Predigt: Jesus Christus herrscht als König

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Jedem Bibelleser fällt auf, dass der Hebräerbrief voll alttestamentlicher Zitate ist; Kapitel 1 ist zu mehr als die Hälfte Material des AT.

So auch Vers fünf:

Hebräer 1,5 Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: „Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt „? 

Der Schreiber des Hebräerbriefes hatte unterschiedliche Anlässe: Die Christen, an die er seinen Brief richtete standen in der Gefahr, sich von Christus abzuwenden, ja sogar von ihm abzufallen! Abfall! wenn wir dieses Wort hören, dann kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Jedoch der Autor erkennt das Problem der Hebräer: Diese denken zu gering von Christus, und deswegen versucht er mit auf unterschiedliche Weise, die Herrlichkeit Christi wieder groß zu machen unter den Hebräern. Und wie macht er das? In dem er das Alte Testament aufmacht und daraus die unterschiedlichsten Lehren zieht. So sind mehr als die Hälfte des ersten Kapitels des Hebräerbriefs, Zitate (sieben an der Zahl) aus dem Alten Testament. Das ist doch überraschend, man würde vielleicht auf weitere Erlebnisse hoffen, auf weitere Begebenheiten oder Erzählungen über Jesus Christus, aber der Autor begnügt sich damit, das alte Testament zu Rate zu ziehen. Offensichtlich macht das Alte Testament Christus groß. Und wie es das macht,davon ist der gelesene Vers ein Beispiel. Er sagt uns: Lies noch einmal genau nach! Habt ihr denn nicht gelesen, “dass die Schrift von Jesus zeugt” (Johannes 5,39)…

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Weiteres Material: Biblische Theologie im Hebräerbrief.

Der HERR Jesus ist König!

hebräer_2_1-2.pngKeiner kann das erste Kapitel im Hebräerbrief lesen, ohne von der Menge der alttestamentlichen Zitate erschlagen zu werden. Bisher war ich zu faul, diese intensiver durchzuschauen und habe beinahe vieles verpasst, was sehr viel Freude am Heil bewirkt!

Hierfür habe ich mir ein relativ großes Diagramm erstellt. (Großversion hier downloadbar und hier in meinem Logos-Workspace; zur Ansicht ist ein kostenloser hierfür Account benötigt). Eine alternative Darstellung als Din-A4 PDF (Achtung: andere Farben der Markierung)  Mehr als die Hälfte des ersten Kapitels sind ja nur Zitate aus dem AT (orange hinterlegt), dabei vornehmlich aus den Psalmen, indirekte Hinweise nicht mitgezählt. Manche Erwähnung überrascht! Was, all diese Texte des AT sollen messianisch sein? Das lässt tief in das Verständnis der neutestamentlichen Autoren blicken, die überall im AT Christus entdeckten.

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Biblische Theologie im Hebräerbrief

Photo of Thomas R. SchreinerThomas R. Schreiner, Prof. für Neues Testament am SBTS,hielt 2015 am RTS drei Vorträge über die Theologie des Hebräerbriefes.

Im ersten Teil entwickelt der Autor die theologische Struktur des Briefes. Hierbei gibt er wichtige Hinweise zur Typologie. Die typologische Bedeutung kann nicht nur nachwirkend in den Text des AT hinein gelesen, sondern hatte bereits für die Gläubigen des Alten Testaments eine in die selbe Richtung weisende Bedeutung. So konnte ein Gläubiger des AT ein Lamm opfern und darin das Sühneopfer Christi erkennen. Bei dieser Typologie wird immer deutlich, wie überragend der neue Bund gegenüber dem alten ist: Während im AT ein Lamm unwillig und unwissend geopfert wurde, tat Christus willig und bewusst den Willen des Vaters.  Heb.9,15: Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.

Die Überlegenheit wird vor allem im Priesterdienst deutlich (zweiter Teil). Schreiner macht deutlich, wie Jesus Christus in die Priesterwürde reifte, in dem er im Gehorsam wuchs (Heb. 5,5-9). In allen seinen Leiden und Demütigungen entfernte sich Christus nicht vom Vater (was uns oft passiert in Anfechtungen) sondern wuchs im Gehorsam:  (Heb 5:7-9) Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhört, darum dass er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Dieser Priesterdienst ist nach der Ordnung Melchisedeks (z.B. Heb 5,10; 6,20; 7,17) und in jeder Hinsicht besser als der levitische Priesterdienst (z.B. Heb 7,15-17;  7,20; 7,26; 9,11)

Wenn wir nun eine soviel bessere Herrlichkeit haben als am Sinai (Heb 12,18), wie viel mehr gilt dann die Mahnung an diesem Priester fest im Glauben festzuhalten. Das ist ja schließlich die Absicht des Autors: Haltet fest an Christus fest, der euch bewahren wird und fallt ja nicht ab! der Dritte Vortrag befasst sich den Warnungen und Ermahnungen des Hebräerbriefes, die sich an die Gläubigen richten. Schreiner führt dabei die beste Erklärung zu Heb 6,4-6 aus, die ich bisher gehört habe.

Ein Q+A schließt die Vortragsreihe ab. Prädikat: Sehr hörenswert!

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