Kein perfektes Leben – Gedanken zur Geburt meines 4ten Kindes

Prolog

Das Leben schreibt manchmal die abenteuerlichsten Geschichten. Am Dienstag vor einer Woche kam nun unsere zweite Tochter als viertes Kind der Familie zur Welt, und das durchaus unter spektakulären Bedingungen: Wir planten schon früh eine Hausgeburt unter der Betreuung zweier Hebammen, und bereiteten uns bereits früh darauf vor. Doch eine Geburt kann man kaum planen. Als die Wehen ansetzten, ging es plötzlich so schnell, dass die Hebamme nicht rechtzeitig vor Ort sein konnte. Ich musste also den Hebammendienst übernehmen und nach einigen Minuten hielt ich meine Tochter in den Armen. Doch die Frau verlor relativ viel Blut und wir zählten die Sekunden bis die Hebammen eintreffen, nun klingelt es an der Tür, doch wer steht davor? Natürlich, der Postbote, und während er mein mit Fruchtwasser und Blut beflecktes Shirt und meine mit Schweiß überlaufene Stirn betrachtet, frägt er kühl: „Gerade gezockt?“ – „Nein, vor ein paar Minuten ein Kind empfangen“ als Antwort, hält er da nur für einen unpassenden Witz. Kurz davor, versuche ich mehrfach verzweifelt bei den Hebammen durchzukommen. Und meine bis dahin gewahrte Ruhe ist plötzlich dahin: Das komplette Festnetz (ja Festnetz, nicht Mobilnetz) fiel aus. „Der Anruf kann zur Zeit nicht zugestellt werden“, spricht der weibliche Computer. Nun, es gibt Momente, an denen der ganze (verborgene) Dreck des Herzens an die Oberfläche kommt. Statt die Sache in die Hände Gottes fallen zu lassen, wurde ich unfassbar zornig. Ich fluchte schrecklich, wirklich, ich habe es selbst nicht von mir erwartet. Als könnte man durchs Ausflippen etwas retten. Dabei war das natürlich immer noch nur ein Teil der Geschichte: Zwei Tage vor der Geburt entdecken wir bei den Kindern Läuse, was viel Mühe und Kosten für die Behandlung bedeutet. Und natürlich kam das Kind genau an dem Tag zur Welt, als mich der Chef unbedingt auf der Arbeit haben wollte.

Nun, das Kind ist gesund und munter, und auch der Mutter geht es von Tag zu Tag besser. Die Möglichkeit die mir aber gegeben wurde, eine Geburt derart aktiv mitzuerleben, machte mir aber diesmal besonders intensiv deutlich, was für eine ungewöhnliche Sache, Neues Leben ist. Eigentlich ist es gerade so möglich, dass ein Kind überhaupt zur Welt kommen kann. Man denkt fast automatisch an 1 Mo. 3,16, an die Schmerzen der Geburt. Offensichtlich steckt in jeder Geburt auch der Schmerz des Messias drin(Vgl. insbesondere 1. Tim. 2,15 hierfür)

Überlegungen

Da ich nun einen Monat Elternzeit habe, kann man etwas nachdenken. Ein paar Gedanken im Sturzflug:

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Der Tag, an dem ich den Glauben verleugnete…

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(c) Faithlife Logos

Sprüche 28,13: Wer seine Missetat leugnet, dem wird’s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

Die Bindung an eine Sünde führt oft dazu, dass man für viele andere Sünden, die vielleicht schlimmer oder gar die Ursache für die praktizierte Bindung darstellen, blind wird. So war ich immer geneigt, meine Pornographiesucht als mein größtes Problem anzusehen und übersah viel dickere Schnitzer! Einer davon ist Menschenfurcht. Da ich als Sonderling immer eher abseits stand, habe ich lange nicht ein bisschen gemerkt, dass ich ein Mensch bin, der geradezu krampfhaft ein Feigling ist. Eine Episode bereitet mir bis heute schlaflose Nächte, obwohl das Erlebnis nun über 12 Jahre her ist.

Damals war ich Mitglied in der höchstwahrscheinlich konservativsten Gemeinde in ganz Deutschland. Nicht, dass dort alles schlecht war, waren es schließlich Leute, die mich zum Glauben führten, und Onkel Jakob, den ich für einen großen Glaubenshelden halte, war dort ebenfalls aktiv! Aber ein Erlebnis war möglicherweise doch durchaus typisch!: Als ich mich mit 17 Jahren in der Gemeinde taufen ließ, war ich überaus aktiv und suchte überall nach Christen, war die Ortsgemeinde ja über 30 km von meinem Wohnort entfernt. Schnell fand ich einige Christen auch in der Schule. Ich stellte mich damals furchtbar unfreundlich und hemdsärmelig an, den natürlich wollte ich erst prüfen, ob diese Menschen wirklich echte Christen waren. Die Kleider fand ich zumeist schon immer sehr problematisch…. Ein Mädchen aus der Parallelklasse hat mich jedoch besonders beeindruckt. Nicht nur, weil ihre Blöcke und Mäppchen mit Bibelversen verziert waren, ich war auch beeindruckt über ihr immer weises Zeugnis gegenüber den Klassenkameraden. Zu solchen weisen Antworten war ich oft nicht in der Lage. Sie war den meisten Mädchen, die ich in meiner Ortsgemeinde hat, meilenweit überlegen. Nun dauerte es nicht lange, bis ich mich auch überwand die Gemeinde, die sie besuchte, auch zu besuchen. Einige Male war ich auch auf der Jugendstunde. Es war eine kleine Brüdergemeinde, und es hat mir eigentlich alles im Gottesdienst gefallen. An einer anderen Stelle habe ich meine Hochachtung vor der Art und Weise wie die Brüdergemeinden ihre Gottesdienste durchführen, ausführlich geschildert. Ich war wirklich froh, Christen in meiner Umgebung entdeckt zu haben (so blöd sich dieser Satz jetzt auch anhört). Leider war ich auch zu tollpatschig meine Entdeckung für mich zu behalten, und besprach meine Erlebnisse relativ offen mit den Jugendlichen meiner eigentlichen Ortsgemeinde. Die Kinder des Pastors, – er hat viele und vertraut ihnen in besonderem Maße-, klagten mich entsprechend schnell bei Ihrem Vater an. Entsprechend bald folgte auch eine Ermahnung! Der Pastor führte ausführlich aus, dass ich mich doch vor diesen verirrten Christen fernzuhalten habe (er selbst war aber nie dort), und ich bringe mich nur vom Schmalen weg ab, etc… Man kennt ja die Argumente zu Genüge. Nun, natürlich habe ich versucht zu widersprechen und versuchte zu schildern, dass diese Gemeinde unserer SO ähnlich ist, dass die Frauen dort sogar Tücher tragen. Aber alles half nichts! Es wurde Gehorsam erwartet, ansonsten nur die Alternative Gemeindezucht möglich.

Das ich damals eingeknickt bin, dass empört mich heute in höchstem Maße über mich selbst! Ich erschrecke vor dieser Feigheit! Ich habe mich lieber angepasst, anstatt dem Wort Gottes zu gehorchen und die Dinge und Argumente zu prüfen! Und gewonnen habe ich dadurch nichts! Der Pastor, der natürlich sich wieder bestätigt sah, dass er seinem Aufseheramt nachkommt, hat ja nun einen schwachen Christen erneut zurechtgewiesen. Dadurch war meine Stellung vor ihm schon determiniert. Im Übrigen will ich aber gar nicht sein Verhalten kritisieren, irgendwo hat er auch meine Sympathie dafür, dass er ein Auge für die Situation hatte! Es soll hier wirklich um meine Reaktion gehen. Damals, aber auch einige Jahre später, redete ich mich ganz leicht damit heraus, dass ich doch kaum christliche Sitten kannte, ganz „frisch im Glauben war“ und bei weitem nicht die Erkenntnis eines Pastors beanspruchen konnte. Und so wie oben angedeutet habe ich dieses Erlebnis zunächst so gut wie vergessen.

Aber in den letzten Jahren ist es wie ein Mahnmal für mich, wie anfällig ich persönlich für Menschenfurcht bin. Mit Menschenfurcht gewinnt man nichts, verliert aber sehr viel! Immer wieder gibt es diesen Druck, etwas um des „Friedens willen“, wie man es gerne verpackt zu tun. Weil man ansonsten nicht mehr predigen darf, manche These nicht mehr so klar zu formulieren. Weil man sonst als „geizig“ verschrien wird, etwas „offiziell“ zu spenden. Der Anzahl der Fallen mit dem Label „Menschenfurcht“ ist Legion!

Nun habe ich bekannt, Gott gebe mir die Kraft, zu lassen!

Mehr unter:

10 Hinweise auf Menschenfurcht.

Menschenfurcht – kein Kavaliersdelikt

Hinweis an den Leser: Ich rede in meinen Beiträgen regelmäßig relativ offen über meine Fehler. Ich bin in besonderem Maße der Vergebung und der Gnade in Christus bedürftig. Echte Gnade für einen echten Sünder – das beanspruche ich für mich! Auf keinen Fall möchte ich jedoch den Eindruck erwecken, dass zu einer echten Vergebung ein öffentliches Bekenntnis nötig ist. Die Schuld muss vor Gott bekannt werden und vor den Betroffenen! Man sollte auch nach Möglichkeiten suchen, Schaden zu begleichen. Aber sich vor anderen zu entblößen, dass muss man nicht! Hier ist viel Weisheit und Einsicht nötig. Bete darum!

Pleiten, Pech, Pannen?

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Platte Pannen

Tja, da war es mal wieder eine Katastrophenwoche, dabei fing doch alles so großartig an: Zunächst einmal hatte ich die ganze Woche Urlaub, enstprechend wurden einige Termine auf diese Woche gelegt. Nötige Impfungen für die Kinder, aber auch der TÜV-Termin für das Fahrzeug. Nun geriet die Sache aber mit Kleinigkeiten ganz schön ins Rollen, doch immer der Reihe nach. Am Dienstag,  stellte es sich heraus, dass aufgrund von Bauarbeiten gegenüber der Straße, unsere Garageneinfahrt für einige Tage gesperrt bleiben wird, soweit so gut. Doch am Mittwoch, gerade eine Stunde bevor die Frau zum Kinderarzt fahren wollte, stellte ich plötzlich fest, dass wir einen Platten hatten. Was soll man da auf die Schnelle machen? Am Donnerstag wäre der  TÜV dran, und die Sommerreifen haben kaum noch Profil übrig. Gleichzeitig gibt es auch kein Budget für die Anschaffung eines neuen Satzes von Reifen. Nun, kurzerhand wechselte ich die beiden hinteren Reifen auf die kaum noch profilierten Sommerreifen.  Dabei hätte ich es mir gewünscht, dass nicht so öffentlich mitten auf der Straße tun zu müssen. Außerdem dachte ich an die vielen „besseren Möglichkeiten“ mit denen ich doch hätte die Zeit füllen können, z.B. bloggen oder lesen. Mit Bangen dachte ich an den TÜV Termin. Noch deutlich größere Kosten sollten auf uns warten, wenn der TÜV Beanstandungen haben sollte. Man flehte Abends (aber auch den Ganzen Tag) um Gnade bei Gott. Natürlich staunte der Techniker am nächsten Tag nicht schlecht des seltsamen Auftretens des Fahrzeugs: Hinten Alufelgen und vorne Stahlfelgen, dass hätte er noch nie gesehen, aber er beließ es dann bei einer mündlichen Rüge. (Ob er meine Erklärung für die Erscheinung abnahm?) Weiterlesen „Pleiten, Pech, Pannen?“

A Shocking Message

Eine persönliche „shocking message“ (zu deutsch: Schockierende Mitteilung) erlebte ich auf diese Weise:

Als 16 jähriger bis dahin fleißiger Kirchengänger entschloß ich mich regelmäßig die Bibel zu lesen: Die Erfahrungen waren überaus grausam! Um es kurz auszudrücken: Ich war entsetzt! Bei allen Lebensereignissen war doch kaum eines so aufrüttelnd wie die Begegnung mit dem Wort Gottes! Einige Eindrücke, und Fragen die bei mir aufkamen:

  • „Habe ich noch nie gehört!“ Wow, so viele Sachen wurden ja nicht ein einziges Mal in der Predigt erwähnt: Ich habe z.B. überaus gestaunt, wie versaut die Gemeinde der Korinther war. Und diese Leute nannte Paulus trotzdem Brüder? Wahnsinn, dabei schienen es recht seltsame streitsüchtige Hobbypfingstler gewesen zu sein. Menschen, die man üblicherweise als Irrlehrer links (heute wohl eher rechts) liegen lässt. Ganz ehrlich gesagt, über die kleinen Propheten hört man auch heute wenig und ich selbst bin da auch kein gutes Beispiel.
  • „Das Evangelium soll für den Christen da sein?“ Ich habe erwartet, dass Jesus, aber auch die Propehten deutlicher zwischen Nachfolgern und „Nichtnachfolgern“ unterscheiden würden. Aber alle schrieben so viel vom Evangelium, als würden selbst erfahrene Jünger, es zum ersten mal hören. Es war z.B. klar, dass die Briefe der Apostel an Gemeinden geschrieben sind, trotzdem erzählten sie teilweise sehr weitschweifig und oftmals von den Grundlagen auf das Evangelium. Braucht den ein Geretteter noch das Evangelium? Das war für mich etwas neues und unklares, auch ein Punkt, den ich viele Jahre nicht so recht verstand (und auch heute noch stück für stück neu lerne)
  • AT und NT sind sehr nah beieinander! Ich hätte eine deutlich größere Diskrepanz (obwohl das Buch der Richter schon sehr extravagant klang) zwischen AT und NT erwartet, angetroffen hat man eher einen sehr fließenden Übergang (ich meine, die ersten Christen haben ein dutzend Jahre darauf gewartet, bis sie bereit waren den Heiden das Evangelium zu erzählen…)
  • „Bin ich überhaupt unter Christen?“ Es viel schmerzlich auf, dass selbst unsere deutlich konservative evangelikale Liturgie nicht wirklich viel mit der des Neuen Testamentes zu tun hatte: Die Christen trafen sich täglich, sehr häufig (offensichtlich einmal die Woche) wurde Abendmahl gefeiert, man hatte einen sehr originellen Umgang mit Geld (zumindest Lokal). Es entstanden damals viele Fragen darüber, in wie weit die Urgemeinden überhaupt als Prototyp für Gottesdienstgestaltung geeignet sind. Die meisten Beschreibungen waren eher Indizien, weniger Anweisungen.
  • „Bin ich überhaupt Christ?“ Der Apostel Johannes schrieb davon, dass die Christen Gott lieben und ihre Brüder. Das war ein Abgrund: Mir wurde schmerzlich klar, dass schon die Aussage, weil ich Christ bin, strenge ich mich an Gott zu lieben, einen Wurm beinhaltet: Zwingen jemanden zu lieben kann man sich kaum, denn da steht man selbst an erster Stelle. Das schien mir ein unfassbares Hindernis zu sein. Von allen Schriften meiner ersten Runde durch die Bibel konnte ich mit den Schriften des Apostel Johannes wenig anfangen. Sie klagten mich ungemein an oder waren total unverständlich
  • „Kaum Fixierung auf DEN einen Augenblick DER Entscheidung“ Das habe ich ungemein vermisst, Texte über Bekehrungen, Zurufe. Die verschiedenen evangelistischen Predigten von Paulus und Petrus in der Apostelgeschichte wirkten ungemein blass. Ich hoffte sehr eine Stelle zu finden, die einen Altarruf deutlich machen würde und die Entscheidung für Christus klar macht, stattdessen wurde sehr statisch zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Volk Gottes und Heiden, Geretteten und Feinden unterschieden. Statt eines Augenblicks ein ganzes Leben. Das irritierte, gab aber auch irgendwie auf eine mir damals unklare oder schwer zu beschreibende Weise sehr viel Kraft!
  • „Hilflosigkeit des Menschen“ Es war natürlich wieder Johannes (man muss hier hinzufügen, dass mein geistlicher Vater vor allem immer vom Johannes-evangelium angetan war, was das Dilemma verschärfte) der mit der Erzählung über die Begegnung von Jesus mit Nikodemus mich ganz schön vor den Kopf stieß: Ich meine Nebukadnezer will eigentlich was lernen, aber Jesus erzählt ihm was von Wiedergeburt, also von etwas, was er eh nicht verstehen kann, denn das könne eh nur einer wissen, der vom Himmel kommt, und ergreifen kann man es genauso wie den Wind, von dem man nur wisse von wo er weht und wohin er geht. Wow, Nikodemus kam mir ganz schön hilflos vor! Überhaupt wurde mir ein unfassbares Elend des Menschen an ganz vielen Stellen der Schrift deutlich. Nehmen wir z.B. das Gleichnis vom vierfältigen Acker. Als ich dieses Gleichnis zum ersten mal las, war ich entsetzt: Mir war klar, dass wenn ein Zuhörer eher vom „Typ Weg“ ist, er das nicht merken würde, dass er vom „Typ Weg“ ist, denn um das zu merken, müsste das Wort ja bereits Frucht tragen, aber es kann ja kein Frucht tragen, wenn es nicht eindringt, wodurch er bereits aufhören würde, vom „Typ Weg“ zu sein. Und das schlimmste: Er könnte sogar denken, dass er gar nicht vom „Typ Weg“ ist, und eigentlich eher „fruchtbarer Ackerboden“! Nun ja, die tatsächlichen Zuhörer zur Zeit Jesu waren mir da recht egal, aber was ist, wenn genau das auf mich zutraf? Diese beiden Begebenheiten sind exemplarisch für eine zentrale Botschaft der Schrift: „Gott erbarmt sich der Hoffnungslosen!“ Nur wie kann ich hoffnungslos werden, denn selbst wenn ich das weiß, dass sich Gott der Hoffnungslosen erbarmt, und ich mir vornehme hoffnungslos zu werden, steht schon mein eigenes Bemühen darum, und ich nutze etwas als Mittel, was ein Ziel sein soll. –> Das machte mich (Gott sei dank!) hoffnungslos! –> es muss jemand von außen eingreifen, aber wie erwirke ich mir seine Gunst? Wird er mich hören, wenn ich rufe?
  • Gott ist unfassbar gewaltig! Neben dieser Linie der Hilflosigkeit des Menschen eines  entwickelte sich die Zweite der Herrlichkeit Gottes. Ich verstand nicht viel von den Tieren und Rädern bei Hesekiel  (kaum mehr ist es heute), aber recht deutlich war das: Die heiligsten Männer mühten sich dabei ab, die Herrlichkeit Gottes zu erfassen! Schon hiermit waren Sie ordentlich beschäftigt! Wenn schon seine Herrlichkeit kaum ergründlich ist, war es kein Wunder, dass man Gott selbst nicht sehen konnte! Als ich zum zweiten Buch Mose kam und vom Wunsch Moses las, war ich so gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, ob sich denn sein Wunsch erfüllte. Aber er konnte nur die Herrlichkeit unter den Füßen Gottes sehen! Mehr war/ist für einen Menschen nicht drin! –>Damals erkannte ich an dieser Stelle nicht den Sprung zur Offenbarung Gottes in Jesus: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. “ (Joh 1,14)
  • In Christus die Mitte: Damals nur wage aber doch etwas verstanden (vor allem durch „Wer zu mir kommt, denn werde ich nicht von mir stoßen“), dass die zwei Punkte der Herrlichkeit Gottes und der Hilflosigkeit des Menschen nur durch den Mittler Jesus gelöst werden können. Deswegen haben die recht, die verkündigen, dass Christus die Mitte der Schrift sei!

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Gott hört Gebet!

Gebete sind zentral in der Bibel: Die Psalmen sind Lieder, und doch auch Bekenntnisse und Gebete der Gläubigen. Neben diesem Gebetsliederbuch haben wir noch viele ganze Kapitel von Gebeten, so z.B. das Tempelweihgebet Salomos, das Gebet Nehemias, die Gebete der Gemeinde….Beten tun die, die wissen wie groß Gott ist. Oder die wissen wie klein der Mensch ist. Offenbar gehören diese Beiden zueinander. Einer kann nicht beanspruchen, ein christuszentriertes Weltbild zu besitzen, ohne auch ein Beter zu sein. Obwohl, – so könnte man einwenden-, muss man überhaupt beten, wenn doch nichts gegen den Ratschluss Gottes geschieht und geschehen kann? Offensichtlich ist es so, dass Gebet und Vorsehung auf irgendeine Art zusammenhängen, was in der Schrift oftmals deutlich wird: So betet Daniel für die Rückkehr des Volkes Israel aus Babylon, obwohl er die Verheißung der Rückkehr kannte (Daniel 9). So beteten Gläubige für den Messias, obwohl hier der Heilsplan vor Grundlegung der Welt feststand. Und doch wurden diese Gebete auch erhört. Für mich ist es ein Mysterium, welches ein Weiserer als ich lösen muss. Aber dieses Mysterium motiviert mich zum Beten und heute möchte ich einige persönliche Gebetsanliegen erzählen, und wie diese erhört wurden:

  • Als wir mit unserem Zweiten bei der U3 waren, stellte der Kinderarzt eine intensive Hüftdysplasie fest und verordnete einen Termin beim Orthopäden. Vor diesem beteten wir intensiv für das Baby. Interessant waren die Details: Der Orthopäde begrüßte uns mit den Worten: „Ah, Dr. Leonhard schickt euch, er ist unfehlbar in seinen Diagnosen“. Nach einer intensiven Untersuchung kam aber die Diagnose, man könne keine Unregelmäßigkeiten vorstellen. Bei der U4 wurden wir zunächst getadelt, dass das Kind immer noch keine Spreizhose hatte. Hier wurde etwas großes in kurzer Zeit erhört
  • Etwas später hatte ich eine relativ verantwortliche Bestellung in der Arbeit zu tätigen, die knapp terminiert war und einen recht hohen Betrag wert war. Dies geschah am Freitag nachmittag. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde mir bewusst, dass ich aufgrund eines Denkfehlers fast alle Teile falsch bestellt habe. Schweißgebaded wachte ich auf und schrie zum Herrn. Ich musste mit mir kämpfen am Montag überhaupt zur Arbeit zu kommen aber ich ringte mich durch hier meinen Fehler einzugestehen. Doch davor schaute ich nocheinmal in die Bestellliste, diese wurde offensichtlich von einer unsichtbaren Hand korrigiert, anders kann ich es mir nicht erklären
  • Obiges sind zwei Beispiele für viele unzählige Gebetserhörungen: Ich habe erst nach der Heirat angefangen zu studieren, und die Anfangszeit war von unterschiedlichen finanziellen Problemen  beherrscht, wir besprachen diese aber nie mit Menschen sondern nur mit Gott. Wir haben so oft auf wunderbare Weise von Gott Hilfe erfahren. So konnte ich z.B. als Student eine sehr gut bezahlten Nebenjob finden, oder ich bekam eine unerwartete Entschädigungszahlung (die ich nicht beantragt habe) von der Zivildienststelle etc… Das interessante ist, die Hilfe kam immer gerade rechtzeitig. So oft haben wir erfahren, dass Gott stark ist, und haben aber oftmals zuerst an irdische Mittel gedacht, bevor man im Gebet zu ihm rief.
  • Ich bin handwerklich eine Niete und muss es immer wieder als eine demütigende Erfahrung neu lernen, mit Gottes Hilfe habe ich aber wirklich gelernt auch praktische Aufgaben zu bewältigen. Jesus ist einfach der beste Handwerker!
  • Neben diesen obigen Beispielen einer persönlichen Führung und Versorgung in praktischen Dingen, erfahren wir Hilfe im Gebet in vielen Seelischen Dingen, sei es, dass man um offene Augen bittet, um seinem Nächsten helfen zu können, um Demut eine Beleidigung zu ertragen, um Kraft in Durcheinanderzeiten ruhig zu bleiben etc… Hierfür vielleicht auch ein Beispiel: Einer meiner Kollegen macht mir das Leben eher schwer, aber ich sehe in Ihm genau den Kollegen den Gott sandte, um mich zu formen, so weiß ich auch, dass es nichts nützt, sich hier das Joch leichte r machen zu wollen, Gott ist keine Wunschmaschine! Aber es nützt definitiv was, bei Gott zu bitten in dieser Schule zu wachsen.

Was mir in den Jahren immer wichtiger wurde, keine Aufgabe zu trivial zu halten, um dafür zu beten!

(Apg 4:31) Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren; und sie wurden alle voll des Heiligen Geistes und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.

(Spr 15:29) Der HErr ist fern von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhört er.

Hochzeitswunsch an Alex U.

Ein langjähriger Freund von mir wird morgen heiraten. Aus unterschiedlichen Gründen, werde ich dort nicht dabei sein können. Ich habe mich entschieden einen durchaus ungewöhnlichen Gruß in Audioform zu verfassen.

Diesen findest du hier.

Das erwähnte Lied findet sich übrigens hier (nicht unbedingt die beste Übersetzung)

 

Counterpoints (1): Taufe

Eine große Gefahr, die ich im Bloggen sehe, ist es Unfrieden zu stiften. Vor allem kritische Artikel haben die Gefahr Fragen aufzuwerfen, die so nicht geplant waren. So stehen meine Leser und ich selbst in der Gefahr z.B. meine Kritik an den Russlanddeutschen nur bei den anderen zu sehen. Nach dem Motto: Was bin ich froh, nicht so zu sein, wie die anderen. Das große Problem ist doch, dass wir (wir einzeln und höchstpersönlich) gesündigt haben und der Vergebung benötigen. Auch bei Positionierung bei kontroversen Themen gibt es diese Option: Man verurteilt entweder den Autor (als ob dieser seine Meinung einfach so biegen und ändern könnte) oder man nimmt Gedanken auf, um mit einem unnötigen Stolz herunterzuschießen. Mit dem folgenden will ich weder jemand belehren, noch konvertieren noch zur Streitsucht aufbringen, aber ich beanspruche die Freiheit meine Position darstellen zu dürfen!

Persönliche Geschichte

Ich wurde als Kind in Kasachstan in einer halbillegalen-halbkommunstischüberwachten lutherischen Kirche getauft. Ich weiß vom dortigen Pastor nichts. Meine Eltern waren (und sind es immer noch) überzeugte Atheisten, sie tauften mich, weil es jeder der Deutschen es so im Dorf praktizierten. Sie gingen nach der Taufe nie wieder dort zur Kirche. Meine Taufpaten waren, da legte meine Mutter wert drauf, sehr anständige Leute, aber ebenfalls praktizierende Atheisten. So blieb meine Familie evangelisch, und wurde 1997 (da war ich 8) als luth.-evangelisch in den Papieren eingetragen. Bis heute zahlt meine Mutter und mein Bruder Kirchensteuer obwohl sie wirklich alles an Religion und Glaube verachten. Durch eine sehr ungewöhnliche Vorsehung kam ich zum Glauben an Christus. Es ist eine besondere Geschichte, die an anderen Stellen erzählt wurde. Nun war dies in einer Baptistengemeinde. Da ich noch meine Familie noch irgendwas auch nur in den entferntesten Verwandten etwas an christlicher Tradition hatte, war für mich klar, dass ich mich taufen lassen werde. So bin ich also tatsächlich ein klassischer Wiedertäufer geworden. Ich wurde zweimal getauft.

Die Wiedertäufer

Jahre später als ich die Geschichte oben in einem Kreis liberaler Theologen erzählte, ging ein Raunen in die Ecke. Erst damals bemerkte ich, dass in meiner persönlichen Geschichte durchaus etwas anstößiges liegt. Ich hätte immerhin die „eine Taufe“(Eph.4,5) in Frage gestellt. Wobei hier ja von der einen (im sinne von einzig wahren) christlichen Taufe die Rede ist, und nicht von einem Ereignis, dass sich auf gar keinen Fall wiederholen darf (im Sinne von einmalig). Witzig und völlig irritierend war, dass die selben Theologen die Irrtumslosigkeit der Schrift, die Jungfrauengeburt und ähnliches verwarfen. Man hatte also offensichtlich für die modernsten Züge Verständnis, aber bei der Taufe hörte das Verständnis seltsamerweise auf. Man beachte wie hart z.b. die Augustana von den Wiedertäufern redet.

Wildern bei der Bundestaufe

Auf jeden Fall und man darf mich korrigieren, wird von Vertretern der Bundestaufe gerne von einem Bundeszeichen gesprochen, vergleichbar der Beschneidung. So wird  eine ganze Familie (wie bei Noah, Abraham) etc unter einen Bund genommen, so dass eine Bundestaufe immer zeigt, Gott liebt dich und will einen Bund mit dir,noch bevor du dich für ihn entscheiden konntest. Und so wie ein Jude aufgrund der Beschneidung ständig daran erinnert wurde, hey du bist besonders, du bist erwählt, Gott hat ein Bund mit deinem Volk und dass ihn antrieb zur Heiligkeit, zur Absonderung, zur Treue an Gottes, so ist das mit der Taufe. Einem getauften Kind sagt diese ständig: Du hast das Bundeszeichen Gottes, und dass willst du jetzt durch Unglauben von dir Stoßen? (Dann bleibt logischerweise auch nur der Bundesfluch). Eine super Darstellung dieser Gedanken findet sich bei Ligon Duncan „Covenant Theology„.

Beim Lesen seiner umfangreichen Ausführungen zur Bundestaufe kam ich zum Ergebnis, dass meine Glaubenstaufe auch eine Bundestaufe war. Keines der von ihm angesprochenen Elemente dieses Bundeszeichens (z.B. dass es nicht retten kann) würde mir in meiner Glaubenstaufe fehlen. Was ich sagen möchte: Ich habe durch das Lesen eines Presbyterianers über die Kindertaufe sehr viel Trost über meine Taufe erfahren. Bisher war die Taufe für mich ausschließlich ein öffentliches Bekenntnis des persönlichen Glaubens (Vor allem 1. Tim.6,12 war hier für mich ausschlaggebend), der Bundesgedanke war mir fremd. Obwohl eigentlich gerade unsere Gemeinde ständig betonte, die Taufe ist „der Bund eines guten Gewissens“. was es genau bedeutete blieb mir verborgen, und ich erkenne welch unglaublicher Trost dahinter liegt zu wissen, Gott tritt in einem Bund, es ist dahinter ja eine sehr große Heilszusage verborgen, die in viel Not viel Kraft schenken kann. All dies beziehe ich übrigens auf meine Taufe als Erwachsener, ich habe aufgrund oben beschriebener Situationen wirklich Mühe dahinter irgendeine Art von Gottesfurcht zu entdecken (Man beachte, dass selbst zur Urzeit nicht nur das Volk Israel eine Beschneidung praktizierte, und nicht immer war die Beschneidung ein Bundeszeichen)

Fragen und Einwände

Zunächst einmal respektiere ich unterschiediche Taufverständnisse im Rahmen der Rechtgläubigkeit. Wie ich schon oben schrieb, will ich niemanden verprellen. Bei der Bundestaufe verstehe ich aber noch diese Dinge nicht:

a) Warum gibt es Paten? Ich meine Beschneidungspaten gab es ja nicht

b) Die Beschneidung galt nur den Männern, hier zieht die Parallele nicht. Zum Neuen Volk Gottes wird man nun nicht durch Beschneidung des Fleisches, sondern durch die Beschneidung des Herzens hinzugefügt, dieses Zeichen ist Männern und Frauen offen.

c) aus b folgt auch: Wenn ein Amoriter, Moabiter oder ein anderer Ausländer sich dem Volke Gottes anschloss (Vgl. im Buch Ester und an anderen Stellen Konvertiten), so nahm er das Bundeszeichen auch als Erwachsener an. Wenn man das Bild übernimmt, so gibt es ja den Bund Gottes nur mit solchen „Ausländern“, die das nicht von Natur oder ähnlichem haben. Ich meine, ich kann für meine Kinder nicht den Bund Abrahams beanspruchen, nur der Gläubige darf es.

 

Welche Fragen habt ihr an die Glaubenstaufe?