Pi ist gleich drei!

Das galt gelegentlich im Studium beim Bewältigen von technischen Aufgaben, wenn in Prüfungen kein Taschenrechner erlaubt war. Dabei weiß natürlich jeder, dass die berühmte Kreiszahl π etwas größer als 3 ist, nämlich

π= 3.1415926…

Und so weiter bis in die Unendlichkeit. So recht weiß also eigentlich gar keiner wie genau π lautet, ja es gibt sogar Wettbewerbe, die meisten Nachkommastellen zu ermitteln,aktuell ist man bei über 22 Billionen Nachkommastellen angelangt. Nicht umsonst nennt man solche Zahlen ja sogar Irrational. Und doch sind sie perfekt erfassbar, denn ich könnte mit einfachen Geographischen Mitteln Pi exakt bestimmen, dafür müsste ich nur die Funktion f(x) = sin(x) auf einem Blatt Papier aufzeichnen:

sinvonx
f(x) = sin(x)

Genau da wo die grün eingezeichnete Kurve die waagerechte y-Achse schneidet haben wir die Kreiszahl konstruiert. Obwohl man Pi also exakt konstruieren kann, kann man die Nachkommastellen aber nur als Ergebnis einer Folge ermitteln. Das scheint mir eine geeignete Illustration dafür zu sein, wie wir als beschränkte Wesen Zugang zu echter und wahrer Erkenntnis haben können. Doch vorerst ein Exkurs:

Exkurs: Salomo kannte π

Ein bisschen Mathematik, nicht nur für πetisten:

Und zwar beim Tempelbau, besser gesagt beim Bau des großen Wasserbeckens für die Priester. 1 Kö 7,23 berichtet davon: „Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum andern zehn Ellen weit, ganz rund und fünf Ellen hoch, und eine Schnur von dreißig Ellen war das Maß ringsherum“

Man wusste damals also schon um das ungefähre Verhältnis zwischen Umfang und Durchmesser bescheid, dabei nahmen die Konstrukteure Salomos ebenfalls großzügig π=3 an.

Das Becken Salomos sah also eher wie eine Ellipse aus, vielleicht so (Ermittelt mit diesem Tool hier):

ellipse
So sieht eine Ellipse mit einem Umfang von 30m und der langen Achse von 10m aus.

Die Konstruktuere konnten ganz schön stolz auf sich sein, eigentlich sieht man der obigen Ellipse fast nicht an, dass sie kein Kreis mehr ist! Weiterlesen „Pi ist gleich drei!“

Bereits jetzt, aber noch nicht!

Thomas Schreiner und Ardel Caneday  haben ein sehr wichtiges Werk verfasst, dass nun seit einiger Zeit auch im deutschsprachigen Raum erhältlich ist. Eine allgemeine Rezension wird noch auf nimm-lies erfolgen, an dieser Stelle möchte ich einen sehr hochwertigen Gedanken im Buch ausführlicher darstellen, das ist das Konzept des „Bereits Jetzt, aber noch nicht. Schreiner und Canaday kündigen ihre Absicht an:

„wir werden nachweisen, dass die Bibel das Heil mit vielen verschiedenen Metaphern so schildert: Es ist etwas, das schon jetzt wirklich unser Eigentum ist, weil wir als Erben einen Rechtsanspruch darauf haben, aber wir haben dieses Erbe noch nicht empfangen.“ (S. 45)

Die Beispiele, die die Autoren aufzählen, zeigen eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema: Weiterlesen „Bereits jetzt, aber noch nicht!“

Der HERR Jesus ist König!

hebräer_2_1-2.pngKeiner kann das erste Kapitel im Hebräerbrief lesen, ohne von der Menge der alttestamentlichen Zitate erschlagen zu werden. Bisher war ich zu faul, diese intensiver durchzuschauen und habe beinahe vieles verpasst, was sehr viel Freude am Heil bewirkt!

Hierfür habe ich mir ein relativ großes Diagramm erstellt. (Großversion hier downloadbar und hier in meinem Logos-Workspace; zur Ansicht ist ein kostenloser hierfür Account benötigt). Eine alternative Darstellung als Din-A4 PDF (Achtung: andere Farben der Markierung)  Mehr als die Hälfte des ersten Kapitels sind ja nur Zitate aus dem AT (orange hinterlegt), dabei vornehmlich aus den Psalmen, indirekte Hinweise nicht mitgezählt. Manche Erwähnung überrascht! Was, all diese Texte des AT sollen messianisch sein? Das lässt tief in das Verständnis der neutestamentlichen Autoren blicken, die überall im AT Christus entdeckten.

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Luther zur Übersetzung von Röm 3,28

Ein Vorwurf so alt wie die Reformation ist ja die Übersetzung Luthers von Röm 3,28: »Wir halten (dafür), daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.«  Das Wörtchen allein löste bereits zur Lebzeiten Luthers einen Sturm an Empörung aus! Wobei natürlich eine Übersetzung, die nur diesen einen Mangel hätte, ja durchaus als hervorragend zu gelten hätte, möchte ich hier auf eine Schrift Luthers aufmerksam machen:

Wenig bekannt zu sein scheint, dass Luther in seinem „Sendbrief vom Dolmetschen“ selber auf diesen Einwand eingegangen ist. Ein umfangreiches Zitat hier (der Text ließt sich leicht, flüssig, man ist oft belustigt, aber er ist wohl auch nichts für katholische Ohren…). Ich konnte mich nicht entscheiden welcher Abschnitt am sinnvollsten ist, aber die Quintessenz findet sich wohl vor allem im von mir kursiv gesetzten Teil (für die Eiligen–> Aber ihr verpasst definitiv was, seid also gewarnt!):
„Dem ehrbaren und klugen N., meinem geneigten Herrn und Freunde. Gnade und Friede in Christus. Ehrbarer, kluger, lieber Herr und Freund! Ich habe Eure Zuschrift empfangen mit den zwei Fragen, darin Ihr meines Unterrichts begehrt: Erstens, warum ich (im Brief an die Römer) im dritten Kapitel (Vers 28) die Worte des Paulus: »Arbitramur hominem iustificari ex fide absque operibus« so verdeutscht habe: »Wir halten (dafür), daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.« Ihr weist dabei darauf hin, wie die Katholiken sich über die Maßen unnütz ereifern, weil im Text des Paulus nicht das Wort »sola« (allein) stehet und solcher Zusatz von mir in Gottes Wort nicht zu leiden sei usw. Zum zweiten, ob auch die verstorbenen Heiligen für uns bitten, weil wir (Hiob 33, 32 ff.) lesen, daß ja die Engel für uns bitten usw. Auf die erste Frage (wo es Euch gelüstet) mögt Ihr Euren Katholiken von mir aus so antworten:

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Dispensationalismus und Bundestheologie im Vergleich

Meines Erachtens eine faire Gegenüberstellung dieser beiden Strömungen im bibeltreuen Schriftverständnis hat Ligon Duncan in seiner Vorlesung Covenant Theology. Ein gut lesbares Skript dazu findet sich im .pdf-Format und .epub und .mobi Format.  Für Visuelle Typen geht es hier Richtung youtube (youtube-Pro-Tip: es gibt die Möglichkeit automatische Untertitel auf Englisch zu aktivieren).

Im Kapitel „Dispensationalism – A Reformed Evaluation“ führt Duncan eine hilfreiche und präzise Gegenüberstellung der beiden Positionen aus, die ich übersetzt habe und hier veröffentliche, man lese und staune über hermeneutische Unterschiede…

(Eine Anmerkung zu Beginn: Vor allem bei den letzten Punkten  kommen einige Fremdwörter. Diese können irritieren, was völlig verständlich ist. Ich habe gelernt diese zu akzeptieren, als ich anfing dahinter Codewörter zu sehen, um theologisches Verständnisse mit einem Label zu versehen. So kann man größere Zusammenhänge in kurzer Zeit gegenüberstellen. Eine kurze Erklärung der Begriffe findet sich unter dieser Tabelle. Wichtig: Es nützt wenig sich in Details zu verlieren und die klaren Linien zu übersehen) Weiterlesen „Dispensationalismus und Bundestheologie im Vergleich“

Ich liebe dich, aber nur unter diesen Bedingungen…!

barmherziger_Samariter

Einer meiner Freunde hat recht große Probleme in seiner Ehe. Die Ehefrau sagte ihm, dass Vergebung und Versöhnung nur möglich ist, wenn er verschiedene Anforderungen erfüllt. Nun warf er sich mächtig ins Zeug. Als aber die To-Do Liste erfüllt wurde, lag plötzlich eine weitere vor. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von ehelicher Treue, sondern Aussagen, wie “ du musst romantischer werden“, „du musst mir mehr Freiräume geben“ etc… Übrigens, einen beachtlichen Anteil an der Krise in dieser Ehe, haben auch beide Elternteile des Paares. Die eigenen Eltern des Betroffenen versagen ihm jegliche(!) Unterstützung, wie materiell oder beratend, da er sie als jugendlicher (also über 10 Jahre her) „enttäuscht hätte“. Die Schwiegermutter wiederum scheint größte Freude dabei zu haben, Öl ins Feuer zu gießen, wie konnte ihre Tochter sich nur so einen seltsamen Ehemann aussuchen….

Dieses Beispiel erzähle ich als Illustration für Folgendes: Wenn ich Liebe als das wirklich mindeste definiere, nämlich die Fähigkeit zur Gemeinschaft und Toleranz, dann stelle ich fest, wie oft diese Liebe einem verweigert wird, da man den Anspruch dafür erst verdienen muss. In der Praxis sieht das dann so aus: „Ich kann dir nicht helfen, in diese Misslage, in der du bist, hast du dich schließlich selbst reingebraucht, warum warst du auch so blöd, um…“ (Mit beliebigem Ausfüllen). Ach ne, welches Problem ist denn nicht (zumindest zu einem Teil) selbst verschuldet. Wenn ich keine Probleme hätte, würde ich doch gar keine Hilfe brauchen. es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass diese „Liebe mit Bedingungen“ gar keine Liebe ist. Liebe kann man hier auch mit Brüderlichkeit, Freundlichkeit, Treue, Hilfsbereitschaft ersetzen. Einmal brach ein mir sehr wichtiger Mensch mit mir jeglichen Kontakt ab, weil ich eines unserer Kinder so nannte, wie er es sich nicht wünschte. Zu einem anderen Zeitpunkt wurde ich dafür verachtet, dass ich Abitur habe und Studiere, mit der Anmerkung: „Christen, die studieren, darf man nicht trauen“. Die Beziehung zu meiner Mutter ist ebenfalls sehr angespannt, denn Sie ist sehr unglücklich über mich, erfülle ich doch ihre Vorstellungen nicht. Als ich einen beachtlichen Teil der Ansprüche wett machen konnte, wurde die Liste einfach entsprechend um weitere erweitert. Man ist also nicht einen Schritt weiter gekommen auf der Akzeptanz. Hier möchte ich nicht von der anderen Seite vom Pferd fallen, und entgegenrufen, wenn du mich nicht akzeptierst, dann liebe ich dich auch nicht, denn dann würde ich in die selbe Falle tappen (auch wenn die Versuchung dafür manchmal groß ist). Einmal, habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, und habe dieses Szenario sehr deutlich zu spüren bekommen: Wir haben als Familie mal eine eher ungeschickte Wohnungswahl getroffen. Nach nur einem Jahr sind wir dann wieder umgezogen, und als ich einige um Hilfe frug, kam die Antwort prompt: „Warum sollte ich dir jetzt helfen, wärst du doch bloß nicht so doof, dahin zu ziehen“. Das mit dem Umzug ist natürlich eine Kelinigkeit, aber wenn Beziehungen über Jahre leiden, weil wir zu stolz zum Vergeben sind, dann ist die Lage eine ganz andere. Hier zeigen Sünden über Generationen ihre Wirkungen. Weiterlesen „Ich liebe dich, aber nur unter diesen Bedingungen…!“

Übersicht über den Römerbrief

Bei der Familienandacht haben wir die letzten Wochen gemeinsam den Römerbrief betrachtet. Zum besseren Einprägen des Inhalts habe ich ein Inhaltsverzeichnis erstellt. Diesmal konnte ich überhaupt den Roten Faden in diesem Schreiben entdecken. Den starken Bezug zu Israel kann ich aber noch nicht richtig einordnen, auch im dritten Kapitel ist mir ein Abschnitt unklar geblieben. Vielleicht kann mich jemand unterstützen!?

Das Amt des Paulus und Vorstellung

Röm 1,1-15

„Ich bin ein Schuldner der Griechen und der Nichtgriechen, der Weisen und der Nichtweisen;

Starkes Evangelium aber Gottlose Menschheit

Röm 1,16-32

„Und weil Sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, so dass sie tun, was nicht recht ist“ (V.28)

Jeden Unrechten erwartet unendliches Gericht…

Röm 2,1-16

„Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein.“

…unabhängig von der Kenntnis des Gesetzes

Röm 2,17-29

„Du rühmst dich des Gesetzes, und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes?“

Unklarer Abschnitt

Röm 3,1-8

Die Rechtfertigung von Sündern aufgrund von Gnade durch Glauben

Röm,3,9-31

„…und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ Weiterlesen „Übersicht über den Römerbrief“