Christus: Stütze der Versuchten – Eine Predigt von George Whitefield

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Ich bin auf diese Predigt von Whitefield gestoßen. Als klarer Verteidiger reformatorischen Denkens tritt er hier in der Besprechung von Matth. 6,13 auf. Die, die vom „eigentlich ganz netten Menschen“ reden, sind dem Evangelium genau so fern, wie die heidnischen Philosophen. Denn der Mensch ist oft seinem Versucher sehr ähnlich. Voller Lüge, Stolz und Neid! Dass Satan Gott nichts gönnen kann ist eine Ursache der Versuchung durch den Satan. Ihm, diesen Uralten Listigen und Mächtigen Widersacher Gottes können wir alleine nicht widerstehen. Mit sehr deutlichen Tönen ruft Whitefield seine Zuhörer somit auf, Christus und sein Heil zu suchen. Spannend finde ich, dass Whitefield weder eine billige Gnade noch eine billige Buße verkauft. Buße und Bekehrung sind in dieser Predigt eine äußerst ernste Angelegenheit. Sicherlich ein Element der Verkündigung das heute verloren gegangen ist.

So macht man Christus zu einem halben Retter und gibt dem Menschen die halbe Ehre. Ich sage jedoch, Christus will deine ganze Gerechtigkeit, deine ganze Weisheit und deine ganze Heiligung sein, ansonsten wird er niemals zu deiner ganzen Erlösung.“

Meine Lieben verführt euch jedoch nicht selbst, denn Gott lässt sich nicht verspotten. Ihr ruiniert euch selbst für Zeit und Ewigkeit. Ihr betet „Führe uns nicht in Versuchung“, und fordert (gleichzeitig) Satan auf, zu kommen und euch zu versuchen.

„Oh! Wie sehr wünschen wir es uns, Jesus bereits früher gekannt zu haben, und sehnen uns nach seiner Liebe. Es ist eine aufsteigende Liebe, beeindruckend, vergebend, sterbend, erhöhend, vermittelnd und verherrlichend.“

Hier geht es zum download:

Die Predigt „Christus -Stütze der Versuchten“ von George Whitefield:

pdfdocxmobi und epub (Archiv)

Ich empfehle zudem die Kontroverse zwischen Whitefield und Wesley.

Übrigens: von Carl R. Trueman gibt es (auf englisch) einen wunderbaren Audio-Beitrag über George Whitefield, in dem er auch zahlreiche Literaturhinweise macht.

Mein geehrter und innig geliebter Bruder…

Ein Freund hat mich auf diese Kommunikation zwischen Wesley und Whitefield aufmerksam gemacht:

„Und Ihr müßt zugeben, daß er das bereits einmal getan hatte, als er Euch ein eben solches Los gab, als Ihr nämlich in Deal wart. Am Morgen meiner Abfahrt von Deal nach Gibraltar legtet Ihr, von Georgia kommend, an. Anstatt daß Ihr mir eine Gelegenheit gabt, mit Euch zu konversieren, wiewohl das Schiff nicht weit vom Ufer vor Anker lag, zogt Ihr ein Los und fuhrt alsbald weiter nach London. Ihr ließt einen Brief zurück, worin Worte folgenden Inhalts waren: »Als ich sah, daß Gott mit dem gleichen Wind, der mich heimgetragen, Euch hinaustragen würde, fragte ich Gott um Seinen Rat. Seine Antwort findet Ihr hier beiliegend.« Es war ein Stück Papier, auf dem die Worte standen: »Er kehre nach London zurück.« Als ich das empfing, war ich einigermaßen überrascht. Da kommt ein guter Mann und sagt mir, er habe das Los geworfen; Gott wolle, daß ich nach London zurückkehre.Ich wußte andererseits, daß mein Ruf mich nach Georgia führte, und daß ich mich von London verabschiedet hatte und daß ich es nicht hätte rechtfertigen können, die Soldaten zu verlassen, die mir anvertraut waren. Ich wandte mich zusammen mit einem Freund im Gebet an Gott.“ (G. Whitefield in seinem Brief an J. Wesley)

J. Wesley warf ein Los, um zu erkennen ob er eine Predigt über die Freie Gnade predigen und drucken sollte. Das Los viel positiv aus und so handelte er auch. Auf diese Predigt nahm Whitefield in einem offenen und historisch gewordenen Brief Stellung. Wesley baute seine Predigt in 30 Punkten auf, während Whitefields Schreiben ebenfalls gut organisiert ist. Das Ermöglicht einige der diskutierten Thesen gegen überzustellen. Den vollständigen Textlaut beider Dokumente findet man im Anhang hier.  Ich empfehle beides vollständig zu lesen, da neben detailierten Thesen eine allgemeine Betrachtung über die Erwählung diskutiert wird. (z.B. wählte Wesley interessanterweise Römer 8 als Text für seine Predigt). Ich finde Whitefields Argumentation vor allem in diesen drei Bereichen stark:

  • Das Wissen um die Souveränität Gottes stärkt den „menschlichen Willen“
  • Es ist nicht die Angst vor der Hölle, sondern die Liebe zum Erlöser, die den Christen in die Heiligung treibt
  • Keiner wird ohne Schuld in der Hölle sein. Errettung ist nur aus Gottes Gnaden möglich.
  • Sehr schön auch die Argumentation, dass das Wissen um die Vorherbestimmung uns nicht beunruhigen sondern festigen sollte!

Insgesamt ein hochwertiges Stück Apologetik! Weiterlesen „Mein geehrter und innig geliebter Bruder…“