Christus im AT (1): Vorüberlegungen

Psalm 247–8 [widescreen]In der nächsten Zeit möchte ich vermehrt über die Christologie des Alten Testaments (AT) nachdenken. Persönlich halte ich es für ein sehr fruchtbares Thema, denn die beiden Evangelien entwickeln eine Kontinuität aus „Verheißung“ und „Erfüllung. Dadurch wird das AT lebendig: es bleibt nicht mehr vor allem die Beschreibung seltsamer Praktiken (Verwirrende Opfer, grausame Kriege, Vielweiberei um ein paar Dinge zu nennen) eines altertümlichen Nomadenstammes, sondern die Beschreibung der Vorfahren der Christenheit, die den selben Glauben und die selben Verheißungen teilen (Vgl. Röm 11,17-24.).

Als ich mich vor einigen Wochen an das Thema begab, viel mir die kaum überschaubare Breite des Themas aus, deswegen zunächst einige Vorüberlegungen:

Das AT war die Bibel der Urgemeinde

Es vergingen einige Jahrzehnte nach der Auferstehung Christi, bis die ersten Beschreibungen seines Erdenlebens schriftlich festgehalten wurden. Zu dieser Zeit war auch das briefliche Material alles andere als vollständig. Wie wurde dann aber gepredigt? Was war die Bibel der ersten Christen? Natürlich das AT. Doch das machte man auch in den Synagogen. Überraschend war ein völlig neues Verständnis des AT. Immer wieder berichtet uns das NT von diesem „Auftun der Ohren“: „Da öffnete er Ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden (Luk 24,45)“oder noch deutlicher in Joh.12,16: Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.  Diese Erfahrungen wurden im Leben der Jünger intensiver und führten zu Bekenntnissen!

Matthew 1616 [widescreen]

Beide Verse sprechen davon, dass die Auferstehung Christi die Perspektive der Jünger auf das AT fundamental verändert hatte.

Sehnsucht nach einem Superhelden?

Doch was war der Keren dieser veränderten Haltung? Denn das Judentum erwartete ja nichts sehnsüchtiger als einen Messias. Alle glaubten und anerkannten die Verheißungen eines Erlösers, eines Königs aus dem Stamm Juda, eines Heilands und eines Mittlers aus den entsprechenden Texten des AT.  Der Moderne Mensch neigt eher dazu jegliche seriöse Verheißung im AT zu bestreiten, und maximal die Sehnsucht nach einem „Superhelden“ als eine Ursehnsucht der Menschheit anzuerkennen. War das auch der Antrieb der Gemeinde? Vielleicht ein Beispiel zur Illustration: Weiterlesen „Christus im AT (1): Vorüberlegungen“

Der HERR Jesus ist König!

hebräer_2_1-2.pngKeiner kann das erste Kapitel im Hebräerbrief lesen, ohne von der Menge der alttestamentlichen Zitate erschlagen zu werden. Bisher war ich zu faul, diese intensiver durchzuschauen und habe beinahe vieles verpasst, was sehr viel Freude am Heil bewirkt!

Hierfür habe ich mir ein relativ großes Diagramm erstellt. (Großversion hier downloadbar und hier in meinem Logos-Workspace; zur Ansicht ist ein kostenloser hierfür Account benötigt). Eine alternative Darstellung als Din-A4 PDF (Achtung: andere Farben der Markierung)  Mehr als die Hälfte des ersten Kapitels sind ja nur Zitate aus dem AT (orange hinterlegt), dabei vornehmlich aus den Psalmen, indirekte Hinweise nicht mitgezählt. Manche Erwähnung überrascht! Was, all diese Texte des AT sollen messianisch sein? Das lässt tief in das Verständnis der neutestamentlichen Autoren blicken, die überall im AT Christus entdeckten.

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