Lexikon

An dieser Stelle soll mit der Zeit eine Art Theologisches Lexikon für Laien entstehen. Nun gibt es bereits die ersten Einträge, hier aber bereits ein Link auf ein Vorbildprojekt.

Mittler

Christus wird in der Schrift als Mittler des Bundes der Gnade dargestellt. Das griechische Wort mesites ist nicht bekannt im klassischen Griechischen, findet sich aber bei Philo und in späteren Griechischen Autoren. In der Septuaginta findet man es nur einmal, in Hiob 9,33. Das Englische Wort „Mediator“, wie auch das holländische „Middelaar“ und das deutsche „Mittler“, könnten uns dazu führen zu denken, das mesites einfach jemanden bezeichneten der zwischen zwei Parteien schlichtet, ein „Vermittler“ im allgemeinen Sinn des Wortes.  Es muss aber beachtet werden, dass die Idee der Schrift dahinter weitaus tiefgründiger ist. Christus ist Mittler in mehr als einem Sinne. Er interveniert zwischen Gott und Mensch, nicht nur um um Frieden zu bitten und zu bewegen, sondern er ist auch mit Vollmacht („plenipotentiary power„) bewaffnet, um alles zu tun, was notwendig ist, um Frieden aufzurichten. Die Verwendung des Wortes mesites im Neuen Testament rechtfertigt, dass wir von einer zwiefachen Mittlerschaft durch Christus sprechen, nämlich die der Bürgschaft  und die des Zugangs (Gr. prosagoge, Rom. 5,2). In den meisten Stellen, in denen sich das Wort im Neuen Testament findet, ist es es identisch mit egguos  (Anm: die King James übersetzt egguos mit Bürge, während die LÜ weiter bei Mittler bleibt), und zeigt somit auf Christus als den, der indem er die Schuld des Sünders auf sich nahm, ihre  zu bestrafende Beziehung zum Gesetzt beendete und sie wieder rechtskräftig in eine rechtliche Beziehung zu Gott brachte. Das ist die Bedeutung des Wortes in Heb. 8,6 9,15 und 12,24. In Hebräer 7,22 wird der Begriff egguos selbst an Christus angewandt. Es gibt aber eine Stelle in der das Wort mesites in dem das Wort mesites eine Bedeutung hat die mehr mit dem gewöhnlichen Sinn des Wortes „Vermittler“ übereinstimmt, als jemand, der dazu berufen wird, zwischen zwei Parteien zu vermitteln und zu versöhnen, nämlich 1 Tim. 2,5. Hier ist Christus als Mittler in dem Sinn dargestellt, dass auf Grundlage seines Opfers er Gott und Mensch zusammenbringt. Das Werk Christi, wie durch das Wort mesites angedeutete, ist zwiefach. Er arbeitet an Dingen, die Gott betreffen und an Dingen, die den Menschen betreffen, im objektiven Rechtsbereich, wie im subjektiven moralischen Bereich. Im ersten Fall besänftigt er das gerechte Missfallen Gottes indem er die Schuld der Sünde auslöscht und für die fürbittet, die der Vater ihm gegeben hat und macht ihre Personen und Dienste tatsächlich akzeptabel für Gott.Und im letzterem offenbart Er den Menschen die Wahrheit über Gott und ihre Beziehung zu Ihm mit den Bedingungen für annehmbaren Dienst, überredet und befähigt sie die Wahrheit zu empfangen und leitet und erhält sie in allen Lebensumständen um ihre Erlösung zu vervollkommnen. Bei dieser Arbeit setzt er auch den Dienst der Menschen ein (2 Kor. 5,20) (aus L. Berkhof, Systematic Theology)

Offenbarung

Vorgang, durch den Gott sich durch sein Wirken in der Geschichte und durch sein Wort zu erkennen gibt. Die „Offenbarung des Heils“ (besondere Offenbarung, revelatio specialis) ist auf die Geschichte Israels und Jesu Christi mit den Aposteln als Ziel und Abschluss beschränkt und fand ihren Weg über die Inspiration in die Heilige Schrift (Ps 147,19f). Sie geschieht aus göttlicher Gnade und zielt auf Gnade den Menschen gegenüber. Die sog. allgemeine oder natürliche Offenbarung (revelatio generalis sive naturalis, Ps. 19,-5; Röm 1,19-21) führt zu einem vagen Wissen um Gottes, an dem der Mensch schuldig, durch das er aber nicht gerettet werden kann. (aus H. Egelkraut: Das alte Testament)