Wie du deine geistlichen Gaben (nicht) entdecken kannst

Ein Artikel von Thomas Schreiner:

Ist es wichtig, deine geistlichen Gaben zu kennen? Oder ist dieses Anliegen ein Beweis für den heute so typisch für gewordenen Narzissmus?

Vielleicht können wir die Ermittlung unserer Geistlichen Gaben mit dem aktuellen Interesse an Persönlichkeits- und Profiltests vergleichen, wie z.B. dem (Persönlichkeits-)Enneagramm. Das Enneagramm sondiert neun unterschiedliche Persönlichkeitstypen und hat derzeit einen ziemlichen Einschlag in evangelikalen Kreisen. Kevin DeYoung warnt berechtigterweise vor den Gefahren  des Enneagramms und erläutert, dass es der Schrift in vielerlei Hinsicht fremd sei. Russell Moore stimmt den Aussagen DeYoungs zu, dass das Enneagram, als Ganzes nicht hilfreich ist, denkt aber, dass es als ein Werkzeug verwendet kann, um die persönlichen  potenziellen Stärken und Schwächen, wie auch die Motive hinter Wünschen und Neigungen anderer, aufdecken kann.

Ich denke, so ähnlich können wir uns auch über den Prozess der Ermittlung geistlicher Gaben äußern. Weiterlesen „Wie du deine geistlichen Gaben (nicht) entdecken kannst“

John Wesleys Gespräch mit Zinzendorf

Bildergebnis für wesley and zinzendorfAuf diese Unterhaltung beider, bin ich eher zufällig gestoßen, ich selbst verfüge nur über den Hinweis, dass sich diese Unterhaltung im zweiten Band vom Wesley Journal S. 488-490 findet vom 3.Sept. 1741). Das Gespräch fand ursprünglich wohl in Latein statt und die englische Variante, so wie ausführliche Quellenverweise finden sich hier. Ich wollte niemandem dieses herrliche Stück Kontroverse vorenthalten:

Zinzendorf (Z): Warum hast du deine Religion (Überzeugung) gewechselt?

Wesley (W): Ich bin mir nicht bewusst, meine Religion (Überzeugung) gewechselt zu haben? Wie kommst du darauf? Wer hat dir dies berichtet?

Z: Du selbst. Ich ersehe das aus deinem Brief an uns. darin bekennst du dich zu einer neuen Religion, nachdem du die, welche du bei uns gelernt hast, aufgegeben hast.

W: Wieso? Ich verstehe das nicht.

Z: Doch, du sagst darin, wahre Christen seien keine armen Sünder. Das ist völlig falsch. Die besten Menschen sind bis zum Tode ganz elende Sünder. Wenn sie etwas anderes sagen, sind sie durch und durch Betrüger oder teuflisch Verführte. Unsere Brüder, die Besseres lehren, hast du bekämpft; und dann, als sie Frieden wollten, hast du ihn verweigert.

W: Ich verstehe immer noch nicht, was du willst.

Z: Als du aus Georgia an mich schriebst, habe ich dich gar sehr ins Herz geschlossen. Damals erkannte ich dich als einen Menschen mit einfältigem Herzen. Du schriebst wieder. Ich merkte, dass du wohl einfältigen Herzens warst, aber voll verwirrter Ideen. Du kamst zu uns. Deine Gedanken waren noch verwirrter und konfuser geworden. Dann fuhrst du nach England zurück. Einige Zeit später hörte ich, dass unsere Brüder mit dir stritten. Ich schickte Spangenberg, um zwischen euch Frieden zu stiften. Er schrieb mir, die Brüder hätten dir Unrecht getan. Ich schrieb zurück, sie sollten damit aufhören und dich um Verzeihung bitten. Spangenberg antwortete, sie hätten um Verziehung gebeten, aber du wolltest keinen Frieden, um über sie triumphieren zu können. Jetzt, da ich ankomme, höre ich dasselbe.

W: Die Sache hat sich in ihrem Hauptpunkt keineswegs verändert. Deine Brüder – das ist wahr – haben mich recht schlecht behandelt. Später baten sie um Verziehung. Ich antwortete, es sei ganz überflüssig; ich sei über sie niemals erzürnt gewesen, aber sie sollten darauf achten, erstens nicht Falsches zu lehren und zweitens nicht schlecht zu leben. Dies ist und war die einzige strittige Frage zwischen uns.

Z: Das musst du deutlicher sagen.

W: Ich bin in Sorge, dass sie Falsches lehren einmal über das Ziel unseres Glaubens in diesem Leben, also über die christliche Vollkommenheit, sodann über das, was unsere Kirche die Gnadenmittel nennt.

Z: Ich erkenne keine innewohnende Vollkommenheit in diesem Leben an. Das ist der Irrtum aller Irrtümer. Ihn bekämpfe ich in der ganzen Welt mit Feuer und Schwert, ihn verfolge und vernichte ich. Allein Christus ist unsere Vollkommenheit. Wer eine innewohnende Vollkommenheit lehrt, der leugnet Christus.

W: Ich aber glaube, dass Christi Geist im rechten Christen die Vollkommenheit schafft.

Z: Keineswegs. Unsere ganze Vollkommenheit liegt in Christus. Alle christliche Vollkommenheit besteht im Vertrauen auf Christi Blut. Die ganze christliche Vollkommenheit ist imputiert (zugerechnet), in inhäriert (innewohnend). Wir sind vollkommen in Christo, in uns selbst niemals.

W: Wir streiten – glaube ich – um Worte. Ist nicht jeder, der wirklich glaubt, ein Heiliger?

Z: Aber ein Heiliger in Christo, nicht in sich.

W: Aber lebt er nicht heilig?

Z: Gewiss, er lebt heilig in allem.

W: Und hat er nicht ein heiliges Herz?

Z: Ganz gewiss.

W: Folglich ist er doch heilig in sich?

Z: Nein, nein. Allein in Christo, nicht heilig in sich. Er hat durchaus keine Heiligkeit in sich.

W: Trägt er nicht in seinem Herzen die Liebe zu Gott und zum Nächsten, ja sogar das ganze Ebenbild Gottes?

Z: Ja. Aber das ist die gesetzliche Heiligkeit, nicht die evangelische. Dei evangelische Heiligkeit ist der Glaube.

W: Wir streiten ganz und gar um Worte. Du gibst zu, dass das ganze Herz des Glaubenden und sein ganzes Leben heilig ist: er liebt Gott von ganzem Herzen und dient ihm mit allen Kräften. Mehr verlange ich auch nicht. Nichts anderes verstehe ich unter „christlicher Vollkommenheit oder Heiligkeit.“

Z: Aber das ist nicht seine eigene Heiligkeit. Er ist nicht heiliger, wenn er mehr liebt, und nicht weniger heilig, wenn er weniger liebt.

W: Was? Nimmt denn der Glaubende, der in der Liebe wächst, nicht gleichfalls auch in der Heiligkeit zu?

Z: Niemals. Vielmehr in dem Augenblick, in dem er gerechtfertigt ist, wird er auch völlig bis ins Innerste geheiligt. Folglich ist er bis zu seinem Tode weder mehr noch weniger heilig.

W: Also ist der Vater in Christo nicht heiliger als ein neugeborenes Kind?

Z: Nein. Die ganze Heiligung und Rechtfertigung sind in demselben Augenblick da; und keine wird mehr oder weniger.

W: Wächst nicht der wahre Gläubige in der Liebe Gottes von Tag zu Tag? Ist er denn schon vollkommen in der Liebe, sobald er gerechtfertigt ist?

Z: So ist es. Niemals wächst er in der Liebe zu Gott. So ganz liebt er in dem Augenblick, wie er ganz geheiligt wird.

W: Was will aber der Apostel Paulus mit dem Spruch: „Wir werden erneuert von Tag zu Tag?“

Z: Ich will es dir sagen. Wenn Blei in Gold verwandelt wird, so ist es Gold am ersten und zweiten und dritten Tag. So wird es erneuert von Tag zu Tag. Aber niemals ist es goldener als am ersten Tag.

W: Ich meinte, wir sollten in der Gnade wachsen!

Z: Sicherlich. Aber nicht in der Heiligkeit. Sobald nämlich jemand gerechtfertigt ist, wohnen Vater, Sohn und Heiliger Geist in seinem Herzen. Und sein Herz ist in jedem Moment so ganz rein, wie es jemals sein wird. Ein Kind in Christo ist genau so rein im Herzen wie ein Vater in Christo. Da gibt es keinen Unterschied.

W: Waren die Apostel nicht vor Christi Tod gerechtfertigt?

Z: Sie waren es.

W: Waren sie nicht heiliger nach Pfingsten als vor Christi Tod?

Z: Keineswegs.

W: Wurden sie nicht an jenem Tage voll des heiligen Geistes?

Z: Ja. Aber dieses Geschenk des Geistes bezog sich nicht auf ihre eigene Heiligkeit. Es war ganz eine Gabe der Wunder.

W: Vielleicht verstehe ich dich nicht. Wenn wir uns selbst verleugnen, sterben wir dann nicht mehr und mehr der Welt und leben Gott?

Z: Wir weisen alle Selbstverleugnung zurück, wir treten sie mit Füßen. Als Glaubende tun wir alles, was wir wollen und nichts darüber hinaus. Wir verlachen alle Abtötung. Der vollkommenen Liebe geht keine Reinigung voraus.

W: Was du gesagt hast, will ich mit Gottes Hilfe genau erwägen.

Gefunden in „Junge Kirche“ 13 Jahrgang, Oldenburg 1952 S. 289-291

Vgl. auch die Kontroverse Wesleys mit Whitefield.

Zitat: Das Göttliche „Wenn“

C.H. Spurgeon sagt zur Funktion des „Wenn“ in Heb. 6,4-6:
„Wenn Gott dort ein „Wenn“ einfügt, dann tut er das aus gutem Grund und zu einem guten Zweck. Erstens … um dich vom Abfall abzuhalten. Gott bewahrt seine Kinder vor dem Abfall, aber dazu benutzt er bestimmte Mittel… Dort klafft ein tiefer Abgrund. Wie kann man jemanden am besten davor bewahren hinabzufallen? Warum nicht, indem man ihm sagt, wenn er hinabfiele, würde er unweigerlich in Stücke zerschmettert? In manchen alten Burgen gibt es einen tiefen Keller voller Grubengas. Jeder, der dort hinabgehen würde, würde ersticken. Was sagt uns der Fremdenführer? „Wenn Sie dort hinabgehen, werden Sie nie wieder lebendig herauskommen.“ Wem käme in den Sinn hinabzugehen? Allein dass uns der Fremdenführer die Folgen nennt, hält uns davon ab. Ein Freund nimmt uns einen Becher Arsen aus der Hand; er will verhindern, dass wir ihn trinken, und sagt: „Wenn du das trinkst, wird es dich umbringen.“ Nimmt er er auch nur einen Moment an, dass wir es trinken würden? Nein! Er sagt, welche Folgen es hätte, und er ist sicher, dass wir es nicht tun werden. So sagt auch Gott: „Mein Kind, wenn du von dieser Klippe stürzt, wirst du zerschmettert.“ Was tut das Kind? Es sagt: „Vater, halt mich fest! Halte du mich, dann bin ich sicher.“ Der Gläubige wird dadurch zu größerer Abhängigkeit von Gott geführt, zu einer heiligen Furcht und Vorsicht, weil er weiß: Würde er abfallen, könnte er nicht erneuert werden. So hält er sich von diesem gähnenden Abgrund fern, weil er weiß: Fiele er dort hinein, dann gäbe es für ihn keine Rettung.“


Gefunden bei T. R. Schreiner: Mit Ausharren laufen, S. 210, ursprünglich zitiert aus C.H. Spurgeon, „Final Perseverance“ 

 

Warum „Ich will es noch mehr versuchen“ kein Gnadenmittel ist!

Ein Gnadenmittel ist etwas, was uns näher zu Gott bringt. Auch wenn ich unseren Anteil dabei eingestehen will, so muss uns doch klar sein, dass diese Mittel immer nur von Gott kommen. Denken wir doch über einige nach:

a) Gebet: Es ist zwar wahr, dass ich es bin der es betet (Ps. 69,14), aber doch nur weil ich es in Jesu Namen tue (Joh 16, 23-26), weil der Heilige Geist mich übersetzt (Röm 8,26) und schließlich weil der Vater bereit ist, mich zu hören! (Ps. 34,7.18)

b) Buße: In der Tat kann und muss ich sogar Buße tun (Matth. 3,2). Und doch ist es Gott, der mir Raum zur Buße gibt! (Apg. 11,18; Heb. 12,17)  Vielmehr muss er mich sogar bekehren (Jer 31,18)

c) Abendmahl: Ich esse das Brot und trinke den Wein (Luk. 22,16-22), und doch nur deswegen weil Christi Leib für mich zerbrochen und Christi Blut für mich gefloßen ist (1. Kor. 10,16).

d) Taufe: Ich werde zwar getauft (Matth. 28,19), aber doch kann ich dieses Zeichen nur annehmen, weil Christus bereits in den Tod getauft wurde (Röm 6,4: ….mit ihm begraben…).

e) Bibellesen: Ich lese zwar die Bibel und muss sie lesen (Joh. 5,39), aber doch bin ich darauf angewiesen, dass Christus mir die Schrift öffnet (Luk. 24,45).

f) Gemeinschaft mit den Heiligen: Ich bin es zwar, der unter seinen Brüdern wandelt (Apg. 2,42) , und doch werden wir Heilig gemacht, und bringen keine eigene innewohnende Heiligkeit in diese Gemeinschaft (1. Joh 1,7).

 

Doch oftmals legen wir diese sechs Mittel der Gnade allzu schnell bei Seite und greifen allzu eifrig zu dem einen Mittel, dass sicherlich kein Gnadenmittel ist, und das lautet so: „Ich will es noch etwas härter und stärker und besser versuchen. Ja ich sehe ein, ich habe versagt, ja ich muss geheiligt werden, ja ich brauche Mut, Geduld, Demut und alle weiteren Früchte des Geistes, also will ich es nur härter versuchen“.

Während wir regelmäßig, ja geradezu hartnäckig zu einem regen Gebrauch obiger Gnadenmittel aufgerufen werden, werden wir nicht eine Stelle finden, die davon spricht, dass man es doch nur noch ein bisschen härter versuchen soll. Ja es wäre ja gar nicht möglich, würde es schließlich bedeuten, dass wir wieder mehr auf uns schauen sollten und weniger auf Gott. Während alle Gnadenmittel von uns wegschauen auf Gott und sein Gnadenwerk in Christus. Deswegen lasst uns Buße tun, für unsere Selbstgerechtigkeit!

 

 

Predigt: Jesus Christus herrscht als König

hebräer 1.5a

Jedem Bibelleser fällt auf, dass der Hebräerbrief voll alttestamentlicher Zitate ist; Kapitel 1 ist zu mehr als die Hälfte Material des AT.

So auch Vers fünf:

Hebräer 1,5 Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: „Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt „? 

Der Schreiber des Hebräerbriefes hatte unterschiedliche Anlässe: Die Christen, an die er seinen Brief richtete standen in der Gefahr, sich von Christus abzuwenden, ja sogar von ihm abzufallen! Abfall! wenn wir dieses Wort hören, dann kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Jedoch der Autor erkennt das Problem der Hebräer: Diese denken zu gering von Christus, und deswegen versucht er mit auf unterschiedliche Weise, die Herrlichkeit Christi wieder groß zu machen unter den Hebräern. Und wie macht er das? In dem er das Alte Testament aufmacht und daraus die unterschiedlichsten Lehren zieht. So sind mehr als die Hälfte des ersten Kapitels des Hebräerbriefs, Zitate (sieben an der Zahl) aus dem Alten Testament. Das ist doch überraschend, man würde vielleicht auf weitere Erlebnisse hoffen, auf weitere Begebenheiten oder Erzählungen über Jesus Christus, aber der Autor begnügt sich damit, das alte Testament zu Rate zu ziehen. Offensichtlich macht das Alte Testament Christus groß. Und wie es das macht,davon ist der gelesene Vers ein Beispiel. Er sagt uns: Lies noch einmal genau nach! Habt ihr denn nicht gelesen, “dass die Schrift von Jesus zeugt” (Johannes 5,39)…

Hier geht es zum Skript der Predigt!

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Weiteres Material: Biblische Theologie im Hebräerbrief.

Warum die Taufe mehr als „der zweite Gehorsamsschritt“ ist!

acts 238 [widescreen]Ein Satz, den ich häufig, aber ebenso ungerne höre ist: „Die Bekehrung war der erste Gehorsamsschritt und die Taufe der zweite“.

Zunächst einmal, würde ich gerne mal eine Bibelstelle hören, wie man so eine These begründen möchte. Gibt es (baptistisch gesehen) zwischen der Buße (vllt. noch vor dem Teeny-alter) und der Taufe (im Jugendalter) keinerlei Möglichkeiten zum Gehorsam? Muss man nicht tausende Gehorsamsschritte tun? In der Tat ist es so, denn der Kampf gegen den brüllenden Löwen ist heiß, und mit der geistlichen Waffenrüstung dürfen IHM treue Kinder täglich dutzende Gehorsamsschritte tun.

Was aber ist überhaupt ein Gehorsamsschritt? Meint man damit den Glauben? Dann gilt erst recht, dass Tag für Tag nur das Mittel des Glaubens, des von sich weg (und den Umständen) Schauens und des Schauens auf Christi bleibt, was als ein Gehorsam gelten darf, der Gott gefällt!

Aber lassen wir die These für einen Moment gelten, dass es zwei Schritte seien, die aufeinanderfolgen. So bin ich doch am allermeisten entsetzt darüber, dass gerade wir Baptisten die Taufe oft so billig, als einen einfachen Glaubensschritt verkaufen. Nach dem Motto, Jesus befahl es, also tun wir es. Als hätte sie nicht viel mehr zu bedeuten!

Ohne hier den Artikel in zu große Länge gehen zu lassen, möchte ich auf zwei Bibelstellen verweisen, die deutlich machen, was für ein kostbares Bundeszeichen die Taufe ist:

1. Pe 3,21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi,

Kol 2,12: Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.

Beide Verse machen deutlich, dass die Taufe ein Bundeszeichen ist. Sie drückt aus, dass Gott sich für uns entschieden hat. Die Taufe ist also durchaus ein Gnadenmittel (also ein Mittel, dass uns hilft, Gnade „anzureichern“). Denke ich an die Taufe, wird mir klar, dass mein Leben mit Gott in einem Bund steht? Aber ist es wirklich mein Leben? Nein, es ist vielmehr so, dass es ja eigentlich Christus ist, der in einem Bund mit dem Vater steht! Und ich als ein Glied Christi habe Anteil an den Segnungen des Bundes durch Ihn als mein Haupt. Er nahm ja schließlich den Bundesfluch auf sich, so dass die Bundestreue gewahrt wird. Ja die Taufe ist eine Wunderbare Zusage der Bewahrung, denn wenn ich dem Gesetz und seinem Anspruch tot bin, kann es seine Anklage nicht mehr geltend machen. Wenn mich mein Versagen anklagt, darf ich an die Taufe denken, und erfahren, dass ich mit Christus dem Gesetz gestorben bin.  Da ich aber nicht im Wasser bleibe, sondern wieder aufgerichtet werde, erfahre ich, dass ich durch Christus auferstehe. Was bereits hier anfängt, wird in der Auferstehung vollendet, denn da wird der Geist endgültig über das Fleisch triumphieren. Die Taufe macht also öffentlich für Gemeinde, Welt und unsichtbare  Zuschauer deutlich, dass ich als Christ und Christi Eigentum eine neue Kreatur geworden bin. Ich darf meine Wiedergeburt durch den Geist Gottes bekennen.