Nichts geschieht also einfach so: Fahrlässiger Schokoladenkonsum führt zur Zerstörung der Regenwälder, Misshandlung der Kakao-Bauern und gewaltiger Umweltzerstörung. Klingt nicht auch hier eine wirklich hohe Lehre durch: Ja, vor Gott geschieht nichts einfach so! Nein, alles wird daran gemessen, in welcher Beziehung es zu IHM steht. Keine Tat ist von kurzer Dauer, sondern hat weitreichende, sogar ewige Folgen.
  3. Die Leidensbereitschaft: Am meisten muss ich aber über die Leidensbereitschaft der Konsumenten staunen: Mit Leichtigkeit würde man einer eher mangelhaften Qualität Vorzug geben, um einen grünen Ökoabdruck zu hinterlassen. An den Figuren aus den Ü-Eiern ist mir das aufgefallen. Bis in das Millennium hinein, brüstete man sich mit „handgemalten“ Figürchen. Die rein technische Qualität, auf die man anspielte, steht nun aber nicht mehr im Vordergrund. Heute sind es vor allem kinderfreundliche Kunststoffe, ökologische Schokolade etc. Das alles hat natürlich seinen Preis, den man aber willig zahlt! Um Jehovas, unseres Gottes, willen wäre ich bereit zu leiden! Aber um Artemis willen? Ob sich das lohnt?
  4. Die Heuchler und die Relativisten: Wie in jeder Religion gibt es natürlich die Heuchler, denen die Natur völlig egal ist, und die jedes Label auf die Schokolade kleben (und auch wieder entfernen) würden, so lange es dem Umsatz nützt. Ein großer Lebensmittelhändler wollte nicht mehr reden, sondern handeln und verpackt seine Gurken  nicht mehr in Plastikfolie. Dies wird natürlich mit großen farbigen Reklamen direkt über dem Gurkenregal beworben! Dabei gibt es ja wohl nur eine Sache, die schlimmer als Plastikfolie ist: Tinte, mit der man Plastik bedruckt! Aufgrund dieser oftmals sehr offensichtlichen Heuchelei ist auch die Frustration ernster Bürger oftmals groß. Man will ja Artemis ehren, aber wenn es viele nur machen, um des Mammons willen, wird der Preis der Nachfolge ganz schön groß. Auch hier eine unglaublich große Parallele zur Botschaft des Evangeliums

Fazit: Die Christen vergangener Jahrzehnte handelten oftmals falsch, wenn sie Themen wie Umweltschutz zu sehr übersahen. Klar ist der Schöpfungsauftrag, die Schöpfung zu behüten und zu bewahren, ja sogar darüber zu herrschen (aber nicht wie ein wütiger Diktator). Doch wie viel verlieren wir, wenn wir uns vom dreieinigen Gott abwenden, ja von ihm abfallen und uns der Huldigung der Natur hingeben?

 

 

 

Gedanken über den echten Gangsta!

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Wenn in der Gegenwart ein stark bewegter Mann hervortritt, der
den Preis des Christseins nur ein Fünftel so hoch bestimmt, wie das Evangelium:
so ruft man „hütet Euch vor dem Menschen, leset nicht, was er schreibt, am allerwenigsten in der Einsamkeit, redet nicht mit ihm, am allerwenigsten einsam,
er ist ein gefährlicher Mensch.“ Aber die heilige Schrift! Ja, fast jeder Mensch besitzt sie, man trägt kein Bedenken, jedem Konfirmanden, also im gefährlichsten
Alter, dies Buch zu schenken. In Wahrheit, es muss viel Sinnenbetrug dabei sein,
man muss dadurch verwöhnt sein, dass dies Buch nun einmal existiert, man
muss es auf eine ganz eigne Weise lesen – am wenigsten so, dass man mit demselben allein ist. (S. Kierkegaard, Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen)

Noch nie war es so einfach zu einem Rebell zu werden, wie in unserem glorreichen Zeitalter der Postmoderne. Dem einzig wahren und erleuchteten Zeitalter, welches wir nach eigener Selbstbeurteilung allen Vorangehenden für deutlich überlegen halten. Offensichtlich auch in der Frage, wie man in seiner Umgebung ein Ärgernis erregt. Weird Al Yankovic bringt es mit seiner Parodie über die Amischen doch wunderbar auf den Punkt: Die heutigen „Gangster“ sind doch längst nicht mehr die Rapper (Info: Die Melodie seines Songs geht auf den Song Gangsta’s Paradise zurück, der Huldigung eines „besonders krassen tough life„)!

Es ist überhaupt nichts (mehr) rebellisches oder anstößiges dabei, möglichst wilden Sex mit möglichst vielen Partnern zu haben, und das so früh wie möglich. Das ursprünglich  hochgelobte Ideal der wilden Gangsterrapper ist nur noch kalter Kaffee (und das auch noch von vorgestern). Als viel rebellischer gilt es, dem selben Partner ein Leben lang treu zu bleiben. Und man stelle sich vor, man würde es überhaupt noch wagen, in eine Ehe noch jungfräulich zu treten!

Oder schon mal probiert von Party zu Party auf Alkohol zu verzichten? Fällt viel mehr auf, als Saufen bis zum Kotzen!

Die Verantwortung für die Erziehung an andere abzugeben, sorgt für keine Empörung mehr, diese aber übernehmen zu wollen, kann zu den wildesten Konflikten führen!

Eine super Karriere-Leiter kann es werden, für alle Varianten der sexuellen Vielfalt zu kämpfen – wie bunt man sich diese auch ausdenken mag; das „traditionelle“ Familienbild, oder sollte ich sagen, das einzig echte Familienbild zu verteidigen, das sorgt für Empörung, und was für eine! (Ich höre schon die Facebook-Kommentare und bedanke mich im Voraus für die Blumen.) Und es wäre natürlich definitiv und unausweichlich das Ende aller Karriere!

Und denke einmal wie krass es ist, den Kinderwunsch nicht an die üblichen 4,5-Sitzer-Fahrzeuge anzupassen, nach dem Motto: „Hinten passen nur zwei Kindersitze rein“.

Keiner wird auch nur die Achseln zucken, wenn man ruft: „Gott ist tot“, aber welcher Chaos sollte entstehen, wenn  man riefe: „Gott lebt!“

Genießen ist einfach geworden und der selbstverständliche Anspruch auch des Ärmsten, aber die Zeit auskaufen zu wollen, unfassbar provokativ! Zu shitstormen, geifern, spotten und rumäffen ist so einfach wie nie. Man muss dafür nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen! Auf sein Recht auf Selbstverteidigung zu verzichten, so verpönt wie selten zuvor.

Dem Naturalismus und Relativismus zu huldigen, ist so einfach wie noch nie. Es wird kein Inquisitor kommen! Dieser wird schon eher vor der Tür dessen stehen, der an den Absoluten Gott glaubt, und nur ihm allein dienen will.

Keiner wird blass, wenn man bekennt: „Fußball  (oder ein anders Hobby) ist mein ein und alles, ja mein Leben“. Groß jedoch der Spott, wenn man es auch nur wagen würde, zu äußern: „Gott, der Herr ist mein einziger Gott! Meine einzige Hoffnung und mein ganzes Heil“ (Ist es nicht das apostolische Bekenntnis aller Christen?)

An die Evolution zu glauben, obwohl man nicht einmal eine einzige Zeile an Quellenmaterial heranzog, ist absolut anerkannte gesellschaftliche Mitte. (Kant mit seinem Appell an persönliche Mündigkeit wäre wohl beim Anblick auf den fortgeschritten Europäer auf der Stelle tot umgefallen.) An die Schöpfung zu glauben, weil man in der Bibel darüber lass, dass sorgt für blankes Entsetzen.

Darauf zu hoffen, dass Gebete erhört werden, dass ist wirklich krass! Sein Anliegen auf den Herrn zu werfen, das ist wirklich heftig. Jeder kann an das Zeitliche und an den Augenblick denken, aber wer wagt es sich an die Ewigkeit zu denken?

Noch nie war es so einfach wie heute als Schüler, und somit am untersten Glied der Nahrungskette von der Kanzlerin höchstpersönlich Lob und Anerkennung zu erfahren! Man muss dafür einfach nur die Schule schwänzen. Wie schwer dürfte es aber werden, heute ein Staatsoberhaupt zu provozieren? Offensichtlich lässt sich der Schluß ziehen, dass wer den ultimativen individualistischen Kick der Selbsterfüllung finden möchte, durchaus bei der Bibel anfangen darf. Somit: Nimm und Lies!

 

Nehmet wahr die Lilly-Ann auf dem Felde…

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Das Weib ist der höchste Schatz, denn sie wird von Gott geschenkt, hat viel Tugend und hält Treu und Glauben. – (M. Luther)

Es gibt zwei Irrtümer über Ehelosigkeit. Der erste: Ehelosigkeit ist ein Erzübel. Der zweite: Ehelosigkeit ist ein heiligerer Zustand als die Ehe – R. McQuilkin, Biblische Ethik

Heute verrate ich einen Pro-Trick wie man eine wirklich sehr strenge und sehr konservative Gemeinde erkennt, und dass sage ich aus jahrelanger Erfahrung, da ich geistlich betrachtet aus der konservativsten und strengsten Gemeinde herkomme! Du denkst, es sind die Kleider? Falsch geraten, schau dich in den Reihen der Frauen, – pardon Schwestern um und du wirst es klar sehen:  Es werden dir viele weibliche Junggesellinnen auffallen. Bereits als Teeny hat mich das furchbar irritiert, waren es doch ausschließlich Frauen, die von der Ehelosigkeit „betroffen“ waren. Warum dieser Überhang? Die Frage hat mich sehr ausführlich beschäftigt, so sehr, dass ich tatsächlich auch mal in Erwägung zog, dieser Tatbestand auf eine andere Art der körperlichen Vereinigung zurückzuführen. Der Grund ist aber eher ein anderer, im frühen Jugendalter waren es einfach deutlich mehr Jungs die ihre christliche Subkultur verließen, was zu dem Überhang führte. Nun komme ich aber zu den einzelnen, nun jahrelangen Betrachtungen.

Einfach hinnehmen,…

Was mich entsetzt hat, dass man den Zustand einfach hinnahm. Man nahm die Tatsache, dass man Jungs offensichtlich weniger zur Gemeinde zog, einfach hin. Da fing es schon an. Gleichzeitig sah ich auch eine rechte Unbekümmertheit oder Sprachlosigkeit bei Vätern von Töchtern. Aufgrund meiner angeborenen Frechheit, wagte ich mich bereits damals einige Väter mit Töchtern darauf anzusprechen. Nun ja, eigentlich sagte mir jeder derselbigen, dass er keine Lösung hätte

…verwelken lassen,…

Mädchen sind wie Blumen, es gibt ein Alter, wahrscheinlich so ab 16 so bis etwas mehr als 20, in dem eigentlich jedes Mädchen, einfach wunderhübsch wird. Ich war selber so alt, und ich weiß, dass ich eigentlich in jedes Mädchen meiner christlichen Subkultur verliebt war. Ich fand Sie allesamt einfach herrlich: Nicht ein einziger Furunkel im Gesicht, Rosa Bäckchen, Flaumiges, volles Haar,  großartige Rundungen, dabei grazil, freundlich mit unglaublich weißen Zähnen und Super Stupsnäßchen… Nun ja, ich will nicht übertreiben, aber schließlich war es ja auch so. Sind Sie zudem Christen gewesen, erschienen Sie mir auch vollständig tugendsam, ganz nach Spr. 31. Nun ja, was nun geschieht, irgendwann, spätestens ab 25, nimmt diese Pracht ab, so wie bei einer Lilie, die langsam anfängt zu welken. Nun tickt bei Frauen die biologische Uhr aber gleichzeitig tragischer, und schneller. Eigentlich ist ihr ganzer Biorhythmus (Die HerrInnen Genderisten dürfen sich gerne von mir abwenden) für eine Familie ausgelegt. Und an all ihrer äußeren und inneren Schönheit wird einfach vorbeigegangen. So viele Mädchen, denen nicht ein einziges Mal ein Junge einen Antrag machte, man möge sich das vorstellen, während die Zeit gegen einen kämpft… Wow, das ist mal eine Tragik. Ich könnte ohne weiteres zu Dutzenden solche Fälle aufzählen, und natürlich als Gegenstück dazu, nicht einen betroffenen Mann!

,ausreissen,…

Nun ja, ich höre schon den Einwand: „Ich möchte eine Frage klären, die einfach ungeklärt sein bleiben muss!“ Aber wer legt das fest? Wer weiß denn schon, ob es nicht doch Lösungen gebe? Ist es vielleicht der Heiligungsperfektionismus, der uns davon abhält Lösungen zu versuchen, weil wir nie bereit sind auch nur den kleinsten Finger zu rühren, bis nicht eine wirklich niet und nagelfeste perfekte Lösung vorhanden ist?

Ein anderer wird einwenden: „Halt, auch das wird ja schließlich vom Herrn gewirkt! Das währe seine Führung“ Wohl geredet, doch was meinst du genau damit? Viele meinen, ja auch viele ältere Jungfern kommen deutlich nach über 30 noch in den Ehestand, und so führte es der Herr, dass die selbigen, manchen traurigen Witwer trösten konnten! Wohl wahr, aber auf diese 20 % kommen noch viel mehr Damen und Schwestern, die sich irgendwann nach 25 auch von der Gemeinde abwendeten, und sich dem nächstbesten anbaten, und all zu oft in das größte Unglück stürzten

und schließlich verpönen!

Ganz gelegentlich trifft man auf einen Mann, der auch nach weit über 30 noch ledig ist! Ja selbst in solchen Kreisen! Nun nutze ich solche Gelegenheit immer, um zu fragen, ob für den Betroffenen, der Junggeselenstand nicht eine Option sei? Dies wurde immer verneint. Offensichtlich ist das Solo-Leben super verpönt. Doch warum sollte etwas, was für Männer verpönt ist, für eine ganz schön hohe Zahl an Frauen Standard sein? Wenn der Junggesellenstand der Damen ein Mysterium der Vorsehung ist, warum klärt man nicht gerade diesbezüglich auf, warum findet NULL Ermutigung für diese doch so klar offensichtliche Situation statt? Man könnte natürlich mit den Einfachsten Mitteln (oh man, noch nie 1. Kor 7 gelesen?) hier unfassbar viel Trost schaffen, schon dadurch, dass man diesen Zustand nicht als eine Art Krüppelhaftigkeit, als einen Makel, als etwas Böses ansieht. Noch vielmehr dadurch erreichen, dass die Liebe Christi einfach viel mehr fantastischer ist, als alle Erfahrungen der Familie. Natürlich schafft der Herr viel Schönheit „einfach zum verwelken“, sprich dass Sie einfach zu seiner Ehre blüht und wieder verwelkt!

Mich steinigen?

Ja ich sehe und höre die Empörung, was mir den einfalle so etwas zu schreiben, der von dieser Situation nicht betroffen sei, und überhaupt, ich solle doch froh sein, dass es bei den Rechts-Evangelikalen nicht so zugehe wie in der Landeskirche, und hätte ich keine Augen im Kopf, und wenn ich ein Problem habe, soll ich das doch intern ansprechen und bla bla bla… Aber wartet noch ein bisschen, denn zwei wirkliche Keulen kommen erst noch:

a) Wer ist überhaupt betroffen gewesen?

Ich habe mich oft gefragt, welche Mädchen vermehrt betroffen gewesen sind, nun meine Beobachtungen sind ganz eindeutig: Es waren zumeist die wirklich hingegebenen und treuen Schwestern, die wirklich ein ernstes Gebetsleben führten, Kranke besuchten, Erfahren waren im Umgang mit kleinen Kindern, bereits Jahrelang ihre Geschwister versorgten, viele Kranke und Alte besuchten, und egal wie seltsam und hart die Kleiderauflagen waren, dieselbigen ohne kleinste Schwierigkeiten erfüllten. Auf der anderen Seite aber habe ich kaum eine beobachten können, die nicht durch viel zusätzlichen Charme und entsprechende Köder nicht doch zu ihrem Ziel (?) gelangen konnten. Oft ermutigt von ihren Eltern, die natürlich nach außen hin die strengste Prüderie verkündigten! Gleichzeitig haben die „geistlichen jungen Brüder“, also die bereits in tiefster Jugend in der Gemeinde sehr aktiven, sehr vielen Mädchen den Kopf verdreht – bei uns sagte man „Hoffnungen gemacht“ und schnappten sich schließlich doch ohne viel Zaudern, zumeist entgegen dem üblichen Bekenntnis, eine von den „nicht so geistlichen“. Nach einigen Jahre war dann zumeist Gras über die Sache gewachsen.  Nun ja, schon der Prediger sagte: „Schau, allein das hab ich gefunden: Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.“ (Pred. 7,29)

b) Eigentlich Olle Kamellen

Alle die sich mal wieder über meine „völlig unpassende Polemik“ aufregen, können sich eigentlich beruhigen: Denn das was ich beschreibe, sind super Olle Kamellen. Klar, vor ca. 20 Jahren war das noch eine Standardsituation, aber der Umgang mit dem Thema Dating hat sich auch in der verstaubtesten Gemeinde derart gewandelt, dass die Damen heute üblicherweise Selbstbewusstsein genug haben, nicht mehr auf den „Erwähler“ zu warten.  Neben teilweise auch positiven Entwicklungen hat sich jedoch auch viel Seltsames eingemischt. Doch das zu analysieren, ist Stoff für einen weiteren Beitrag.  Ich denke aber nicht, dass sich die Gesamtsituation konservativer Evangelikaler in dieser Frage zum Besten verändert hat.

Fazit

Als Vater von Söhnen und Töchtern lerne ich:

  • Es ist meine Aufgabe Ihnen klar zu machen, dass die Ehe nicht der einzige wahre seligmachende Stand ist (was ja sowas wie eine inverse Klosterlehre wäre)
  • Es ist vor allem bei den Söhnen, eine Herausforderung, diese zu einer guten Ortsgemeinde zu führen
  • Ich darf ledige Schwestern und Brüder als ebenbürtige Geschwister empfangen und nach Wegen suchen, diese zu unterstützen.

Pleiten, Pech, Pannen?

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Platte Pannen

Tja, da war es mal wieder eine Katastrophenwoche, dabei fing doch alles so großartig an: Zunächst einmal hatte ich die ganze Woche Urlaub, enstprechend wurden einige Termine auf diese Woche gelegt. Nötige Impfungen für die Kinder, aber auch der TÜV-Termin für das Fahrzeug. Nun geriet die Sache aber mit Kleinigkeiten ganz schön ins Rollen, doch immer der Reihe nach. Am Dienstag,  stellte es sich heraus, dass aufgrund von Bauarbeiten gegenüber der Straße, unsere Garageneinfahrt für einige Tage gesperrt bleiben wird, soweit so gut. Doch am Mittwoch, gerade eine Stunde bevor die Frau zum Kinderarzt fahren wollte, stellte ich plötzlich fest, dass wir einen Platten hatten. Was soll man da auf die Schnelle machen? Am Donnerstag wäre der  TÜV dran, und die Sommerreifen haben kaum noch Profil übrig. Gleichzeitig gibt es auch kein Budget für die Anschaffung eines neuen Satzes von Reifen. Nun, kurzerhand wechselte ich die beiden hinteren Reifen auf die kaum noch profilierten Sommerreifen.  Dabei hätte ich es mir gewünscht, dass nicht so öffentlich mitten auf der Straße tun zu müssen. Außerdem dachte ich an die vielen „besseren Möglichkeiten“ mit denen ich doch hätte die Zeit füllen können, z.B. bloggen oder lesen. Mit Bangen dachte ich an den TÜV Termin. Noch deutlich größere Kosten sollten auf uns warten, wenn der TÜV Beanstandungen haben sollte. Man flehte Abends (aber auch den Ganzen Tag) um Gnade bei Gott. Natürlich staunte der Techniker am nächsten Tag nicht schlecht des seltsamen Auftretens des Fahrzeugs: Hinten Alufelgen und vorne Stahlfelgen, dass hätte er noch nie gesehen, aber er beließ es dann bei einer mündlichen Rüge. (Ob er meine Erklärung für die Erscheinung abnahm?) Weiterlesen „Pleiten, Pech, Pannen?“

Über den pragmatischen Bildungsbegriff

Durch eine wundersame Führung der Vorsehung Gottes bin ich auf fünfzig Thesen zur Pädagogik aus christlicher Weltsicht  von Hanniel Strebel gestoßen. Diese sind übrigens auch in der Zeitschrift Glaube und Erziehung  (2/2018) erschienen. Seufzen musste ich bei Artikel 30:

Abzulehnen ist der pragmatische Bildungsbegriff. Bildung ist nicht Mittel zum Zweck, etwa um ein sorgenfreies Leben oder ein Leben in Konsum und Luxus zu erreichen.

Endlich sehe ich das schwarz auf weiß! Der Pragmatische Bildungsbegriff ist ein unendlicher Abgrund (bottomless pit), der einen in einen Abgrund von Verzweiflung stürzen kann. Kurz analysiert:

  • Das Kind habe gut zu lernen, damit es später mal gut/einfach/besser hat. Dieser Einwand ist oftmals der Einzige, der überhaupt je genannt wird! –> Bildung wird vom Leben entkoppelt, und später entsprechend auch Arbeit!
    • Was man aber aufgrund eines legeren Schülerlebens gut übersteht, kann für einen Arbeiter ganz schön unerträglich werden! Was, mehr als 40 Jahre jeweils fünf Tage buckeln, um zwei Tage frei zu bekommen? Wer hat hier von gut/einfach/besser geredet? Da wird man irre!
    • Man investiert Unmengen in Musikschulen und weitere ähnliche Einrichtungen, jedoch ebenfalls ausschließlich aus pragmatischen Gründen, z.B. „Wer ein Musikinstrument spielt, lernt besser!“. Zu Beobachten ist der Pragmatismus daran, dass die Eltern dem Kind nie (außer natürlich bei den Schülerkonzerten) beim Musizieren zuhören!
    • Bei Lernerfolgen bleibt jegliche Art von Freude nicht nur aus, sondern ist auch tabu. (denn du hast ja noch nichts erreicht, und der Lohn ist in einem angenehmeren Leben in weiter Ferne). Wie schrecklich sich nicht an den Gaben und der Berufung Gottes freuen zu können!
  • Entsprechend dann die Pragmatische Ausbildungs- und Berufswahl! „Suche dir den Job, der der sicherste ist und die meiste Kohle bringt“ Pragmatische Eltern scheinen hier ungewöhnliche prophetische Fähigkeiten entwickeln zu können! Doch wer trägt die Verantwortung, wenn die ideelen Vorstellungen zerbrechen? Eine Ursache für wachsende Generationenkonflikte (Ich sehe eine dunkle Wolke am Horizont)

Wirklich so böse?

Ja, absolut! Denn, wer pragmatisch von Bildung redet,

  • verliert Freude an guter Arbeit. Man beachte die ganzen „Gleichberechtigungsdebatten“, die immer nur von der Entlohung als Parameter für gute Arbeit reden! Man muss aber kein Hellseher sein um zu erkennen, dass am Geldförderlichsten die Illegalität ist. Fängt mit Schwarzarbeit an, führt am Steuerbetrug vorbei und endet bei den Edelschlitten mit rumänischen Kennzeichen, die vor jedem Villinger Bordell (und es gibt hier wirklich viele) zu beobachten sind. Die Zuhälter wissen schon lange, dass die beste Kohle nicht aus moralischer Tätigkeit folgt
  • kann an schlechten Tagen nicht gut durchhalten. Warum sollte man seinem Chef treu sein? Warum sollte man seine Arbeit gut machen, wenn man dafür doch eh nicht das bekommt, was man eigentlich verdiene. Wer nicht zu Gottes Ehre arbeitet, der arbeitet eigentlich gar nicht!
  • hasst Bildung! Eigentlich würde man es gerne anders haben, aber weil es nun mal nicht anders geht, dass man zu Geld, Gesellschaftlicher Anerkennung und guter Rente kommt, muss man sich durch Physik, Mathe, Religion, Deutsch und Englisch durchquälen, um dann doch endlich den Beruf machen, bei dem man mit der geringsten Leistung am weitesten kommt.  Wäre es der Islam und Joga was man lernen müsste, würde man auch das tun. Eine Gleichmacherei übelster Sorte macht sich breit

Die fünfzig Thesen Hanniels zeigen einen Ausweg aus der pragmatischen Falle: Die Dankbarkeit für die Errettung in Christus und die Freude in seinem Heil und seinen Gaben.