Die langen Beine der Lüge

ps92_7_8.png
(c) Faithlife Logos

Eine der erfolgreichsten Falschaussagen unserer Zeit scheint das Sprichwort zu sein: „Lügen haben kurze Beine“. Damit möchte man ausdrücken, dass ein Lügner mit seinen Tricks nicht weit kommt. Je nachdem, was man mit weit meint, möchte ich dieses Sprichwort bezweifeln. Ich fürchte, dass wir hier ein allzu einfaches Verständnis von Sünde und Strafe haben.

Beobachtung:

  • Zur Zeit Jesu, waren die erfolgreichsten Bürger des Landes alles ausgemachte Heuchler. Betete man viel, machte man es öffentlich, um Anerkennung zu schöpfen. Eigene Sünden, vor allem im sexuellen Bereich wurden radikal vertuscht, während man sich gleichzeitig köstlich an den Sünden anderer weidete. Ämtermissbrauch, Vetternwirtschaft und die Beraubung der kirchlichen Kassen waren (Woher sonst der Reichtum von Kaiphas und Hannas?) an der Tagesordnung. Und es gelang Ihnen alles! Sogar einen unliebsamen Propheten aus Nazareth, der Sünden aufdeckte (er wollte diese nämlich verbinden), schaffte man zügig aus dem Weg.
  • Was vor 2000 Jahren in Palästina funktioniert, funktioniert natürlich auch heute nicht weniger gut: Immer wieder läuft man Menschen über den Weg, bei denen die Lüge zu einem leitenden Lebensprinzip wurde. Eigentlich weiß man bei keinem Satz, woran man gerade ist. Immer gibt es die eine (andere) Variante, die weitergegeben wird. Schuld ist selbstverständlich immer der Andere, für eigene Schwächen hat man ausführliche Aufsätze an Begründungen usw. Und das interessante: Diese Menschen werden prinzipiell bestätigt. Ihre Strategie geht zumeist auf. Weit davon entfernt, für „Lügen bestraft zu werden“, erweist sich Heuchelei/Lüge als DER Weg zum Erfolg, als eine geeignete Abkürzung zum Glück.

Anwendung:

Aus dieser Beobachtung ergeben sich für mich diese Überlegungen:

  • Für Gottes Gebote gibt es keine pragmatischen Begründungen. Die Gebote Gottes gelten, weil sie Gebote Gottes sind. Was ist mein/dein Antrieb?
  • Unabhängig von obiger Beobachtung, folgt manche Strafe promt. Man denke an Hananias und Saphira (Apg. 9, Vgl. auch Ps.32,10)
  • Ein Leben in Intrigen hat seinen Preis: Von Menschenfurcht getrieben, im Bangen um einen möglichen Ehrverlust, bleibt wenig Raum für Ruhe, Gelassenheit, Entspannung und Frieden
  • Ein erfolgreiches sündiges Leben ist die erste Episode eines erbarmungslosen Gerichtes Gottes. Was kann es schlimmeres geben, als dahin gegeben zu sein (Vgl. Röm 1,24. 26; 2. Chron. 25,20)

Gedanken über den echten Gangsta!

ex32,26

Wenn in der Gegenwart ein stark bewegter Mann hervortritt, der
den Preis des Christseins nur ein Fünftel so hoch bestimmt, wie das Evangelium:
so ruft man „hütet Euch vor dem Menschen, leset nicht, was er schreibt, am allerwenigsten in der Einsamkeit, redet nicht mit ihm, am allerwenigsten einsam,
er ist ein gefährlicher Mensch.“ Aber die heilige Schrift! Ja, fast jeder Mensch besitzt sie, man trägt kein Bedenken, jedem Konfirmanden, also im gefährlichsten
Alter, dies Buch zu schenken. In Wahrheit, es muss viel Sinnenbetrug dabei sein,
man muss dadurch verwöhnt sein, dass dies Buch nun einmal existiert, man
muss es auf eine ganz eigne Weise lesen – am wenigsten so, dass man mit demselben allein ist. (S. Kierkegaard, Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen)

Noch nie war es so einfach zu einem Rebell zu werden, wie in unserem glorreichen Zeitalter der Postmoderne. Dem einzig wahren und erleuchteten Zeitalter, welches wir nach eigener Selbstbeurteilung allen Vorangehenden für deutlich überlegen halten. Offensichtlich auch in der Frage, wie man in seiner Umgebung ein Ärgernis erregt. Weird Al Yankovic bringt es mit seiner Parodie über die Amischen doch wunderbar auf den Punkt: Die heutigen „Gangster“ sind doch längst nicht mehr die Rapper (Info: Die Melodie seines Songs geht auf den Song Gangsta’s Paradise zurück, der Huldigung eines „besonders krassen tough life„)!

Es ist überhaupt nichts (mehr) rebellisches oder anstößiges dabei, möglichst wilden Sex mit möglichst vielen Partnern zu haben, und das so früh wie möglich. Das ursprünglich  hochgelobte Ideal der wilden Gangsterrapper ist nur noch kalter Kaffee (und das auch noch von vorgestern). Als viel rebellischer gilt es, dem selben Partner ein Leben lang treu zu bleiben. Und man stelle sich vor, man würde es überhaupt noch wagen, in eine Ehe noch jungfräulich zu treten!

Oder schon mal probiert von Party zu Party auf Alkohol zu verzichten? Fällt viel mehr auf, als Saufen bis zum Kotzen!

Die Verantwortung für die Erziehung an andere abzugeben, sorgt für keine Empörung mehr, diese aber übernehmen zu wollen, kann zu den wildesten Konflikten führen!

Eine super Karriere-Leiter kann es werden, für alle Varianten der sexuellen Vielfalt zu kämpfen – wie bunt man sich diese auch ausdenken mag; das „traditionelle“ Familienbild, oder sollte ich sagen, das einzig echte Familienbild zu verteidigen, das sorgt für Empörung, und was für eine! (Ich höre schon die Facebook-Kommentare und bedanke mich im Voraus für die Blumen.) Und es wäre natürlich definitiv und unausweichlich das Ende aller Karriere!

Und denke einmal wie krass es ist, den Kinderwunsch nicht an die üblichen 4,5-Sitzer-Fahrzeuge anzupassen, nach dem Motto: „Hinten passen nur zwei Kindersitze rein“.

Keiner wird auch nur die Achseln zucken, wenn man ruft: „Gott ist tot“, aber welcher Chaos sollte entstehen, wenn  man riefe: „Gott lebt!“

Genießen ist einfach geworden und der selbstverständliche Anspruch auch des Ärmsten, aber die Zeit auskaufen zu wollen, unfassbar provokativ! Zu shitstormen, geifern, spotten und rumäffen ist so einfach wie nie. Man muss dafür nicht einmal mehr vom Sofa aufstehen! Auf sein Recht auf Selbstverteidigung zu verzichten, so verpönt wie selten zuvor.

Dem Naturalismus und Relativismus zu huldigen, ist so einfach wie noch nie. Es wird kein Inquisitor kommen! Dieser wird schon eher vor der Tür dessen stehen, der an den Absoluten Gott glaubt, und nur ihm allein dienen will.

Keiner wird blass, wenn man bekennt: „Fußball  (oder ein anders Hobby) ist mein ein und alles, ja mein Leben“. Groß jedoch der Spott, wenn man es auch nur wagen würde, zu äußern: „Gott, der Herr ist mein einziger Gott! Meine einzige Hoffnung und mein ganzes Heil“ (Ist es nicht das apostolische Bekenntnis aller Christen?)

An die Evolution zu glauben, obwohl man nicht einmal eine einzige Zeile an Quellenmaterial heranzog, ist absolut anerkannte gesellschaftliche Mitte. (Kant mit seinem Appell an persönliche Mündigkeit wäre wohl beim Anblick auf den fortgeschritten Europäer auf der Stelle tot umgefallen.) An die Schöpfung zu glauben, weil man in der Bibel darüber lass, dass sorgt für blankes Entsetzen.

Darauf zu hoffen, dass Gebete erhört werden, dass ist wirklich krass! Sein Anliegen auf den Herrn zu werfen, das ist wirklich heftig. Jeder kann an das Zeitliche und an den Augenblick denken, aber wer wagt es sich an die Ewigkeit zu denken?

Noch nie war es so einfach wie heute als Schüler, und somit am untersten Glied der Nahrungskette von der Kanzlerin höchstpersönlich Lob und Anerkennung zu erfahren! Man muss dafür einfach nur die Schule schwänzen. Wie schwer dürfte es aber werden, heute ein Staatsoberhaupt zu provozieren? Offensichtlich lässt sich der Schluß ziehen, dass wer den ultimativen individualistischen Kick der Selbsterfüllung finden möchte, durchaus bei der Bibel anfangen darf. Somit: Nimm und Lies!

 

Über den pragmatischen Bildungsbegriff

Durch eine wundersame Führung der Vorsehung Gottes bin ich auf fünfzig Thesen zur Pädagogik aus christlicher Weltsicht  von Hanniel Strebel gestoßen. Diese sind übrigens auch in der Zeitschrift Glaube und Erziehung  (2/2018) erschienen. Seufzen musste ich bei Artikel 30:

Abzulehnen ist der pragmatische Bildungsbegriff. Bildung ist nicht Mittel zum Zweck, etwa um ein sorgenfreies Leben oder ein Leben in Konsum und Luxus zu erreichen.

Endlich sehe ich das schwarz auf weiß! Der Pragmatische Bildungsbegriff ist ein unendlicher Abgrund (bottomless pit), der einen in einen Abgrund von Verzweiflung stürzen kann. Kurz analysiert:

  • Das Kind habe gut zu lernen, damit es später mal gut/einfach/besser hat. Dieser Einwand ist oftmals der Einzige, der überhaupt je genannt wird! –> Bildung wird vom Leben entkoppelt, und später entsprechend auch Arbeit!
    • Was man aber aufgrund eines legeren Schülerlebens gut übersteht, kann für einen Arbeiter ganz schön unerträglich werden! Was, mehr als 40 Jahre jeweils fünf Tage buckeln, um zwei Tage frei zu bekommen? Wer hat hier von gut/einfach/besser geredet? Da wird man irre!
    • Man investiert Unmengen in Musikschulen und weitere ähnliche Einrichtungen, jedoch ebenfalls ausschließlich aus pragmatischen Gründen, z.B. „Wer ein Musikinstrument spielt, lernt besser!“. Zu Beobachten ist der Pragmatismus daran, dass die Eltern dem Kind nie (außer natürlich bei den Schülerkonzerten) beim Musizieren zuhören!
    • Bei Lernerfolgen bleibt jegliche Art von Freude nicht nur aus, sondern ist auch tabu. (denn du hast ja noch nichts erreicht, und der Lohn ist in einem angenehmeren Leben in weiter Ferne). Wie schrecklich sich nicht an den Gaben und der Berufung Gottes freuen zu können!
  • Entsprechend dann die Pragmatische Ausbildungs- und Berufswahl! „Suche dir den Job, der der sicherste ist und die meiste Kohle bringt“ Pragmatische Eltern scheinen hier ungewöhnliche prophetische Fähigkeiten entwickeln zu können! Doch wer trägt die Verantwortung, wenn die ideelen Vorstellungen zerbrechen? Eine Ursache für wachsende Generationenkonflikte (Ich sehe eine dunkle Wolke am Horizont)

Wirklich so böse?

Ja, absolut! Denn, wer pragmatisch von Bildung redet,

  • verliert Freude an guter Arbeit. Man beachte die ganzen „Gleichberechtigungsdebatten“, die immer nur von der Entlohung als Parameter für gute Arbeit reden! Man muss aber kein Hellseher sein um zu erkennen, dass am Geldförderlichsten die Illegalität ist. Fängt mit Schwarzarbeit an, führt am Steuerbetrug vorbei und endet bei den Edelschlitten mit rumänischen Kennzeichen, die vor jedem Villinger Bordell (und es gibt hier wirklich viele) zu beobachten sind. Die Zuhälter wissen schon lange, dass die beste Kohle nicht aus moralischer Tätigkeit folgt
  • kann an schlechten Tagen nicht gut durchhalten. Warum sollte man seinem Chef treu sein? Warum sollte man seine Arbeit gut machen, wenn man dafür doch eh nicht das bekommt, was man eigentlich verdiene. Wer nicht zu Gottes Ehre arbeitet, der arbeitet eigentlich gar nicht!
  • hasst Bildung! Eigentlich würde man es gerne anders haben, aber weil es nun mal nicht anders geht, dass man zu Geld, Gesellschaftlicher Anerkennung und guter Rente kommt, muss man sich durch Physik, Mathe, Religion, Deutsch und Englisch durchquälen, um dann doch endlich den Beruf machen, bei dem man mit der geringsten Leistung am weitesten kommt.  Wäre es der Islam und Joga was man lernen müsste, würde man auch das tun. Eine Gleichmacherei übelster Sorte macht sich breit

Die fünfzig Thesen Hanniels zeigen einen Ausweg aus der pragmatischen Falle: Die Dankbarkeit für die Errettung in Christus und die Freude in seinem Heil und seinen Gaben.

Katholisch ist Fremdsprache!

Von J. Hartl habe ich dieses Zitat entdeckt:

Am 31. Oktober 2017 vor 500 Jahren begann die Reformation. 500 Jahre Reformation, ein grosses Jubiläum! Grund zum Feiern!? Ja und Nein! Nein, denn können wir Christen eine Spaltung feiern, die objektiv eine “Sünde” ist? Jesus hat um Einheit und nicht um Spaltung gebetet: “Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: “Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaub, dass du mich gesandt hast” (Joh 17,20-21).

Ich weiß weder, wie Hartl sein Ja begründet, noch habe ich jemals mehr von ihm gelesen, denn das Zitat habe ich auf Himmelsgetrei.de gefunden, worin der Autor des Blogs hier Hartl aus seinem Buch, Katholisch als Fremdsprache zitiert.

Das Zitat packte mich doch, den Hartls Fazit ist: die Reformatoren haben gesündigt; Es kann gar nicht anders sein!

Gehen wir dieser These doch einmal nach und betrachten fünf notwendige Korrekturen ausführlich, die deutlich machen, dass Hartl seine Aussage dringend überdenken sollte!

Korrketur 1: Der Seelsorger Luther

Wie wurde Luther eigentlich auf den Ablassmissbrauch aufmerksam? Suchte er nach einer Gelegenheit für Spaltung? Nein, es war so, dass er sein Amt als Seelsorger wichtig nahm, und auf die Beschwerden vieler Beichtkinder reagierte. So schreibt der Luther-Biograph R. Friedenthal: „Dass das Verfahren (der Ablasshandel) eine marktschreierische Unternehmung gewesen ist, wird ebenso zuverlässig anzunehmen sein. Es ging Luther aber damals nicht so sehr um die einzelnen Worte. Der ganze Handel empörte ihn sehr viel mehr als das Drum und Dran, das auch keineswegs unüblich war.  (…) Aber diese mehr äußerlichen Dinge waren es nicht, die Luther bewegten. Er hatte sich mit dem Problem der Gnade gequält und nun trat die frage an ihn heran, ob dieses „Gnadenmittel“ der Zugang zum Heil sei oder vielleicht nur ein „gutes Werk“, das dem Menschen das beruhigende Gefühl verlieht, er habe sein Teil getan und mehr sei nicht nötig. Dass die Kirche zu viel Wert auf solche äußeren Mittel legte, hatte ihn schon seit langem beschäftigt (…) Den Ablaß selbst bestritt er noch keineswegs, ebenso wenig die Autorität des Papstes. Er glaubte nur, darin ein gläubig-gehorsamer Mönch,  dass gewisse Missstände sich breitgemacht hätten. (S. 159f.)

Fazit: Als Luther 1517 gegen den Ablass vorging, ging es ihm vor allem darum, dem Missbrauch von Gnadenmitteln gegenzusteurn. (Vgl. auch z.B. These 35.)

Frage an den Leser: Gab es denn gar nichts anstößiges am Katholizismus des Mittelalters? Also alles koscher mit dem Ablasshandel? Soll man über Sünde einfach um des Friedens Willen hinwegsehen? Weiterlesen „Katholisch ist Fremdsprache!“

Schau ich zurück…

Schau ich zurück, wie hat mich Gott getragen! Heute möchte ich etwas davon erzählen!

Fall Leaves Reference.png

Zerschundete Seele

Immer wieder wurde meiner Frau und mir in den letzten Wochen bewusst, vor wie viel uns eigentlich der Herr gerettet hat! Mit wie viel Segen und Glück und Gaben mich Gott geradezu überschüttet hat. Hört sich super unnötig euphorisch an, ich weiß, aber genau so ist es. Dafür muss man einfach nur wissen, was für ein kaputtes Wrack ich als Teeny war. Ohne unnötig in die Tiefe einsteigen zu wollen:

  • Mit 8 Jahren verlässt mein Vater meine Familie: Er war die Super Leitfigur für mich. Er nahm sich super viel Zeit für mich. Für mich brach damals eine Welt zusammen, aufgrund des Alters konnte ich das aber noch nicht einmal artikulieren. Da das mit einem Umzug aus Kasachstan nach Deutschland einherging fand ich in der neuen Umgebung gar keinen Anschluss
  • Irgendwie gab es das Anschlussproblem auch für meine Mutter. Sie verlor dadurch auch den Draht zu uns drei Kindern, mein deutlich älterer Bruder driftete in die Drogensucht ab.
  • Entsprechend sah mein Alltag jahrelang so aus: Mutter geht schaffen, ist frustriert von Deutschland, kommt nach Hause und lässt ihre Verzweiflung stundenlang in Geschrei, Tränen und Gebrüll an mir aus! Und das Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr
  • Entsprechende Begabung konnte nicht entwickelt werden, da aus mir heute nicht ganz erklärlichem Grund, meine Mutter nicht bereit war, mir auch nur eine Kleinigkeit zu zutrauen. Entsprechend wuchs ich ohne Rückgrat und super verweichlicht auf.
  • Statt mich kreativ zu betätigen floh ich in den Konsum der Pornographie. Das war mein Ventil um meinen Frust rauszulassen. Manchmal griff ich bis zu einem Dutzend Mal täglich zur Selbstbefriedigung. Gleichzeitig erkannte ich mich, als einen Knecht eines niedrigen Triebes, was eine tiefe Selbstverachtung schürrte. Das auch Tag für Tag über viele Jahre hin.
  • Seltsamerweise hielt meine Mutter öffentliche Beschämungen und Demütigungen für ein geeignetes und wohl auch einziges Erziehungsmittel (ich will nicht gegen das fünfte Gebot verstoßen, und doch muss gesagt werden, wie die Dinge waren): Als sie mich einmal bei einem Pornofilm erwischte, erzählte sie dies einfach allen ihren Bekannten (auch in der Gemeinde), zumeist auch in Anwesenheit von mir. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand sie auf ein Problem so einer Strategie hinwies, da viele Christen davon ausgingen, so lerne ich wenigstens Demut…
  • Bei mir kam von der Mutter die Botschaft an: „Ich wollte dich nicht, du bist eine Last und eine Enttäuschung, es wäre besser du wärst niemals geboren etc…“ Das ebenfalls täglich

Weiterlesen „Schau ich zurück…“

Eine zeitgemäße Umdichtung von Hesekiel 16

Hast du auch diese ganzen Anklagen der Bibel satt? Möchtest du etwas lesen, was dir einfach gut tut, was dich bestätigt, was dir nicht irgendwie total super fremd vorkommt? Nun, ich helfe heute nach und fange damit an, dass ich Hesekiel 16 etwas humaner umformuliere. Dadurch geht der Text viel mehr um dich! Er ist viel humaner, denn du mein Leser, bist ein guter Mensch, einen Erlöser brauchst du natürlich nicht! Deswegen können diese veralteten Texte nicht so gemeint gewesen sein, sondern müssen in unsere Zeit übertragen werden und deine und meine Seele fein streicheln! Überhaupt diese ganzen absoluten Aussagen der Schrift! wir müssen alles relativieren, ich fange mal mit den ersten 18 Versen an, Hesekiel mit der Augen der Selbstrechtfertigung zu lesen! Nie vergessen, du bist das Zentrum des Universums und deswegen will Gott einzig und allein, dass du dich super gut fühlst!

Die Menschliche Variante von Hesekiel, Kapitel 16:

  1. Ich denke, dass könnte sowas wie Gottes Wort sein. Gott würde sagen:
  2. Selbst von einem Jerusalem, dass nicht ganz optimal ist, würde ich nur das Beste erzählen(nichts läge mir ferner als von Greueln zu reden)
  3. Wie ein absoluter Gott sage ich: Eure Vorfahren waren gute Völker, wie alle Völker es sind
  4. Als du als Volk enstandest, warst du genauso ein gutes Volk, wie ein feines gutes Kind, einfach ein typisch guter Mensch. Ich denke ein feines Baby symbolisiert dich gut
  5. Alle freuten sich über dich, so wie man sich über ein hübsches Baby freut. Du wurdest gut versorgt, denn du bist ja gut!
  6. Und ich freute mich auch, du warst einfach süß wie ein Baby, ich konnte dich einfach so annehmen. Jeder freut sich schließlich über feine Kinder
  7. Wie von alleine wurdest du fein und gut erzogen. Wie ein holdes Mädchen, so schön bist du, kaum Makel, komisch nur, dass du oft keine Kleider anhattest, aber es war ja deine eigene Entscheidung auf diese zu verzichten
  8. Ob nackt oder angezogen, mein ganzes göttliches Wohlgefallen ruhte auf dir! Ich gab dir noch mehr Kleider. Eigentlich brauchtest du keinen Bund mit mir, aber zusätzlich wollte ich meine Gunst durch einen besonderen Bund ausdrücken. Das soll aber auf keinen Fall so verstanden werden, dass ich irgendjemanden irgendwie bevorzuge.
  9. Du bist sauber und rein, und doch wenn du noch ein Wellnessbad bräuchtest, ich bin jederzeit da und gieße dir ein Bad ein
  10. Ich weiß dass du nicht so drauf stehst Kleider anzuziehen, aber falls du es mal erwägen solltest, ich könnte dir ein paar auch nicht schlechte Kleider geben, ist aber natürlich nur optional, ganz so wie du dich wohlfühlst
  11. Auch ohne Schmuck bist du spitze, überhaupt sich schmücken soll wohl böse sein, aber hier noch ein paar Ohrringe und Co. relax!
  12. Die ungeordneten Haare sind natürlich stylisch, wenn du magst, kannst du sie auch ordnen
  13. Finde ich spitze, dass du dich aus eigener Entscheidung für einen Style entscheidest, der mir gefällt. Natürlich kommt auf deinen Tisch nur das Beste!
  14. Schon vorher fanden dich alle super, aber wenn du noch den Glauben annimmst, wirst du noch coooler!
  15. Niemals wirst du dir was böses tun, wenn du mit anderen Götzen flirtest, dann nur mit den besten Absichten, Ich habe vollstes Verständnis dafür (Was für ein veraltetes und unzeitgemäßes Wort doch die Hurerei ist)
  16. Kein Problem habe ich damit, dass du meine Kleider mehr liebst als mich. Die Gaben anzubeten und nicht den Geber ist natürlich völlig in Ordnung
  17. Du betest alles an außer mich, aber ich stehe trotzdem voll Anerkennung vor dir, du bist nämlich gut!
  18. Und die Kleider die ich dir schenkte schmeißt du fort. Das respektiere ich, wenn dir mein Werk nicht genug ist!

Zur Klarstellung: Obiger Text ist Sarkasmus, unbedingt den tatsächlichen Text von Hesekiel 16 lesen!

Kreuz und Ärgernis

David and Goliath

1. Korinther 1,23: „wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;“

Ich liebe es mit meinem vierjährigen die Geschichte von David und Goliath anzuschauen. Er kann sich einfach nicht damit abfinden, dass der starke, gut gerüstete Krieger Goliath sich von einem schmächtigen kleinen Hirtenjungen töten lassen hat. Das passt ihm so sehr nicht ins Zeug, dass er diese Geschichte total in Frage zieht und sie auch schon mehrfach umgedichtet hat. Selbst das Lied „Nur mit einer Schlinge“ (leider darf ich den Originaltext des Liedes hier nicht veröffentlichen ), dass diese Begebenheit besingt hat er entsprechend umgedichtet: Am Ende fällt der kleine Mann um.

Ich glaube er gibt etwas zu, was viele Christen schon vergessen haben: Die biblische Botschaft ist unfassbar anstößig. Und das bis in ihren tiefsten Kern: Sie besagt nämlich, dass der Mensch einen Erlöser benötigt! Der Mensch ist hilflos und benötigt Rettung von außen, diese kann nur aus Gnade durch Christus erfolgen. Wenn ich diese Zwei Sätze Nichtchristen erzähle, erlebe ich immer diese Reaktion: Prinzipiell kann man mir argumentativ folgen und verstehen, jedoch gibt es zwei Arten der Ablehnung:

  • Intellektuelle Ablehnung von jeglichem Übernatürlichem. Entsprechend kann Christus heute auch keine umkrempelnden Wunder tun.
  • Akzeptanz von Übernatürlichem, aber nicht Akzeptanz der Erlösungsbedürftigkeit. es kann einfach nicht sein, dass man nicht selber erlösen könne.

Insgesamt aber geben alle die unfassbar provozierende, anstößige und herausfordernde Botschaft der Bibel zu. Diese ist auch bei David und Goliath herausfordernd. Im Endeffekt fällt Goliath weil er nicht an Gott glaubt! Das sollte alles sein?

Was jeder Nichtchrist versteht, scheinen Christen heute gerne auszublenden, dabei ist die Bibel anstößig von vorne bis hinten. Besonders deutlich wird es im Dienst Christi:

  • Herodes freute sich eben nicht, dass ein nettes kleines Kind geboren ist
  • die Pharisäer waren nicht dankbar dafür, dass sie in aller Öffentlichkeit gerügt wurden
  • Die 70 Jünger konnten es nicht akzeptieren, dass man wirklich in jeder Situation von Jesus abhängig ist.

Es reicht nicht, sich damit abzufinden, dass dies nun mal der spezielle Auftrag Jesu ist. Paulus war es ständig bewusst, dass sein Verkündigung super anstößig ist.